Aktuelles zu Schmerzen und zur Schmerztherapie
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Aktuelles zum Thema Schmerz

Dauerschmerz ist bei chronischem Schmerz die Regel

Acht von zehn Patienten mit chronischem Schmerz haben andauernd Beschwerden. Das zeigen die Ergebnisse einer Befragung in bayerischen Tageskliniken und stationären Schmerzzentren. Insgesamt wurden die Antworten von 11.519 Patienten aus sechs Tageskliniken und zwei stationären Einrichtungen ausgewertet. Verantwortlich für die Ergebnisse zeichnet die AG Schmerztherapeutische Einrichtungen in Bayern (ASTIB).

"Die Befragung zeigt, dass chronische Schmerzpatienten in den Schmerzzentren mehrheitlich Frauen sind", sagt Privatdozent Dominik Irnich vom Klinikum der LMU München. Die Quote lag bei 70 Prozent. Besonders erschreckend sei, dass 80 Prozent der Befragten angaben, an Dauerschmerz zu leiden, so Irnich. Jeder vierte gab an, dass es in der Familie noch andere Patienten mit chronischem Schmerz gebe. Die ASTIB-Zahlen liefern auch einen Beleg für die Odysseen, die viele Schmerzpatienten im deutschen Gesundheitswesen durchmachen. 38 Prozent der Patienten, die den Befragungsbogen jeweils bei der Erstvorstellung in der schmerztherapeutischen Einrichtung ausfüllten, hatten vorher bereits eine Schmerz-Operation hinter sich gebracht. Im Mittel kamen die Patienten auf 13 Arztbesuche und 16 Therapien bei durchschnittlich sechs unterschiedlichen Ärzten in den sechs Monaten vor der Befragung.

Die offensichtlich geringen Erfolge vieler Schmerztherapien interpretiert Irnich als einen Beleg dafür, dass die rein biomedizinischen Ansätze beim chronischen Schmerz Grenzen hätten. Seine provokante These: "In nicht schmerztherapeutischen Einrichtungen trägt der aktuelle Umgang mit Patienten, die sich in Richtung chronischem Schmerzsyndrom bewegen, eher zu einer Chronifizierung als zur Linderung der Beschwerden bei."

Quelle: Ärzte-Zeitung vom 7.5.2010



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Kurz und schmerzlos - ambulante Eingriffe unter Lachgas-Anästhesie

Kinderchirurgische Abteilungen setzen vermehrt auf das altbewährte Lachgas, um kleine Operationen bei Kindern vornehmen zu können. Die zu inhalierende Lachgas/Sauerstoff-Mischung wirkt schmerzlindernd, beruhigend und angstlösend. Das berichtet der Züricher Kinderchirurg Dr. Georg Staubli. Er verwendet diese Form der Analgesie für kurze, schmerzhafte Prozeduren wie Lumbalpunktionen, Verbandwechsel und die Versorgung von Wunden und einfachen Knochebrüchen. "Eine Lachgas-Mischung ist ideal, weil die Wirkung schnell eintritt, nach Absetzen schnell wieder abklingt und fast keine Nebenwirkungen hervorruft", sagte Staubli. Die Kinder sind während der Analgesie ansprechbar und die Schutzreflexe bleiben erhalten.

Die Patienten inhalieren das Gasgemisch über ein Demandventil mit Maske, diese wird von größeren Kindern selbst vor Mund und Nase gehalten. Für Kleinkinder kann man die Maske mit Duftstiften attraktiver machen. Die Wirkung setzt nach vier bis fünf Atemzügen ein und erreicht nach etwa drei Minuten den maximalen Effekt. Für Eingriffe mit einer durchschnittlichen Analgesie-Dauer von zehn bis 20 Minuten ist dieses Verfahren sicher, einfach und kindgerecht. Es erfordert keinen venösen Zugang, die Patienten müssen nicht nüchtern sein. Unerwünschte Wirkungen gibt es kaum. Einige Kinder berichten über Schwindel und Übelkeit, doch Erbrechen ist selten. Auch in Deutschland arbeiten immer mehr Kliniken mit Lachgas.



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Kopfwehleiden bei Kindern wächst sich aus

Kopfschmerz bei KindernKinder, die sich sehr häufig mit Kopfschmerzen plagen, dürfen hoffen: Meist wachsen sich die Beschwerden aus, wie taiwanische Forscher jetzt an 12- bis 14-Jährigen herausfanden.

Von 122 Kindern, die monatlich mindestens 15-mal über Spannungskopfschmerzen oder Migräne klagten, litten nach zwei Jahren 30 Prozent und nach acht Jahren nur noch 12 Prozent unter häufigem Kopfweh.

Ganz befreit von der Pein waren allerdings die wenigsten. Drei Viertel der Untersuchten litten auch Jahre nach Studienbeginn noch unter episodenartig auftretender Migräne, heisst es in der Zeitschrift „Neurology".

