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"Bei Patienten, denen mit Arzneimitteln, nicht-medikamentösen oder psychotherapeutischen Verfahren nicht geholfen werden kann, hat sich häufig die Neurostimulation als wirksame Alternative erwiesen", erklärt Dr. med. Jan-Peter Jansen vom Schmerzzentrum Berlin. Bei der Neurostimulation wird eine Elektrode epidural, also zwischen die Wirbel und den eigentlichen Wirbelkanal, platziert. Die Elektrode gibt ständig Impulse an das Rückenmark ab. Die elektrischen Reize gelangen in das Gehirn und überlagern dort die körpereigenen Schmerzsignale. Gesteuert wird die Elektrode durch einen Stimulator, der unter die Bauchdecke implantiert wird. Während des Eingriffes sind die Patienten wach. Bei einer Probestimulation sollen sie Kribbel-Parästhesien in dem Schmerzareal empfinden. Dadurch wird geprüft, ob die Elektrode richtig liegt. Später können die Patienten die Stärke der Impulse dann selbst programmieren.
Die Ergebnisse der aktuellen PROCESS-Studie konnten den Erfolg belegen. In einer kontrollierten Untersuchung wurden 48 Patienten mit einem Neurostimulator behandelt, 52 Patienten medikamentös. Die durchschnittliche Schmerzintensität der Patienten betrug zu Beginn 75 von 100 möglichen Punkten auf einer Schmerzskala. Nach sechsmonatiger Therapie hatte sich der Punktwert bei 48 Prozent der Neurostimulator-Patienten, aber nur bei 9 Prozent der medikamentös behandelten Betroffenen halbiert.
"Ob die Neurostimulation als Therapie in Frage kommt, sollte in spezialisierten Zentren entschieden werden. Im Schmerzzentrum Berlin sind wir sehr froh, mit Prof. Klaus Maier-Hauff einen ausgewiesenen Experten für die Entwicklung eines Zentrums für Neurostimulation gewonnen zu haben", sagt Jansen. Die Kosten für das Verfahren werden von den Krankenkassen übernommen.
Geeignet ist die Methode für folgende Patienten:
· wenn nicht-operative Therapien keine ausreichende Schmerzlinderung erreichen
· es keinen erkennbaren Grund für die Schmerzen gibt
· herkömmliche chirurgische Eingriffe zur Schmerzlinderung nicht in Frage kommen
· keine unbehandelte Medikamentenabhängigkeit besteht
· eine Versuchsbehandlung erfolgreich war.
Weitere Informationen zur Therapiemethode hier...
Quelle:
Kumar, K. et al.: Spinal cord stimulation in treatment of chronic benign pain: challenges in treatment planning and present status, a 22-year experience. Neurosurgery 58: 481-496, 2006.
Präsentation der ROCESS-Studie auf dem Jahreskongress der Europäischen Sektion der internatio-nalen Schmerzgesellschaft IASP in Istanbul, 2006.


