Arthroskopie ist oft überflüssig
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Arthroskopie, Gelenk, Knie, Kniegelenksarthrose
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29.4.2017 : 7:21

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Arthroskopie oft überflüssig

Fragwürdige Knie-Operation
Bewegung genauso wirksam wie Schlüsselloch-Chirurgie

Die Praxis ist weit verbreitet: Schmerzt das verschlissene Knie, spülen Ärzte das Gelenk und entfernen Entzündungen. Doch der minimal-invasive Eingriff ist bei einer Arthrose überflüssig: Mit Krankengymnastik geht es den Betroffenen offenbar genauso gut, wie kanadische Ärzte jetzt im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" berichten.

Mindestens jeder Dritte über 60-Jährige kennt die Probleme, die eine Arthrose im Knie mit sich bringt: Das Gelenk fühlt sich steif an, Bewegungen werden immer schwerfälliger. Bald tut jeder Schritt weh. Nicht selten raten Ärzte in so einem Fall zu der beschriebenen Arthroskopie mit dem langen dünnen Stab, über den ein Chirurg überflüssige Knochenteile entfernen und den Gelenkerguss absaugen kann. Ob das jedoch sinnvoll ist, bezweifeln Wissenschaftler schon länger. Mehrere Studien haben in den vergangenen Jahren bereits Hinweise daraufgeliefert, dass diese Therapie für die Kniegelenksarthrose wissenschaftlich fragwürdig ist. Nun hat das kanadische Ärzteteam unter der Leitung von Peter Fowler von der University of Western Ontario in London (Provinz Ontario) diese Fragestellung genauer untersucht.

Gelenkspülung und Lebensqualität

Die Mediziner teilten 172 Patienten mit Arthrose im Kniegelenk in zwei Gruppen ein. 86 von ihnen erhielten ausschließlich Schmerzmittel und eine gezielte Physiotherapie. Die andere Hälfte wurde zusätzlich minimal-invasiv operiert: Die Ärzte spülten das Gelenk und entfernten entzündetes Gewebe. Zwei Jahre später befragten und untersuchten sie ihre Patienten erneut: Die Betroffenen machten Angaben zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und allgemein zur Lebensqualität. Bei der Bewertung der Therapie gab es zwischen der Studien- und der Kontrollgruppe keine Unterschiede. Die Patienten, die zusätzlich zur Schmerz- und Physiotherapie operiert wurden, hatten keinen Vorteil gegenüber den übrigen Probanden. Die Autoren fordern nun, die weit verbreitete Therapie noch häufiger in Frage zu stellen.

Quelle: Spiegel-online, 11.9.2008


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