Forum Schmerz - Chronischer Schmerz und Religiosität
Informationen zu:
Schmerz, Religion
Sie sind hier: Home / Aktuelles / Topnews Archiv  / News A bis E / Chronischer Schmerz und Religiosität
14.12.2017 : 3:43

Handbuch der Impfpraxis

Einmalige Zusammenstellung aktueller Daten zu allen durch Impfung verhütbaren Krankheiten – von A wie Anthrax (Milzbrabd) bis Z wie Zoster (Gürtelrose), ca. 700 Seiten. Vorträge einfach und schnell gestalten mit beiliegender CD-Rom. Mehr

         Anzeige
 

Neue Beiträge im Forum



Anzeige

Chronischer Schmerz und Religiosität

Auf Gott vertrauen oder grübeln und hadern

Ein starker Glaube kann eine Hilfe sein für Patienten, die mit chronischen Schmerzen leben müssen. Er kann aber auch gegenteilige Wirkung haben, wenn die Betroffenen im Glauben nicht Zuversicht finden, sondern sich hilflos fühlen und mit Gott hadern.

Glaube gewinnt in Krisen an Bedeutung

Patienten, die Schmerz verarbeiten müssen (Coping), ziehen dabei auch ihren religiösen Glauben heran: In Krisenzeiten gewinnt der Glaube sogar an Bedeutung. Untersuchungen von Religionspsychologen der Universität Trier ergaben, dass religiöses Coping umso bedeutsamer für einen Patienten ist, je mehr der eigene Glaube im Leben eine Rolle spielt. Das klingt einleuchtend und einfach, es gilt aber zu differenzieren: "Wir müssen zwei Formen religiösen Copings unterscheiden: die religiöse Sicherheit auf der einen Seite und das religiöse Ringen mit dem Glauben und einem Gott auf der anderen Seite", so Dipl.-Psych. Claudia Appel. Mit der Bedeutsamkeit des Glaubens steigen nicht nur vertrauensvolle religiöse Aktivitäten (= positives religiöses Coping) an, sondern auch hadernde Aktivitäten (= negatives religiöses Coping). "Beide Formen der Krankheitsverarbeitung werden je nach Stärke des eigenen Glaubens unterschiedlich verwendet, schließen einander jedoch nicht aus", sagte Claudia Appel, "und können durchaus einen Einfluss auf das Schmerzerleben haben." Schädliche Aspekte stellten sich den Daten der Trierer Forscher zufolge sogar als durchschlagender heraus als hilfreiche.

Helfende sollten bei Glaubensinhalten genau hinhören

Es geht bei der Schmerzverarbeitung unter anderem darum, Patienten bei Glaubenskonflikten hilfreich zur Seite zu stehen, um eine Überwindung des ständigen Haderns und Grübelns zu ermöglichen. Sinnvolle Hilfsmaßnahme könnte z. B. bei christlichen Patienten der Rückgriff auf bestimmte Bibelstellen sein, aber auch die Besprechung von Glaubensinhalten im Rahmen einer sonst eher säkularen Psychotherapie. "Helfende Personen in der Praxis sollten sich vor Augen halten, dass ebenso wie viele andere Aspekte auch Glaubensaspekte Einfluss auf das Schmerzerleben eines Patienten haben können", so Appel. 

Quelle: DGSS, 25.10.2007