Quellen:

Shuu-Jiun Wang et al., Neurology 2009; online first

Medical Tribune, Ausgabe 33/34, 2009, S.5


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Krebspatienten brauchen mehr psychische Betreuung

Neues Adressverzeichnis listet bundesweit Psychoonkologen auf

Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung, vor Schmerzen, Krankenhausbesuchen oder vor dem Verlust von Arbeitsfähigkeit – dies sind nur einige der vielen Belastungen und Sorgen, unter denen Krebspatienten während ihres Krankheitsverlaufs leiden. Rund 30 Prozent aller Krebspatienten sind so stark psychisch belastet, dass sie eine psychoonkologische Betreuung benötigen. Doch die wenigsten, 25 Prozent dieser Gruppe, erhalten eine angemessene psychologische Therapie. Viele Betroffene wissen nicht, dass es solche Angebote gibt und wie man den für sich geeigneten Psychoonkologen findet. Auch ist es für den Arzt häufig schwierig, den Patienten, der psychologische Hilfe braucht, zu erkennen.

 

Schnelle Hilfe – neues Adressverzeichnis von Psychoonkologen

Die Initiative „Psyche hilft Körper“ hat ein Adressverzeichnis mit mehr als 220 Adressen von Psychoonkologen in ganz Deutschland erstellt. Es ist bei Krebs-Selbsthilfegruppen sowie onkologischen Praxen und Kliniken zu erhalten. Ab sofort kann das Adressverzeichnis auch im Internet www.gsk-onkologie.de, Rubrik „Informationen für Patienten“, abgerufen werden.

 

Was ist Psychoonkologie?

Die Psychoonkologie befasst sich mit den psychischen und sozialen Folgen und Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung. Das Therapieangebot der Psychoonkologen kann von Entspannungs-, Kreativ- bis zur gesprächsorientierten Therapie reichen. Alle Angebote haben zum Ziel, die psychischen Belastungen, Sorgen und Ängste zu mindern und so zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei Betroffenen und Angehörigen beizutragen.


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Das nächste Triptan wird rezeptfrei

Ab dem 1. August ist das zweite spezifische Migränemittel aus der Gruppe der Triptane von seiner Rezeptpflicht befreit und wird freiverkäuflich in Apotheken angeboten. Der Bundesrat hat mit der siebten Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung beschlossen, Präparate mit dem Wirkstoff Almotriptan ab August von der Verschreibungspflicht zu befreien. Naratriptan ist bereits seit Sommer 2006 ohne Rezept erhältlich. Auch das als Leitsubstanz geltende erste Triptan, das Sumatriptan, dürfte demnächst frei verkäuflich erhältlich sein. Dies wird derzeit noch geprüft.


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Fluchen wirkt schmerzlindernd

Wer flucht, wenn er sich zum Beispiel verletzt, kann offenbar damit den Schmerz lindern. Das ergibt sich aus einer Studie mit 65 Probanden an der britischen Universität Keele in Großbritannien.

In dem Test mussten die Teilnehmer so lange wie möglich ihre Hand in eiskaltes Wasser tauchen. Dabei durften sie entweder einen vorher festgelegten Fluch ausstoßen oder sie sagten ein neutrales Wort (Neuro Report 20, 2009, 1056). Das Ergebnis: Das Fluchen erhöhte die Schmerztoleranz und die Herzfrequenz und verringerte das Schmerzempfinden im Vergleich zur Kontrollgruppe. In der fluchenden Gruppe hielten die Studienteilnehmer ihre Hände auch länger im Eiswasser.

Eine Erklärung für den schmerlindernden Effekt des Fluchens könnte sein, dass das Fluchen die Verbindung zwischen der Angst vor dem Schmerz und dem Schmerzgefühl unterbricht. Wie genau Fluchen Schmerzlinderung erzeugt, ist noch unklar. Klar hingegen ist, dass Fluchen bei Männern, die ständig Katastrophen befürchten, keine schmerzlindernde Wirkung hatte.

Quelle:

Ärzte-Zeitung vom 13.7.2009

Opens external link in new windowStephens R. et al.: Swearing as a response to pain, Neuro Report 20: 1056-1060, 2009


Auch bei Rheuma Sport treiben

Rheuma: Sport spart Steroide

Menschen mit Rheuma sollten ruhig Sport treiben. Bewegung bessert nicht nur die Gelenkfunktion, sondern hilft auch noch steroidhaltige Medikamente einzusparen.

Dies fand eine portugiesische Arbeitsgruppe jetzt in einer Pilotstudie an acht Patienten heraus. Die Betroffenen hatten eine relativ stabile rheumatoide Arthritis und eine eher ruhige Lebensweise. Alle mussten dreimal in der Woche etwa eine Stunde Sport treiben. Mit Erfolg: Durch die ungewohnten Leibesübungen besserte sich nicht nur die Gelenkfunktion um 33 Porzent. Darüber hinaus kamen fünf der acht Teilnehmer mit weniger Steroid aus und drei brauchten keine nicht-steroidalen Anti-Rheumatika (NSAR) mehr.

