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25.3.2017 : 16:44

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In Deutschland gibt es viel mehr Arthrose-Kranke als vermutet

Offenbar gibt es in Deutschland viel mehr Arthrose-Kranke als bislang angenommen worden ist. Werden Daten einer Befragung von 5.000 Bürgern aus Herne hochgerechnet, dann haben 8,5 Millionen Erwachsene in der Bundesrepublik eine Arthrose. Bislang wurde von etwa fünf Millionen ausgegangen. Ausführliche Informationen zu Ursachen, Diagnose und Therapie von Arthrose finden Sie hier...

arthroseEin weiteres Ergebnis der epidemiologischen Herner Arthrosestudie (HER-AS): Ein Drittel der Patienten mit Knie- und Hüftgelenksbeschwerden, die eine Schmerztherapie benötigen, nehmen keine Schmerzmittel ein. Und eine nicht-medikamentöse Therapie wie Krankengymnastik oder Reizstrom erhält nur knapp die Hälfte der Betroffenen.

Für HER-AS haben Mediziner des Marienhospitals Herne 8.000 Fragebögen an Herner Bürger über 40 Jahren versandt. 5.000 Antworten konnten in die Auswertung einbezogen werden. 900 Patienten mit Knie- und Hüftgelenksbeschwerden wurden darüberhinaus in der Klinik untersucht.

Und das sind die wichtigsten Daten der Studie:

  • 55 Prozent der Teilnehmer hatten am Befragungstag Gelenkschmerzen, bei 67 Prozent war das in den vergangenen vier Wochen der Fall gewesen und bei 71 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten.
  • 30 Prozent der Patienten mit Gelenkschmerzen klagten über Knie- und 19 Prozent über Hüftschmerzen, 25 Prozent hatten Schmerzen an der Schulter, 21 Prozent an Hand oder Finger, 13 Prozent an Füßen oder Zehen, elf Prozent am Ellenbogen und neun Prozent an den Sprunggelenken.
  • 33 Prozent der Teilnehmer mit Gelenkschmerzen hatten starke Schmerzen beim Treppensteigen, nur vier Prozent hatten keine Beschwerden bei dieser Aktivität. Etwa 25 Prozent hatten erhebliche oder extreme Schwierigkeiten beim Herabsteigen einer Treppe.
  • 22 Prozent derjenigen mit Gelenkschmerzen litten unter einer starken Steifigkeit des betroffenen Gelenks nach längerem Ausruhen oder Sitzen. 20 Prozent hatten starke Schmerzen beim Gehen auf ebener Erde.
  • Vier von zehn Teilnehmern mit Hüft- oder Kniebeschwerden waren in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung wegen der Gelenkschmerzen zur ambulanten Behandlung beim Hausarzt oder Orthopäden, die meisten von ihnen drei- bis viermal. Zwei Prozent nahmen den vertragsärztlichen Notdienst in Anspruch, sechs Prozent waren wegen der Gelenkschmerzen mindestens einmal im vergangenen Jahr stationär in Behandlung.
  • Etwa 15 Prozent der Studienteilnehmer mit Gelenkschmerzen wurden als hochgradig sturzgefährdet eingestuft.


Schlussfolgerung aus den Ergebnissen: Ärzte sollten die Patienten gezielter nach Einschränkungen durch Schmerzen fragen, um früher als bisher zu behandeln. Auch nach Zeichen von Verstimmtheit oder Depression sollten bei chronischen Schmerzpatienten gezielt gefragt werden. Um die Therapietreue zu fördern, sollten Ärzte offen mit den Patienten über ihre Ängste und Unsicherheiten bei der Einnahme von Schmerzmitteln sprechen.

Quellen:
Ärzte-Zeitung vom 10.11.2006
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