Forum-Schmerz - Osteoporose: Schmerztherapie bei Osteoporose stark vernachlässigt
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13.12.2017 : 10:08

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Osteoporose: Schmerztherapie bei Osteoporose stark vernachlässigt

Etwa sechs Millionen Menschen sind in Deutschland an Osteoporose, zu deutsch Knochenschwund, erkrankt. Brüche an Handgelenk, Wirbelsäule und Hüfte sind die häufigsten Folgen der fehlenden Knochenstabilität und verändern die Körperstatur dauerhaft. Aufgrund von Wirbelkörperbrüchen entwickelt sich ein Rundrücken, der bei den Betroffenen zu starken chronischen Schmerzen führt, die meist nicht ausreichend behandelt werden.

Nach Ansicht des Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz (DGK) ist Deutschland in der schmerztherapeutischen Versorgung ein Entwicklungsland. “Das gilt auch bei der Osteoporose. In den aktuellen Leitlinien zur Therapie der Osteoporose finden sich beispielsweise keine ausreichenden Empfehlungen zur medikamentösen Schmerzbehandlung”, stellt Dr. Dietmar Krause, Leiter des Forum Schmerz, fest. “Dabei kommt kein Patient zum Arzt und sagt, Herr Doktor ich habe Osteoporose, sondern er sagt, ich habe Schmerzen.”

Chronische Schmerzen sollten unbedingt rechtzeitig und ausreichend behandelt werden, sonst kann sich ein so genanntes Schmerzgedächtnis entwickeln. Durch die andauernden Schmerzreize verändern die Nervenzellen ihre Struktur derart, dass schließlich auch ohne einen konkreten Anlass Schmerzen empfunden werden. Die Auswahl des richtigen Medikamentes sollte sich laut DGK nach der Intensität der Schmerzen richten. Dabei kann es auch notwendig sein, bereits frühzeitig starke Schmerzmittel wie Opioide einzusetzen. “Die Patienten berichten manchmal von vergleichbar heftigen Schmerzen wie sie auch bei einem Hexenschuss auftreten können. Das löst dann einen regelrechten Teufelskreis aus”, so Krause. Aufgrund der Schmerzen würden sich die Betroffenen nicht genügend bewegen, dass wiederum führt zu verstärktem Verlust an Knochenmasse und der nächste Knochenbruch ist vorprogrammiert. Würden die Schmerzen jedoch sofort ausreichend gelindert, könnten die Patienten mit Hilfe von Krankengymnastik sehr schnell wieder aktiviert werden. Damit die Betroffenen möglichst lange schmerzfrei bleiben, sind vor allem langwirksame Medikamente einzusetzen. Opioidhaltige Pflaster wirken beispielsweise bis zu drei Tage. “Patienten, die sich schmerzfrei selbst versorgen können, fühlen sich wohler, die Lebensqualität steigt, und sie sind auch stärker motiviert, die Therapie konsequent durchzuführen”, beschreibt Krause den Nutzen der Schmerzbehandlung. Außerdem wird durch körperliche Aktivität einem weiteren Knochenmasseverlust vorgebeugt.