Quelle: Medical Tribune, 9.7.2009


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Kaffeetrinker haben seltener Dauerkopfweh

Menschen, die viel Kaffee trinken, haben seltener anhaltende Kopfschmerzen, wohl wegen der schmerzlindernden Wirkung des Koffeins.

In einer norwegischen Studie wurden Daten von mehr als 50.000 Teilnehmern der Nord-Trondelag Health Survey ausgewertet (J. Headache Pain, 2009, 10, 153). Wie Forscher um Dr. Knut Hagen in Trondheim berichten, ergab sich aus der Analayse ein schwacher, aber eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Kaffeekonsum und gelegentlichen Kopfschmerzen.

Im Gegensatz dazu waren Kopfschmerzen, die länger als 14 Tage pro Monat bestanden, weniger wahrscheinlich bei Menschen mit einem hohen Kaffeekonsum. Die norwegischen Wissenschaftler interpretieren das so, dass starker Kaffeekonsum chronische Kopfschmerzen in gelegentliche umwandelt. Als Ursache nehmen sie dafür die schmerzlindernden Eigenschaften des Koffeins an.

Quelle: Ärzte-Zeitung vom 1.7.2009



Mit Yoga gegen Migräne

Migräneanfälle lassen sich auch mit Yoga lindern, wie eine indische Studie belegt. Alle 72 Teilnehmer litten an einer Migräne ohne Aura, die Hälfte praktizierte drei Monate lang Yoga. Der Erfolg der Yoga-Therapie war deutlich: Die Kopfwehattacken gingen eindeutig zurück, ebenso Schmerzintensität, Depressivität und Angst. Zudem nahmen die „Yogis“ weniger Schmerzmittel ein als Patienten, die sich nicht bewegten.

Quelle: Chandra M. Sharma et al: Effectiveness of Yoga Therapy in the Treatment of Migraine without Aura: A randimized controlled trial. Headache 47 (5): 654 – 661, 2007



Rückenschmerzen: Schmerzfrei ohne Operation – geht das?

Der gesamte Körper ist überwiegend Belastungen ausgesetzt, die bei Überanstrengung, Fehlhaltungen sowie falschem sportlichen Einsatz Schmerzen verursachen können. Schmerzen, die nicht immer sofort eindeutig zugeordnet werden können. Muskelblockaden und Fehlsteuerungen sind dabei oft die Schmerzauslöser, die dann in unterschiedlichen Krankheitsbildern auftauchen. Das Schmerzspektrum geht vom klassischen Bandscheibenvorfall, Ischiasbeschwerden, Hexenschuss, Hüftbeinverschiebungen bis hin zu Beschwerden, die nicht direkt mit dem Bewegungsapparat in Verbindung gebracht werden. Zum Beispiel Kopfschmerzen sowie psychische Probleme, können durch Muskelblockaden verstärkt oder ausgelöst werden, da das gesamte Nervensystem, die Blutversorgung, der Energiefluss und die Sauerstoffversorgung durch Blockaden beeinflusst werden.

Auf eine Hüftbeinverschiebung zum Beispiel folgt fast immer eine Fehlstellung des Kreuzbeines, wodurch der sichere Halt des gesamten Skelettes in Frage gestellt wird, da schon am fünften Lendenwirbel der schädliche Einfluss auf die gesamte Wirbelsäule entsteht. Oft tritt das ein, was erst harmlos erscheint und deshalb übersehen wird und unbehandelt bleibt – eine einseitige Beinverkürzung, die sich sowohl negativ auf die Wirbelsäule als auch auf die Beweglichkeit der Beine und Füße auswirkt.

Oft sind Operationen bei einen Teil der Beschwerden der letzte Ausweg für die geplagten Patienten. Mit der muskulären Tiefenmassage (MTM) schaffen es viele schmerzgeplagte Patienten ihre ursprüngliche Lebensqualität wiederzuerlangen und Operationen zu vermeiden.

„Das Geheimnis liegt darin, dass die Muskulatur nicht nur oberflächlich, sondern hauptsächlich in der Tiefe behandelt wird. Das bedeutet, dass entgegen der bisherigen Lehrmeinung einzelne Muskelgruppen mit einer speziellen Technik so behandelt werden, dass sehr tief liegende Blockaden aufgelöst und damit Verspannungen sowie daraus resultierende Muskelverkürzungen und statische Veränderungen am Skelett aufgelöst werden. Das Skelettsystem, kann nach Herstellung einer weichen Muskulatur, wieder in seine anatomisch richtige Stellung zurück kehren“, erklärt Werner Bergmüller, der die MTM in seiner Praxis für physikalische Therapie in Rosenheim anwendet.

In seinem Opens external link in new windowBuch „Schmerz laß nach“ beschreibt Bergmüller praxisorientiert das speziell entwickelte Trainingsprogramm von sieben bis acht Minuten täglich. Die Übungen für die Muskulatur und die Gelenke, versetzen den Patienten in die Lage, eine leistungsfähige Grundmuskulatur (ohne zusätzliche Geräte) aufzubauen. Die Vorraussetzung für den anatomisch richtigen Gebrauch des eigenen Körpers für das tägliche ganzheitliche Wohlbefinden.

