sra schmerz report aktuell, Jg 1, 1-2002
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13.12.2017 : 10:11

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sra schmerz report aktuell, Jg 1, 1-2002

Jeder empfindet Schmerzen anders - Folgen für die Diagnose und Therapie chronischer Schmerzen (3.562 Zeichen)


(sra) Lungenvolumen, Puls, Cholesterinwerte oder das Gewicht der Schilddrüse, die Medizin kann heute vieles genau messen und so Rückschlüsse auf die Gesundheit des Patienten ziehen. Nicht so beim Schmerz - er lässt sich nicht mit objektiven Kriterien beschreiben, sondern jeder Mensch empfindet Schmerzreize anders.

Ein Beispiel, wie wir uns alle in unserem Schmerzempfinden unterscheiden, ist scharfes Essen. "Scharf" ist keine Geschmacksqualität sondern eine Schmerzempfindung. Wenn der eine das Gefühl hat, ihm brennt die Zunge weg, dann schmeckt einem anderen das Chili erst richtig gut.

Wie wir Schmerzen empfinden und wie wir damit umgehen, hängt von vielen unterschiedlichen inneren und äußeren Faktoren ab, beispielsweise von der Tageszeit, dem Geschlecht, dem Allgemeinzustand und von bisherigen Schmerzerfahrungen.

Bei der Behandlung chronischer Schmerzen ist es deshalb wichtig, dass der Patient möglichst genau Ort und Stärke seiner Schmerzen beschreibt, damit der Arzt ihm die passenden Medikamente verordnen kann. Schmerzskalen erleichtern hierbei den Dialog zwischen Arzt und Patient. Bewährt hat sich in der Praxis die visuelle Analogskala (kurz VAS). Der Arzt gibt dem Patienten dafür ein Lineal, auf dem er seine aktuelle Schmerzempfindung zwischen den Werten "kein Schmerz" und "stärkster Schmerz" einschätzen soll. Auf der Rückseite des Lineals wird die vom Patienten angegebene Schmerzstärke in eine Zahlenskala übertragen. Null bedeutet dabei schmerzfrei und zehn bezeichnet den Zustand, wenn die Schmerzen den Körper total beherrschen und keinerlei Alltagstätigkeiten mehr möglich sind. Diese Einschätzung gibt dem Arzt wichtige Hinweise für die Dosierung der Schmerzmittel und, im weiteren Verlauf der Behandlung, über ihre Wirksamkeit.

Der Arzt sollte sich bei der Therapie chronischer Schmerzen an den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientieren. Die WHO sieht in ihrem Drei- Stufenschema zur Therapie chronischer Schmerzen vor, schwache Schmerzen, vergleichbar mit der Stärke von Kopf- und Gliederschmerzen bei einer Erkältung, mit Nichtopioidanalgetika, wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure oder Paracetamol zu behandeln. Lindern diese die Schmerzen nicht mehr, so können sie mit Medikamenten der Stufe II mit morphinähnlichen Mitteln, so genannten schwachen Opioiden, kombiniert werden. Hierzu gehören beispielsweise die Substanzen Tilidin und Codein. Die Kombination von Präparaten aus der Stufe I und II kann die Schmerzlinderung verbessern, da die Substanzen der beiden Stufen verschiedene Wirkmechanismen haben.

Stufe III tritt dann in Kraft, wenn die zulässige Höchstdosis des Stufe II Medikaments erreicht ist, bzw. wenn die Nebenwirkungen stärker sind, als der Nutzen der Therapie. Unter der Stufe III sind alle stark wirksamen opioidhaltigen Schmerzmittel zusammengefasst, wie beispielsweise Morphin und Fentanyl. Auf allen drei Stufen sollte die medikamentöse Therapie durch nicht medikamentöse Verfahren, wie Krankengymnastik, Psychotherapie und aktive Entspannung ergänzt werden.

Welche ergänzenden Verfahren am besten wirken, hängt zum einen von der Grunderkrankung ab, zum anderen ist es aber, wie das Schmerzempfinden selbst, eine ganz persönliche Angelegenheit des Patienten auf welche Verfahren er gut anspricht und auf welche nicht.

Ausführliche Informationen enthält die Broschüre "Keine Angst vor Schmerzen", die mit einem adressierten und mit 0,77 Euro frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden kann beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Rückenschmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg.


