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Hypermobilität kann vor allem bei jungen Menschen und bei Frauen Ursache für Rückenbeschwerden sein. Die Schmerzen treten in Ruhe auf und verringern sich bei Bewegung.
Die übermäßige Beweglichkeit in verschiedenen Gelenken ist allein noch kein krankhafter Befund, sagt Helga Freyer-Krause, Krankengymnastin aus Wittelsberg. Als Folge davon kann es aber in bestimmten Wirbelsäulen-Segmenten zu Blockierungen kömmen. Die benachbarten Wirbelsäulenabschnitte versuchen diese Überbeweglichkeit auszugleichen und werden dann entsprechend stärker beansprucht. Dadurch kommt es zur Überdehnung der Bänder, was den Rückenschmerz auslöst.
Typisch für Rückenschmerzen aufgrund einer Überbeweglichkeit sind nach Freyer-Krauses Angaben das Auftreten in Ruhe oder im Liegen, zum Beispiel nachts. Das führt zusätzlich zu Schlafstörungen und die Patienten können sich nicht ausreichend erholen. Außerdem beschreiben Betroffene ein Gefühl, als ob die Lendenwirbelsäule durchbrechen würde. Bei Überbeweglichkeiten der Brust- und Halswirbelsäule klagen viele Menschen über brennende beziehungsweise klopfende Schmerzen, teilweise auch pochende Kopfschmerzen. In den hypermobilen Abschnitten der Wirbelsäule kann es später zu Bandscheibenschäden kommen, typischerweise ist die untere Halswirbelsäule sowie die untere Lendenwirbelsäule davon betroffen, weil gerade diese Segmente am mobilsten sind.
Medikamente helfen den Betroffenen meist nicht. Wichtig sei vielmehr die Krankengymnastik mit gezielter Stärkung der Muskulatur, betont Freyer-Krause. Dadurch wird die Wirbelsäule stabilisiert und die übermäßige Bänderdehnung verhindert.
Experten beklagen seit Jahren, dass das Hypermobilitäts-Syndrom in der täglichen Praxis häufig übersehen oder mit rheumatischen Erkrankungen verwechselt werde. Verbreitet ist die Krankheit unter Akrobaten, Turnern und Tänzern, weil diese Berufsgruppen von der Gelenküberbeweglichkeit profitieren. Der Preis sind allerdings sehr früh auftretende Arthrosen.