Das Buch „Schmerz laß nach!“ (ISBN 3-8311-3137-6) ist für 15,30 Euro zzgl. Versandkosten über die Web-Adresse www.ohne-schmerzen-leben.de im Internet zu bestellen.



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Rückenschmerzen: Hausärzten und Orthopäden sollten mehr miteinander reden

Was viele Patienten täglich erfahren ist nun amtlich: Ärzte tauschen sich untereinander kaum aus, um die Therapie für ihre Patienten zu verbessern.

RückenschmerzenRückenschmerzen sind der Grund für ein Drittel aller Überweisungen vom Hausarzt an Orthopäden. Doch nach der Überweisung herrscht Stille. Die Kommunikation zwischen Hausärzten und Orthopäden lässt einer Studie von Göttinger Forschern zufolge sehr zu wünschen übrig: Nur selten machten die Hausärzte auf dem Überweisungsformular konkrete Angaben oder gaben Arbeitsaufträge, und nur in einem Drittel der Fälle kam vom Orthopäden ein Befundbrief zurück.

Die Göttinger Forscher um Privatdozent Dr. Jean-Francois Chenot analysierten die Überweisungen eines Quartals von zwölf Hausarztpraxen. Ein Drittel der Überweisungen ging zum Orthopäden, wobei in zwei Dritteln dieser Fälle der Wunsch vom Patienten ausging - ein möglicher Grund dafür, dass nur in den seltensten Fällen konkrete Angaben oder Arbeitsaufträge auf dem Überweisungsformular notiert wurden. Ein weiterer Grund könnte die Gestaltung des Formulars sein, die nur sehr wenig Raum für Erläuterungen bietet. In ihrer Selbsteinschätzung, die mittels Fragebögen abgefragt wurde, schätzten die Hausärzte ihre eigenen Angaben allerdings viel ausführlicher ein.

Auch in die andere Richtung sah es mit der Kommunikation nicht gut aus: Trotz Berichtspflicht erhielten die Hausärzte nur in einem Drittel aller Fälle später einen Bericht des Orthopäden. Nur selten machten die Fachärzte Angaben zum Befund. Therapieempfehlungen fanden sich häufiger.

Besonders bedenklich stimmt die Autoren der Studie, dass Begleiterkrankungen und psychologische Faktoren kaum Eingang in die Korrespondenz zwischen den Ärzten finden, denn gerade diese Faktoren sind für die Prognose und für den Behandlungsplan von großer Bedeutung.

Quelle: Der Schmerz 23 (2): 173-179, 2009.


Ständig Bauchschmerzen? Entspannen und Reden hilft

Freiburger Kinder- und Jugendmediziner entwickeln standardisiertes Interventionsprogramm

Jungen Patienten mit wiederkehrenden Bauchschmerzen kann mit einem standardisierten Interventionsprogramm schnell und ökonomisch geholfen werden. Bereits nach fünf Behandlungs-/Unterrichtseinheiten nahm die Intensität der Bauchschmerzen deutlich ab und die Schulfehltage konnten auf Null reduziert werden.

BauchschmerzenBis zu 25 Prozent aller Schulkinder leiden unter wiederkehrenden Bauchschmerzen, der Altersgipfel liegt im 11. und 12. Lebensjahr. Organische Ursachen für die Beschwerden lassen sich nur selten finden. Das macht die Behandlung schwer und führt zu vermehrten Arztbesuchen besorgter Eltern und ihrer Kinder. "Die betroffenen Kinder haben eine erhöhte Schmerzsensitivität und eine gewisse Erwartungsangst. Eltern wiederum begegnen ihren Kindern mit besonderer emotionaler Zuwendung bei Schmerzen und raten in solchen Situationen oft zu einem Schonverhalten", erläuterte Diplom- Psychologin Isolde Krug vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Freiburg beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) in Hamburg.

Kurzzeitintervention beinhaltet fünf Sitzungen

Die Freiburger Experten haben eine kindgerechte, standardisierte Kurzzeitintervention entwickelt, die sich an 6- bis 13-jährige Kinder wendet, die seit mindestens einem Monat unter Bauchschmerzen leiden. Das Programm beinhaltet fünf Sitzungen: Der erste Termin ist für die Eltern; hier werden sie über Schmerzen und sinnvolle Coping-Strategien unterrichtet. Die Sitzungen zwei bis vier sind für die jungen Patienten gedacht. Hier sollen sie Entspannungsverfahren, kognitive Techniken und Problemlösungsstrategien sowie Möglichkeiten zu einem besseren Stressmanagement erlernen. Auch führen sie ein Schmerztagebuch, in dem sie ihre Gefühle im Zusammenhang mit den Bauchschmerzen notieren. Die fünfte Sitzung findet gemeinsam mit den Eltern statt; der Patient erhält eine Urkunde und ein kleines Geschenk für die Teilnahme.

