Forum-Schmerz - Durchbruchschmerzen: Blitzartig, stark und unerträglich
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12.3.2010 : 3:30

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Durchbruchschmerzen: Blitzartig, stark und unerträglich

Durchbruchschmerzen: Blitzartig, stark und unerträglich Durchbruchschmerzen kommen meistens unerwartet und sind kaum erträglich: Unbehandelt machen sie das Leben des Patienten zur Qual. Für die meisten Betroffenen ist die Grunderkrankung, häufig Krebs oder Rheuma, trotz Schmerztherapie schon belastend genug. Wenn dann immer wieder Schmerzspitzen auftreten, bricht die eigene Durchhaltekraft zusammen.

Schmerzen, die eine Basisschmerztherapie durchbrechen, bezeichnen Fachleute als Durchbruchschmerzen. Eine falsche Bewegung, eine unvorhergesehene Beanspruchung oder psychische Belastungen können die Beschwerden auslösen, oft tauchen sie auch aus heiterem Himmel auf. Mehrmals am Tag können diese Schmerzen auftreten und halten dann durchschnittlich 30 bis 40 Minuten an. Allerdings kann sich die Dauer des Durchbruchschmerzes von Patient zu Patient unterscheiden.

Im Gegensatz zur Dauermedikation, die den chronischen Schmerz unterdrückt oder zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert, sprechen Fachleute bei der Bekämpfung von starken und plötzlich einsetzenden Durchbruchschmerzen von einer Bedarfsmedikation.

Anders als chronische Schmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden, dessen Wirkung langsam eintritt und lange anhält, erfordern Durchbruchschmerzen einen raschen Wirkeintritt des verabreichten Medikamentes . Sehr effektiv gelingt dies über die Mundschleimhaut, weil sie sehr dünn und gut durchblutet ist. Aus diesem Grund entwickelten Forscher einen Kunststoffstab, der an einem Ende von einer Schicht umhüllt ist, die den hochwirksamen schmerzlindernden Wirkstoff Fentanyl enthält. Sobald der Patient den Schmerz spürt, kann er den Fentanyl-Stick an der Mundschleimhaut reiben. Dadurch löst sich die Schicht mit dem Fentanyl auf und der Wirkstoff gelangt über die Schleimhaut direkt ins Blut. Die Wirkung tritt innerhalb weniger Minuten ein und hält zwei bis drei Stunden an. In den meisten Fällen sind die Schmerzspitzen dann abgeklungen. Die Schmerzlinderung tritt auf diese Weise sehr viel schneller ein als nach der Einnahme von Tabletten oder Tropfen.

Für den Patienten bietet der Stick Vorteile: Die Anwendung kann auch zu Hause erfolgen und die Behandlung der Schmerzen kann sofort eingeleitet werden, ohne dass erst ein Arzt aufgesucht werden muss. Ein deutlicher Zugewinn an Lebensqualität, der gerade in einer belastenden Krankheitssituation wichtig und hilfreich ist.

Ignoriert werden darf die Behandlung von Durchbruchschmerzen keinesfalls. Versucht man, den Schmerz ohne zusätzliche Hilfe auszuhalten, bringt das immer die Gefahr mit sich, dass sich der Schmerz verselbständigt, noch stärker wird und sich ein Schmerzgedächtnis entwickelt. Der Arzt muss also auf jeden Fall erfahren, wenn es trotz der Einnahme von Medikamenten noch zu Schmerzattacken kommt.