Hoher Blutdruck verringert offenbar das Risiko für Migräne und chronische Kopfschmerzen.
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2.9.2010 : 19:53

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Migräne: Je höher der Blutdruck, desto seltener

Blutdruck: Je höher, desto seltener Migräne

Hoher Blutdruck verringert offenbar das Risiko für Migräne und chronische Kopfschmerzen. Das haben norwegische Forscher bei der Auswertung der medizinischen Daten von mehr als 50.000 Freiwilligen entdeckt. Entscheidend scheint dabei vor allem der Druckunterschied zu sein, der entsteht, wenn sich das Herz nach einem Pumpzyklus wieder entspannt: Je höher er ist, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Migräne zu leiden.

Die Ergebnisse ergänzten frühere Befunde, nach denen Menschen mit hohem Blutdruck insgesamt weniger zu chronischen Schmerzen neigen, berichten Erling Tronvik von der Universität Trondheim und seine Kollegen in der Fachzeitschrift «Neurology» (Bd. 70, Nr. 16). Die Wissenschaftler untersuchten die Blutdruckwerte von insgesamt 51.353 Männern und Frauen. Erfasst wurden der systolische und der diastolische Druck - der obere und der untere Wert, die bei Blutdruckmessungen angegeben werden -, sowie die sogenannte Pulsamplitude. Sie beziffert den Unterschied zwischen dem systolischen Druck, den das Herz während einer Kontraktion erzeugt, und dem diastolischen, der während der anschließenden erschlafften Phase herrscht. Zusätzlich sollten die Probanden Angaben darüber machen, ob und wie häufig sie unter Kopfschmerzen leiden. «Höhere Pulsamplituden waren sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit einem um bis zu 50 Prozent verringerten Auftreten von Kopfschmerzen und Migräne verbunden», fasst Studienleiter Tronvik die Ergebnisse zusammen. Er vermutet, dass dafür der Einfluss des Blutdrucks auf Elastizität und Stabilität der Blutgefäße verantwortlich ist. Schon früher sei ein Zusammenhang zwischen höherem Blutdruck und starreren, festeren Blutgefäßwänden gezeigt worden. Diese Gewebeveränderung habe Auswirkungen auf den sogenannten Baroreflex, ein System, das für die Steuerung des Blutdrucks zuständig ist und dafür unter anderem Signale aus den Blutgefäßen im Nacken benötigt. Ist es beeinträchtigt, beispielsweise durch weniger sensible Gefäßwände, kann es laut Tronvik zu einer allgemein verminderten Schmerzsensibilität führen.

Die Ergebnisse sollen nun vor allem helfen, die Entstehung von Kopfschmerz und Migräne besser zu verstehen. In Zukunft könnte der mildernde Einfluss des Bluthochdrucks möglicherweise medikamentös nachgeahmt werden, ohne jedoch seine starken Nebenwirkungen zu provozieren - schließlich ist zu hoher Blutdruck der Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Quelle: ddp


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