In einer ersten Analyse wurden die Ergebnisse von 12 im Schnitt elfjährigen Kindern ausgewertet. Über 90 Prozent von ihnen gaben nach Abschluss der Einheit an, dank Verhaltenstraining, Atemübungen und Entspannungsverfahren besser mit den Schmerzen umgehen zu können. Im Follow up bestätigten die Eltern von 11 Kindern die Einschätzungen ihrer Sprösslinge: Acht Wochen nach der Intervention sagten 90 Prozent von ihnen, dass das Programm etwas (18 Prozent) oder sehr (72 Prozent) geholfen hat. Die Schmerzintensität war reduziert, ebenso Dauer und Häufigkeit von Schmerzepisoden. Arztkonsultationen und die Einnahme von Analgetika nahmen deutlich ab, Schulfehltage gab es wegen der Bauchschmerzen gar nicht mehr.

Noch in diesem Jahr wollen die Freiburger Kinder- und Jugendmediziner das standardisierte Programm als Manual herausgeben.

Quelle: Ärzte Zeitung vom 15.04.2009



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Ab 10 Gramm gibt es Paracetamol nur noch auf Rezept

Sind in einer Packung mehr als 10 Gramm des Schmerzmittels Paracetamol enthalten, gibt es das Medikament nur noch auf Rezept. Diese Regelung gilt ab 1. April 2009. Zäpfchen sind davon nicht betroffen. Der Grund: Ab einer einmaligen Dosierung von mehr als 6 Gramm können Leberschäden auftreten. Bei Kindern gelten schon geringere Mengen als gefährlich.

Paracetamol gehört zu den Wirkstoffen mit geringer schmerzlindernder Wirkung. „Benötigt ein Patienten mehr als 3 x 2 Tabletten à 500 Milligramm pro Tag, um seine Beschwerden zu lindern, sollten stärker wirksame Substanzen zum Einsatz kommen“ rät Dr. Dietmar Krause, Leiter der Schmerzsektion im Deutschen Grünen Kreuz e. V. in Marburg. Sinnvoll kann hier auch der Einsatz von Kombinationspräparaten mit Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein sein. Durch die Kombinierung verschiedener Wirkansätze ist die Dosis der Einzelsubstanzen geringer als in einem Monopräparat. Die Wirkung setzt jedoch laut Studienlage schneller ein und ist stärker. Eine unbeabsichtige Überdosierung ist aus diesem Grund auch sehr viel unwahrscheinlicher als bei Paracetamol-Monopräparaten. Reicht die schmerzlindernde Wirkung trotzdem nicht aus, halten die Beschwerden an oder werden gar stärker, sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden.


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Bundesamt warnt vor Schmerzmittel Fortodol - schwere Leberschäden

Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat vor der Einnahme des Schmerzmittels Fortodol gewarnt. Beim Verzehr des Präparats bestehe die Gefahr schwerer Leberschäden, teilte das Amt mit.

In Norwegen und Schweden sei nach aktuellem Stand bereits eine Person an den Folgen der Fortodol-Einnahme gestorben, acht weitere seien erkrankt. Das Präparat enthalte laut einer schwedischen Analyse die in Europa nicht zugelassene Substanz Nimesulid.

Die Kapseln werden im Internet als kräuterbasierte Mittel gegen Arthritis, Rücken-, Zahnschmerzen oder Migräne angeboten. In England werde das Produkt auch unter dem Namen Miradin vertrieben, in Schweden sei es im Februar bereits vom Markt genommen worden.

Informationen im Internet beim Bundesamt für Verbraucherschutz www.bvl.bund.de


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Röntgen bei Kreuzschmerz meist unnötig
Neue Meta-Analyse: Bildgebung bei unspezifischen LWS-Schmerzen bringt keine besseren Therapie-Erfolge

Röntgen, Computertomographie (CT) oder gar MRT - bei unspezifischen Kreuzschmerzen sind solche Maßnahmen meist überflüssig, bestätigt jetzt eine Meta-Analyse. Denn die bildgebende Diagnostik führt zu keinem besseren Therapieerfolg.

Ärzte kennen das Problem: Patienten mit banalen, unspezifischen Schmerzen im Lendenwirbelsäulen (LWS)-Bereich lassen sich oft nicht mit guten Ratschlägen wie mehr Bewegung oder Empfehlungen zur Rückengymnastik zufrieden stellen und fordern nicht selten bildgebende Untersuchungen. Diese sind nach Daten einer neuen Meta-Analyse bestenfalls überflüssig, im schlimmsten Fall können sie sogar schaden, indem sie einerseits die Ängste bei harmlosen, physiologischen Befunden weiter schüren und damit die Selbstheilung behindern. Andererseits würden die Patienten einer unnötigen Strahlenbelastung ausgesetzt, so Professor Michael M. Kochen von der Universität Göttingen in einem Kommentar zu der in der Fachzeitschirft "Lancet" publizierten Analyse.

