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Diese halbseitigen, heftigen Kopfschmerzen werden von Augenrötungen, Tränenfluss, einseitigem Nasenrinnen oder einem geschwollenem Augenlid begleitet. Einzelne Attacken dauern zwischen 30 und 120 Minuten. Sie treten häufig ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden auf. Im Gegensatz zur Migräne empfinden Patienten mit Clusterkopfschmerzen während der Schmerzattacken einen ausgeprägten Bewegungsdrang oder schaukeln mit dem Oberkörper. Unter Cluster-Kopfschmerzen leiden in Deutschland etwa 40.000 bis 80.000 Menschen, überwiegend Männer zwischen 30 und 50 Jahren. Der Name deutet an, dass sich die typischen Anfälle zu bestimmten Zeiten häufen, ein bis achtmal täglich auftreten und von symptomfreien Intervallen unterbrochen werden.
Auf Grund der kurzen, aber heftigen Attacken ist im Akutfall jegliche Medikation in Tablettenform nicht schnell genug wirksam. Mittel der ersten Wahl ist deshalb die Injektion eines Triptans. In vielen Fällen hilft auch die Inhalation von mehr als acht Litern hundertprozentigem Sauerstoff pro Minute für maximal 20 Minuten. Ebenfalls wirksam ist das tröpfchenweise Einträufeln von 4-prozentiger Lidocainlösung in das Nasenloch der Kopfschmerzseite. Sauerstoff und Tropfen helfen leider nur einem Teil der Patienten und auch nicht konstant gut. Trotzdem sollte jeder Cluster-Kopfschmerzpatient einmal im Leben diese Therapien ausprobiert haben, da bei Wirksamkeit systemische Nebenwirkungen vermieden werden.
Wegen der häufigen und starken Schmerzen hat bei Clusterkopfschmerzen die medikamentöse Anfallprophylaxe besondere Bedeutung. Zum Einsatz kommen der Kalziumkanalblocker Verapamil, der Serotoninantagonist Methysergid oder das Kortison Prednisolon. Gute Ergebnisse werden auch von dem erst kürzlich für die Migräneprophylaxe zugelassenen Wirkstoff Topiramat erwartet.


