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Bakterien lindern den Schmerz beim Reizdarm
Das Reizdarmsyndrom verursacht chronische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen. Rund fünf Millionen Deutsche sind davon betroffen. In einer schwedischen Untersuchung wurden im Vergleich zu Gesunden deutlich geringere Zahlen an Laktobazillen und Bifidobakterien im Darm von Reizdarmpatienten gefunden. Dies war Anlass für eine Gabe von Probiotika. Die Studienteilnehmer erhielten 14 Tage lang entweder ein Präparat mit dem Probiotikum Laktobazillus plantarum, mit Bifidobakterium breve oder ein Scheinpräparat. Bereits nach zwei Wochen waren die Beschwerden bei knapp 40 Prozent der mit Probiotika behandelten Patienten zurückgegangen. Nach vier Wochen stufte über die Hälfte der Probiotika-Studienteilnehmer die Beschwerden als geringer ein. Nicht nur Schmerzen, auch Blähungen traten seltener auf.
In einer weiteren Untersuchung wurde gezeigt, dass Laktobazillen die Anzahl von Schmerzmittelrezeptoren (Opioid und Cannabinoidrezeptoren) auf Darmzellen erhöht. Die Bakterien vermitteln somit eine Schmerzstillung. Die Mikrobiologie des Darmes scheint einen Einfluss auf die Wahrnehmung von Schmerzen im Darm zu haben. Für Patienten mit Reizdarmsyndrom könnten Probiotika zukünftig von Bedeutung sein.
Quelle:
Rousseaux, C. et al.: Lactobacillus acidophilus modulates intestinal pain and induces opioid and cannabinoid receptors. Nat. Med. 13: 35-37, 2006.