Für die Analyse hatten Ärzte aus Portland in den USA sechs Studien mit insgesamt 1800 Patienten mit unspezifischen LWS-Schmerzen ausgewertet und geschaut, ob es beim Therapieerfolg Unterschiede bei Patienten mit oder ohne bildgebende Diagnostik gab. Bei Patienten mit CT, MRT und Röntgen ließen sich die Schmerzen jedoch genauso gut oder schlecht lindern wie bei Patienten ohne Bildgebung vor der Therapie, auch bei der Lebensqualität und der psychischen Verfassung gab es keine signifikanten Unterschiede, weder kurzfristig nach drei Monaten, noch langfristig nach sechs bis zwölf Monaten.

Nach in Deutschland empfohlenen Behandlungsleitlinien sollte bei bewegungsabhängigen Rückenschmerzen ohne neurologische Ausfälle wie Lähmungen erst einmal ein Monat lang mit Schmerzmitteln und Physiotherapie behandelt werden. Erst wenn das nicht hilft, sind bildgebende Verfahren zu erwägen.

Quellen: Ärzte Zeitung, 10.02.2009, Chou, R. et al.: Imaging strategies for low-back pain: systematic review and meta-analysis, The Lancet 373, 463-472, 2009


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Bestätigt: Benfotiamin lindert Nervenschmerz

Die Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin kann die Symptome der diabetischen Polyneuropathie deutlich lindern. Besonders die Schmerzen werden gemindert. Das hat kürzlich erneut eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie eines Forscherteams um Professor Hilmar Stracke von der Uniklinik Gießen und Marburg belegt. Die Erfolge stiegen mit der Dosis (bis zu 600 mg täglich) und der Dauer der Therapie. Der größte Einfluss zeigte sich beim Syptom Schmerz, der deutlich verringert wurde.

Quelle: www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/eced/doi/10.1055/s-2008-1065351


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Opioide aus Leukozyten gegen Neuropathie

Weiße Blutkörperchen produzieren körpereigene Opioide, die auch gegen neuropathische Schmerzen helfen können, haben Forscher der Charité Berlin herausgefunden. Dazu hatten sie bei Mäusen mit Hilfe eines Fadens am Ischiasnerv künstlich neuropathische Schmerzen induziert, teilt die Charité mit.

An der verletzten Stelle sammelten sich Leukozyten, von denen bis zu 40 Prozent Opioide enthielten. Durch ein Peptid (CRF, Corticotropin-Releasing Faktor) konnte die Ausschüttung der körpereigenen Opioide stimuliert werden. In einem Test zeigten diese Mäuse keine neuropathische Schmerzen mehr.

Quelle: Ärzte Zeitung, 19.01.2009


Kopfschmerz-Studie sucht Teilnehmer

Die Hochschule Bremen hat in Zusammenarbeit mit der Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Hall in Tirol ein System zur Diagnose von Kopfschmerzen entwickelt und führt damit eine Studie durch.

Als Studienteilnehmer sind alle Volljährigen aus dem deutschsprachigen Raum willkommen, die zumindest gelegentlich unter Kopfschmerzen leiden und die für diese Kopfschmerzen noch keine ärztliche Diagnose erhalten haben.

"Teilnehmer an dieser Studie suchen unter Anleitung nach Informationen zu Ihren Kopfschmerzen, die für sie den größten Leidensdruck bedeuten, und geben anschließend eine durch sie gestellte Diagnose in das System ein. Danach konsultieren sie einen Arzt ihres Vertrauens und erhalten eine ärztliche Diagnose. Diese wird ebenfalls in das System eingegeben", erläutert der Studienleiter Wilfried Honekamp den Ablauf der Studie. "Aus dem Vergleich dieser beiden Diagnosen lassen sich Rückschlüsse über die Qualität der Information gewinnen", so Honekamp.

Weitere Infos und die Teilnahmeregistrierung finden Interessierte unter der externen Webseite: Opens external link in new windowhttp://www.kopfschmerzlotse.de


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Foto: © fotolia

Winterschwimmen lindert Schmerzen
Kälte fördert die Ausschüttung von Noradrenalin

(sra) Wenn sich die Wassertemperatur dem Gefrierpunkt nähert, kommen Winterschwimmer langsam auf ihre Kosten. Ein Bad in dem eiskalten Nass ist für die Fans nicht nur eine Lebenseinstellung, sondern soll auch die Gesundheit fördern.

Kälte hat einen Schmerz lindernden und Entzündung hemmenden Effekt – so viel ist bekannt. Diesem Effekt wollten nun finnische Wissenschaftler auf den Grund gehen. Sie untersuchten, ob das regelmäßige Winterschwimmen oder der Aufenthalt in einer Kryokammer mit einer Lufttemperatur von minus 110 Grad Celsius einen Einfluss auf die Hormonausschüttung von gesunden, jungen Frauen hat.