Quelle
:

  • Kuritzky, Luis: Pain Assessment.
    www.pain.com/articles/onepage.cfm?chapter_id=73
    (Archiv: Link nicht mehr aktiv)


Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.xxmed.de/science/analgetika.html#stufe


Gutes Schmerzmanagement erleichtert häusliche Pflege von Tumorpatienten (2405 Zeichen)




(sra) Angehörige, die Tumorpatienten zu Hause pflegen, sind enormen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Viele von ihnen leiden in Folge dieser Belastungen an Kopfschmerzen, Depressionen und Erschöpfung, wie die Fachzeitschrift "Der Onkologe" berichtet.

"Die Angehörigen sind 24 Stunden am Tag in Pflegebereitschaft. Häufig müssen sie mit durch Krankheit und Medikamente bedingten Persönlichkeitsveränderungen ihrer Patienten fertig werden. Darüber hinaus erleben sie täglich mit, wie ihr Vater, ihre Partnerin, ihr Kind unter starken Schmerzen leidet. Letzteres empfinden die Pflegenden meist als besonders belastend," so Dr. Wolfgang Sohn, Arzt und Psychotherapeut. "Ein gutes Schmerzmanagement sollte zwar vor allem zufriedenstellend für den Patienten sein, also die Schmerzen verringern und seine körperliche und psychische Situation verbessern. Aber wenn möglich, sollte es darüber hinaus auch die pflegenden Angehörigen entlasten. Denn die Unterstützung durch die Familie und die Pflege in der vertrauten, häuslichen Umgebung wirken sich allgemein positiv auf die Lebensqualität und die Überlebenswahrscheinlichkeit der Tumorpatienten aus. Damit die häusliche Pflegegemeinschaft möglichst lange bestehen kann, sollte deshalb auf eine Stärkung der pflegenden Angehörigen geachtet werden ," erklärt Sohn weiter.

Für das Schmerzmanagement zu Hause eignen sich einer kanadischen Studie zufolge opioidhaltige Schmerzpflaster: Ein Pflaster wird auf die Haut aufgeklebt und gibt dann für 72 Stunden seinen Wirkstoff Fentanyl ab. Die lange Wirkdauer entlastet Patienten und Pflegende; nächtliches Aufstehen, um Schmerzmittel zu verabreichen und zu nehmen, wird dadurch vermieden. Das bedeutet für die ganze Familie weniger unterbrochene Nächte und erholsameren Schlaf. Die Energiereserven der Patienten und der pflegenden Angehörigen werden geschont. Da Opioide außerdem hochwirksame Schmerzmittel sind, erlauben sie auch noch im fortgeschrittenen Stadium die Pflege der Patienten in der vertrauten, häuslichen Umgebung.

Laut Dr. Sohn sollte jeder, der ein Familienmitglied zu Hause pflegt, sich nicht nur gemeinsam mit dem betreuenden Arzt um ein effektives und entlastendes Schmerzmanagement kümmern. Er sollte darüber hinaus auch seine eigene psychische und körperliche Belastung ernst nehmen und Entspannung suchen, beispielsweise durch die regelmäßige Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe.

Quellen:

  • Hindermann, S.; Strauß, B.: Angehörige älterer Tumorpatienten. Belastungen, Bewältigungen und soziale Unterstützung. In: Der Onkologe 2, S. 151-160, 2002.
  • Sohn, W.: Palliativmedizinische Betreuung im häuslichen Bereich - Schmerztherapie, psychosoziale Kommunikation und ethische Fragen. Zeitschrift für Allgemeinmedizin 74, S.962-967, 1998.
  • Woodroffe, M.; Hays, H: Fentanyl transdermal system. Pain management at home. Canadian Family Physician 43, S. 268-272,1997.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.krebshilfe.de/neu/infoangebot/broschueren/pdf/brosch_angehoerige.pdf
(Archiv: Link nicht mehr aktiv)


Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.krebs-webweiser.de/ (Linksammlung)


Mit Gong und Xylophon gegen Schmerzen (963 Zeichen)




