Informationen zu:
Neurostimulation, Neuromodulation, Schmerzen
Sie sind hier: Home / Aktuelles / Topnews Archiv  / News M bis N / Neurostimulation verringert Schmerzweiterleitung
20.10.2017 : 21:50

Home Schmerz gehört zu den wichtigsten 6.000 Internetseiten Deutschlands
 

Handbuch der Impfpraxis

Einmalige Zusammenstellung aktueller Daten zu allen durch Impfung verhütbaren Krankheiten – von A wie Anthrax (Milzbrabd) bis Z wie Zoster (Gürtelrose), ca. 700 Seiten. Vorträge einfach und schnell gestalten mit beiliegender CD-Rom. Mehr

         Anzeige
 

Neue Beiträge im Forum



Anzeige

Neurostimulation verringert Schmerzweiterleitung

Schmerztherapie ohne Medikamente

Bei vielen Menschen mit chronischen Schmerzen wirken herkömmliche Schmerzmittel nicht immer optimal.  Der Effekt ist entweder unzureichend oder die Präparate verursachen Nebenwirkungen, die inakzeptabel sind. Für diese Betroffenen bietet die nicht-medikamentöse Neuromodulation oder Neurostimulation eine echte Alternative, um dauerhafte Schmerzen zu lindern.

Das Prinzip dieser Form der Elektrotherapie heißt Gegenirritation. „Mit Hilfe eines Schmerzschrittmachers wird dem eigentlichen Schmerzreiz ein elektrischer Impuls entgegengesetzt, der einen Berührungsreiz vorspiegelt“, erklärt Dr. med. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut und wissenschaftlicher Beirat im Forum Schmerz des Deutschen Grünen Kreuzes e. V. (DGK) das Verfahren. Das elektrische Signal „Schmerz“ wird dadurch nicht mehr vollständig an das Gehirn weitergeleitet und somit verringert. Der Schmerz lässt nach.
 
Ausgesendet werden die elektrischen Impulse durch Elektroden, die in der Nähe des Rückenmarks platziert werden. Das ist genau der Ort, an dem Umschaltung und Weiterleitung der Schmerzimpulse in das Gehirn erfolgen. Gesteuert werden die Elektroden durch einen Neurostimulator, der unter die Bauchhaut implantiert wird. „Da das Gesamtsystem innerhalb des Körpers liegt, erhalten die Patienten mehr Bewegungsfreiraum und können ihren Alltagsaktivitäten besser nachgehen“, lobt Jansen das Verfahren.

Tests garantieren den Erfolg

Bevor Neurostimulator und Elektroden implantiert werden, testen die behandelnden Ärzte das System: Die Elektroden werden bei lokaler Betäubung durch eine hohle Nadel in den Wirbelkanal geschoben und an einen externen Stimulator angeschlossen. „Der Effekt ist sofort spürbar“, meint der erfahrene Schmerzexperte. „In der Regel testen die Patienten das Gerät eine Woche lang mit einem externen Impulsgeber“, erläutert Jansen weiter. Ist der Betroffene mit der Wirkung zufrieden, wird der Neurostimulator für die Daueranwendung implantiert. Geräte zur Neurostimulation haben eine mehrjährige Lebensdauer. „Wegen der langen Haltbarkeit entlasten die Geräte den Patienten über einen langen Zeitraum“, bestätigt der Schmerzfachmann. Mit Hilfe einer Fernbedienung können Arzt oder Patient Einfluss auf die Stärke und Häufigkeit der vom Neurostimulator ausgesendeten Impulse nehmen. Das System ist also flexibel.

Neurostimulation kann Medikamente einsparen

„Eine internationale Studie hat gezeigt, dass die Neurostimulation eine sehr hohe zusätzliche Schmerzlinderung bei den Patienten bewirkt“, so Jansen. Das bedeutet einen großen Gewinn an Lebensqualität. „Besonders Patienten, die auf herkömmliche Schmerzmittel und nicht-medikamentöse Heilverfahren schlecht ansprechen, haben mit der Neurostimulation noch eine neue Option“, erklärt Jansen. Selbst Schmerzpatienten, die mit Medikamenten behandelbar sind, können von der Neurostimulation profitieren. Auch bei ihnen können Schmerzmittel eingespart und dadurch die angenehmen Tage des Lebens gesteigert werden. Ob das Verfahren in Frage kommt, sollte jeder Schmerzpatient mit seinem behandelnden Arzt und einem Neurostimulationsspezialisten besprechen.