Positive Erfahrungen können das Schmerzgedächtnis wieder überschreiben.
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Schmerzgedächtnis, Schmerzen
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29.6.2017 : 4:10

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Schmerzgedächtnis: Schmerzen können wieder verlernt werden

Schmerzen können wieder verlernt werden

Bei unzureichender Behandlung können Schmerzen chronisch werden. Sie hinterlassen Spuren im Gehirn, ein "Schmerzgedächtnis" entsteht. Positive Erfahrungen können diese Eindrücke wieder überschreiben.

SchmerzgedächtnisObwohl das Schmerzgedächtnis sehr stabil ist, bleibt es nicht unangreifbar: "Wir haben zwar keine Löschtaste im Gehirn", sagt Professor Walter Zieglgänsberger vom Max-Planck- Institut für Psychiatrie in München. "Aber wir können das Schmerzgedächtnis durch Re-Learning überschreiben." Dazu müssen die Patienten aus positiven neuen Erfahrungen lernen.

Leider gehen Schmerzpatienten solchen Lernsituationen aus dem Weg: Wen das Laufen schmerzt, der meidet es nach Möglichkeit. Der Schmerz muss also zuerst medikamentös ausgebremst werden. Die plötzliche Schmerzfreiheit in zuvor qualvollen Situationen kommt für die Patienten überraschend und prägt sich ihm ein, so Zieglgänsberger.

Häufige Wiederholungen dieser positiven Erfahrung liefern dann die Basis für nachhaltige Effekte. Mit der Zeit werden alte Erinnerungen und Erwartungen ("Diese Situation wird wehtun") durch neue ("Das wird nicht schmerzen") überschrieben. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Patienten nicht wieder von Schmerzen überrascht werden. Sonst können sie zu Schmerz-Angst-Patienten werden, warnt Zieglgänsberger. Medikamente müssen deshalb auch Schmerzspitzen zuverlässig abdecken.

Quelle: Forum Schmerz, Ärzte-Zeitung vom 5.12.2007