An der Studie nahmen 20 Frauen teil. Zehn Frauen gingen innerhalb von zwölf Wochen jeweils drei Mal pro Woche für 20 Sekunden in das null bis zwei Grad Celsius kalte Wasser. Die übrigen zehn Frauen hielten sich in dieser Zeit für zwei Minuten in der Kryokammer auf. Die Blutwerte wurden sowohl an Tagen ohne Kältebehandlung, als auch an Tagen mit Kältebehandlung ermittelt, und zwar vor der Kälteexposition, sowie 5 Minuten und 35 Minuten danach.

In beiden Gruppen fiel auf, dass der Neurotransmitter Noradrenalin durch den Kälteeinfluss über die gesamte Versuchsdauer im Blut erhöht war. Die finnischen Wissenschaftler glauben, dass Noradrenalin eine Rolle bei der Schmerzlinderung spielen könnte. Hierzu sind
aber noch weitere Studien notwendig. Sowohl das Winterschwimmen als auch der Aufenthalt im Kälteraum können Schmerzen lindern.

Quelle:
J. Leppäluoto et al.: Effects of long-term whole-body cold exposures on plasma concentrations of ACTH, beta-endorphin, cortisol, catecholamines and cytokines in healthy females. Scand. J. lin. Lab. Invest. 68: 145-153, 2008


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Nordic Walking: Die ideale Vorbereitung für den Wintersport

Das flotte Gehen mit den Stöcken ist ein ideales Training mit hohem Fitnessfaktor. Während die Beine walken, wird der Oberkörper mit Skilanglauftechnik getrimmt. Wintersport-Profis schwören auf Nordic Walking. „Gerade jetzt in der noch schneefreien Zeit, kann man sich damit ideal auf den Wintersport vorbereiten“, sagt Dr. Dietmar Krause, Sportpädagoge beim Deutschen Grünen Kreuz. Doch nicht nur Wintersportbegeisterte profitieren von den Vorteilen: Besonders empfehlenswert ist Nordic Walking auch bei Rücken- und Gelenkproblemen. Denn durch das Abstützen auf den speziellen Stöcken werden die Wirbelsäule sowie Knie- und Fußgelenke entlastet. Beim sanften Ganzkörpertraining wird die Belastung gleichmäßig auf den gesamten Körper verteilt, da die Bauch-, Brust- und Armmuskulatur stärker als beim "normalen" Walking eingesetzt wird. Gleichzeitig werden Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur vermieden und bestehende sogar gelockert.

"Vor Beginn des Trainings sollte man das Aufwaärmen nicht vergessen. Danach ist die richtige Technik beim Sport für das Vermeiden von Muskelkater oder anderen Sportverletzungen wichtig", so der Sportexperte. Die richtige Technik lernt sich am besten von einem geübten Trainer. Umfangreiche Trainingsangebote gibt es oft in Sportvereinen. Wer sich eine Sportart selbst beibringen möchte, kann dies ebenfalls tun. Aber auch bei so einfach wirkenden Aktivitäten wie Nordic Walking ist es ratsam, wenigstens ein Buch mit Tipps und Tricks vom Profi in Anspruch zu nehmen.

Ein Handbuch für Nordic Walking inklusive DVD (Originalpreis 15,90 €) mit einem persönlichen Trainingsplan, geschrieben von dem Weltklasse-Langstreckler Stéphane Franke aus Berlin, gibt es jetzt gegen Einsendung von 10 Briefmarken à 0,55 Euro beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Nordic Walking, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.


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Funktionstraining ist auch dauerhaft verordnungsfähig 

Die Rahmenvereinbarung zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern, die das Funktionstraining auf zwölf oder 24 Monate beschränkt, ist nicht verbindlich, urteilte kürzlich das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Das "Funktionstraining in Gruppen unter fachkundiger Anleitung und Überwachung" verbindet Elemente von Krankengymnastik und Ergotherapie.

Es steht Behinderten und chronisch Kranken auf ärztliche Verordnung gesetzlich zu, um beeinträchtigte Körperfunktionen zu verbessern oder ihren Verlust hinauszuzögern. Eine Rahmenvereinbarung zwischen den Krankenkassen und Leistungserbringern beschränkt die Kostenübernahme der Kassen aber auf in der Regel zwölf Monate, bei bestimmten chronischen Krankheiten, etwa schweres Rheuma oder Osteoporose, auf 24 Monate.

Im konkreten Fall hatte die Barmer Ersatzkasse einer Frau aus Rheinland-Pfalz sogar elf Jahre lang das Funktionstraining gezahlt, ehe sie unter Hinweis auf die Rahmenvereinbarung die Leistung nicht mehr gewährte. Doch Krankenkassen und Leistungserbringer haben nicht die Kompetenz, gesetzliche Kassenleistungen zu begrenzen, urteilte das BSG. Dies stehe allein dem Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen zu.

Quelle: Urteil des Bundessozialgerichts, Az: B 1 KR 32/07 R


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Op verstärkt bei Frühgeborenen Schmerzempfinden

Operationen bei Frühchen und Neugeborenen können das spätere Schmerzempfinden verstärken. Das erläuterte Dr. Suellen Walker vom University College London auf der Jahrestagung der Föderation der Europäischen Neurowissenschaftlichen Gesellschaften in Genf.