(sra) Singen, Musizieren und bewusstes Zuhören ermöglichen Schmerz-Patienten zu entspannen, nachzudenken und neuen Mut zu schöpfen. Das bestätigen Forscher vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York. Der schmerzlindernde Effekt von Musik beruht darauf, dass schmerzleitende und akustische Nervenbahnen im Körper dicht beieinander liegen. Akustische Reize sind deshalb in der Lage, die Weiterleitung von Schmerzsignalen zu hemmen. Die Musiktherapie bietet darüber hinaus dem Patienten durch eigenes Musizieren die Möglichkeit, die Behandlung aktiv mitzugestalten. Für Menschen, deren Leben häufig nur noch vom Schmerz bestimmt wird, bedeutet das wieder ein Stück Selbstbestimmung. Ein weiterer schmerzlindernder Aspekt liegt darin, dass die Patienten beim Musizieren negative Gefühle ausleben können. Da beispielsweise Trauer und Angst die Schmerzintensität steigern, schafft eine Verarbeitung dieser Gefühle Erleichterung und verringert dadurch das Leiden.

Quelle
:

  • Magill, L.: The use of music therapy to address the suffering in advanced cancer pain. Journal of Palliative Care, 17(3): S.167-172, 2001.

 


Pizza, Brot und Kuchen möglicherweise schuld an Kopfschmerzen (623 Zeichen)


(sra) Wer immer wieder unter Kopfschmerzen leidet, gegen die kein Medikament wirkt, reagiert möglicherweise empfindlich auf Backwaren und andere Getreide- Produkte. Laut einer britischen Studie kann das Getreide-Eiweiß Gluten Kopfschmerzen auslösen. Herkömmliche Medikamente bewirkten bei den teilnehmenden Patienten keine Besserung, in einigen Fällen verschlimmerten sie sogar die Schmerzen. Erst als die Betroffenen auf glutenhaltige Lebensmittel verzichteten, verschwanden die Kopfschmerzen oder wurden zumindest erträglicher. Gluten kommt vor allem im Weizenmehl vor und ist verantwortlich für dessen gute Backeigenschaften.


Quelle:

  • Hadjivassiliou M. et al: Headache and CNS white matter abnormalities associated with gluten sensitivity. Neurology, 56: S. 385-388, 2001.


Weitere Informationen zu Gluten finden Sie im Internet unter:
www.dge.de/Pages/navigation/dge_datenbank/index.htm
(Archiv: Link nicht mehr aktiv)


UNSER TIPP: Heiße Rolle - Mit Wärme gegen Muskelverspannungen (1.116 Zeichen)


(sra) Bei akuten Rückenschmerzen oder Verspannungen wird vor allem Wärme als wohltuend und schmerzlindernd empfunden. Eine spezielle Form der Wärmetherapie ist die heiße Rolle. Dazu rollt man drei bis fünf Gästehandtücher nacheinander so ein, dass ein kleiner Trichter entsteht. In diesen Trichter werden etwa anderthalb Liter heißes Wasser gegossen. Mit der heißen Rolle betupft man dann vorsichtig die schmerzende Körperpartie oder rollt sachte darüber. Die feuchte Wärme und der sanfte Druck verbessern die Durchblutung, wirken schmerzlindernd und lösen Verspannungen der Muskulatur zum Beispiel im Nacken-Schulterbereich oder Rücken. Auch schmerzhafte Gelenke werden durch die Wärme wieder beweglicher. Um eine Abkühlung der Tücher zu vermeiden und um die Hitzewirkung möglichst lange zu erhalten, werden sie bei der Behandlung von außen nach innen abgerollt. So kommt immer wieder eine warme Schicht nach außen.

Die Anwendungsdauer sollte etwa 10 bis 15 Minuten betragen. Verschlimmern sich die Schmerzen durch Wärme, sollte ein Arzt befragt werden, denn möglicherweise sind dann entzündliche Prozesse beteiligt.


V.i.S.d.P.


Herausgeber
:
Forum Schmerz im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e.V.

Redaktion:

Dr. Dietmar Krause (verantw.)
Ariane Kolckmann
Inge Kokot

Wissenschaftlicher Beirat
:
Dr. Martin Gessler (München)
Dr. Jan-Peter Jansen (Berlin)
Dr. Wolfgang Sohn (Schwalmtal)

Abdruck honorarfrei

Beleg erbeten an
:
Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion sra
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93-0
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10