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Statistik : 3 Antworten || 351 Zugriffe Letzter Beitrag von JuliaHochleistungssportler greifen nicht selten zu Schmerzmitteln, um ihre Beschwerden zu unterdrücken. Starke Substanzen wie Opioide stehen jedoch seit vielen Jahren auf der Liste der verbotenen Präparate. In der klinischen Medizin entfalten Placebos bei Schmerzpatienten mitunter dieselbe Wirkung wie klassische Schmerzmittel. Italienische Wissenschaftler fragten sich nun, ob sich dieser Effekt auch für den Sport nutzen ließe?
An der Universität von Turin wurden 40 Freizeitsportler im Alter zwischen 25 und 40 Jahren untersucht, die in vier Teams gegeneinander antraten. Ihre Aufgabe: Unter Schmerzen sollten sie so lang wie möglich Hanteln drücken. Dazu wurde die Durchblutung ihres Oberarms gestaut.
In einer dreiwöchigen Vorbereitungsphase erhielten zwei der vier Teams Morphin-Injektionen, die anderen keine Medikamente. Am Tag des simulierten Wettkampfs blieb die eine Gruppe wie schon zuvor ohne jegliche Unterstützung. Die Athleten der drei anderen Gruppen erhielten dagegen je eine Injektion, bei der es sich, so wurde den Probanden suggeriert, um Morphin handelte. Tatsächlich verabreichten die Wissenschaftler jedoch Teilnehmern von zwei Gruppen eine Kochsalzlösung (Morphin und Medikamenten-frei), Sportlern der zweiten Morphin-Gruppe Naloxon, einen Opioidgegenspieler.
Die Ergebnisse: Jene Gruppe, die mit Morphin trainiert, im Wettkampf aber bloß ein Placebo erhalten hatte, konnte die Belastungsgrenze um sechs Minuten herausschieben. Aber auch jene Gruppe, die im Training morphinfrei geblieben war und im Wettkampf ein Placebo gespritzt bekam, steigerte ihre Schmerztoleranz um durchschnittlich zwei Minuten. Die Gruppe mit dem Opioidgegenspieler erzielte dagegen in etwa das Ergebnis, das auch die Gruppe ohne jegliche Unterstützung während der Trainings- und der Wettkampfphase erreichte ("The Journal of Neuroscience" 27, 2007, 11934).
Die Wissenschaftler stellten am Ende ihrer Studie die Frage, ob eine placebobedingte Leistungssteigerung aus ethischer Sicht vertretbar ist oder ob sie einen Dopingverstoß darstellt. Das müsse weiter diskutiert werden.