Demnach kann sich die Aktivität des Nervensystems verändern, wenn es in diesem Alter zu Schmerzen oder Verletzungen kommt. Die Forscher hatten 43 Kinder im Alter von elf Jahren untersucht, die in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen waren.

Verglichen wurden die Schmerzreaktionen der Kinder mit Reaktionen von Gleichaltrigen, die nicht zu früh geboren wurden und bei denen keine medizinischen Prozeduren erforderlich waren.

Quelle: dpa, 14.7.08


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Schmerzhafte Sparmaßnahmen

Wenn bei stark wirksamen Opioiden statt der Originalpräparate Generika zum Einsatz kommen - wie dies gemäß den neuen Bestimmungen vom 1. April vorgesehen ist - führt dies bei den umgestellten Patienten oft zu einer größeren Schmerzintensität und geringerer Lebensqualität. Betäubungsmittelexperten fordern, Opioide von der Austauschpflicht auszunehmen.

Seit Inkrafttreten des neuen Rahmenvertrages über die Arzneimittelversorgung am 1. April 2008 sind auch Betäubungsmittel dem geänderten Rahmenvertrag zur Arzneimittelversorgung unterworfen - der Apotheker soll statt der Originalpräparate günstigere Fertigarzneimittel abgeben, für die ein Rabattvertrag besteht und die in Wirkstärke und Packungsgröße übereinstimmen sowie in der Darreichungsform gleich oder austauschbar sind.

Doch speziell für Opioide fordern Experten nun eine Ausnahme: Opioide zur Therapie starker Schmerzen dürfen nicht einer Austauschpflicht durch den Apotheker infolge von Rabatterträgen zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern unterliegen. Selbst bei gleicher Substanz und Substanzmenge unterschiedlicher Präparate bestehen für den Patienten spürbare Unterschiede. Die Experten weisen zudem darauf hin, dass die Haftung stets beim Arzt verbleibt - auch wenn der Apotheker ein Produkt ausgibt, dass dem Arzt nicht bekannt ist.

Auch eine Befragung über das Institut für Qualitätssicherung in Schmerztherapie und Palliativmedizin ergab, dass von den 424 Patienten, die in ihrem Fragebogen auf die Umstellung von stark wirksamen Opioid-Analgetika eingingen, bei den Allermeisten der Wechsel zu einer Verschlechterung führte: 86 Prozent gaben an, dass sich mit den Generika ihr Zustand verschlechterte und 65 Prozent berichteten, dass sich ihre Lebensqualität vermindert hätte.

Quelle: Medical Tribune vom 14.5.2008


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Kindern mit Behinderung fehlt oft Schmerztherapie
Experte fordert fachübergreifende Behandlung

Etwa drei Viertel der mehrfach behinderten Kinder haben chronische Schmerzen, die den Alltag stark beeinträchtigen. Da sich viele nicht mitteilen können, sind Ärzte bei der Suche nach den Schmerzursachen häufig auf die Angaben vor allem der Eltern angewiesen. 

Manchmal helfe auch die Mimik der Kinder weiter, so die Erfahrung von Privatdozent Boris Zernikow von der Universität Witten/Herdecke. "Wir müssen die Kinder verstehen lernen, denn je behinderter ein Mensch ist, desto komplizierter ist die Kommunikation", berichtete Zernikow bei der Jahrestagung der Stiftung Leben pur in München.

Chronische Schmerzen sollten bei mehrfach behinderten Kindern als "ein Element eines funktionsgestörten Systems" mit vielfältigen Komorbiditäten wahrgenommen werden. So haben etwa 60 Prozent der Kinder mit schwerer Zerebralparese bis zum achten Lebensjahr bereits mindestens einen orthopädischen Eingriff hinter sich, erläuterte Zernikow. Häufige Ursachen von chronischen Schmerzen seien auch zahnärztliche oder neurochirurgische Eingriffe.

Auch gebe es oft muskuläre Knochenschmerzen aufgrund von Spastiken, Kontrakturen oder Hüftluxationen sowie pathologische Frakturen, Fehllagerungen oder falsche Hilfsmittel. "Oft können viele Faktoren beteiligt sein, und man braucht einen multimodalen Ansatz", so Zernikow, Leiter des Vodafone Stiftungsinstituts für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin.

Mehrfach behinderte Kinder seien schmerztherapeutisch vielfach nicht ausreichend versorgt. "Je schwerer die Behinderung, desto geringer die Versorgung mit Opioiden", sagte Zernikow. Diese Beobachtung werde auch von Eltern bestätigt, deren Kinder gestorben sind. Viele Eltern berichteten, dass ihre mehrfach behinderten Kinder am Ende des Lebens nur unzureichend mit Schmerzmitteln versorgt waren.

Quelle: Ärzte Zeitung, 08.05.2008


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