sra schmerz report aktuell, Jg. 1, 2-2002
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17.10.2017 : 17:07

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sra schmerz report aktuell, Jg. 1, 2-2002

Der Weg zum Schmerztherapeuten (3530 Zeichen)


(sra) Durchschnittlich verbringt ein Patient, der unter chronischen Schmerzen leidet, elf Jahre mit der Suche nach einer geeigneten Therapie. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie tragisch. Noch immer ist Schmerztherapie an den Universitäten kein Lehrfach, nur wenige Hausärzte haben eine Fortbildung als Schmerztherapeut. Außerdem ist Schmerz noch lange nicht von allen Ärzten als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Zu unrecht, denn inzwischen ist klar, dass sich Nervenzellen, wenn sie dauerhaft mit der Information Schmerz versorgt werden, in ihrer Struktur verändern. Im Gehirn bildet sich dann das so genannte "Schmerzgedächtnis".

Dabei gibt es heute durchaus Möglichkeiten, chronische Schmerzen wirksam zu behandeln. "Starke Schmerzen benötigen eine starke Antwort", sagt Dr. Wolfgang Sohn, Schmerztherapeut und Hausarzt. Opioide sind deshalb aus der Schmerztherapie nicht mehr wegzudenken. Schmerzpflaster, die den Wirkstoff kontrolliert über die Haut abgeben, gehören zu den anerkannten, hochwirksamen Mitteln. In der Praxis stoßen Opioide jedoch immer noch auf Vorurteile: Die Angst, den Patienten in eine Abhängigkeit zu führen, ist eines der gängigsten. Schmerztherapeuten kennen sich dagegen mit dem sinnvollen Einsatz auch stärkster Medikamente aus. Sie erheben gründlich die Krankengeschichte und finden gemeinsam mit dem Patienten die richtige Dosis.

"Wenn Menschen durch Schmerzen in ihrer Lebensqualität eingeschränkt werden und bereits viele Versuche den Schmerz zu bekämpfen ergebnislos hinter sich gebracht haben, ist es angebracht, sich in die Behandlung eines Schmerztherapeuten zu begeben", so Sohn. Da Schmerztherapie jedoch noch nicht als eigenständige Fachdisziplin anerkannt ist, entpuppt sich die Suche nach einem Arzt in Wohnortnähe häufig als kompliziert. Die Gelben Seiten oder das Schild an der Praxistür helfen in diesem Fall nicht weiter.

Hier einige Tipps für die erfolgreiche Suche:

1. Das Internet

Auf der Internetseite Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.schmerzarzt.de entsteht derzeit ein nach Postleitzahlen geordnetes Verzeichnis von Schmerztherapeuten in Deutschland. Die Liste ist allerdings noch nicht vollständig, es lohnt sich aber auf jeden Fall, öfter vorbei zu schauen.

Unter Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.kliniken.de sind die meisten Krankenhäuser in Deutschland zu finden. Über einen Link gelangt man zur Homepage der Klinik in Wohnortnähe. Viele Kliniken haben inzwischen eine Schmerzambulanz eingerichtet.

Der Bundesverband Deutsche Schmerzhilfe e. V. hat auf seinen Internetseiten einen Schmerzanamnesebogen eingerichtet. Betroffene können diesen ausfüllen und an die Deutsche Schmerzhilfe schicken. Dort wird der Fragebogen ausgewertet und der Hilfesuchende wird über Schmerztherapeuten in seiner Nähe informiert. Zur Deckung seiner Unkosten verlangt der Verein von Nichtmitgliedern Euro 15 für diesen Service.

2. Andere Wege

Ein Anruf bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des Bundeslandes, in dem der Schmerztherapeut gesucht wird, lohnt sich, da die KVn über Zusatzqualifikationen und Fachgebiete ihrer Mitglieder informiert sind.

Erkundigen Sie sich, ob das Krankenhaus in Ihrer Nähe über eine Schmerzambulanz oder eine Tagesklinik verfügt. Ist dies nicht der Fall, können Ärzte in der Abteilung Anästhesie vielleicht einen niedergelassenen Kollegen in Ihrer Nähe empfehlen.

Das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. kann mit Hilfe des Schmerztherapieführers für Deutschland Auskunft über Schmerztherapeuten geben. Unter der Rufnummer 0 64 21 / 293-125 ist das Forum Schmerz erreichbar.

Schmerztherapeuten kennen sich mit dem sinnvollen Einsatz auch stärkster Schmerzmittel aus.Schmerztherapeuten kennen sich mit dem sinnvollen Einsatz auch stärkster Schmerzmittel aus.
Foto: dgk

 


Ganz schön e(g)klig - Blutegel lindern Beschwerden bei Gelenkentzündungen
(1247 Zeichen)


(sra) Blutegel verringern Schmerzen bei Gelenkentzündungen des Knies. Zu diesem Ergebnis kam eine Pilotstudie an der 16 Patienten teilnahmen. Neben Physiotherapie, Entspannungstechniken und einer speziellen Diät wurden zehn Patienten mit Blutegeln behandelt. Jeweils vier Tiere durften eine Stunde und 20 Minuten an einem entzündeten Knie saugen.
Bei allen mit Blutegeln behandelten Patienten verringerten sich danach die Gelenkbeschwerden. Die beste Schmerzlinderung wurde dabei 24 Stunden nach der Therapie erreicht.

Die Autoren führen den schmerzlindernden Effekt der Blutegel auf die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Stoffe im Speichel der Tiere zurück. Die darin enthaltenen Substanzen Hirudin und Heparin wirken bei Entzündungen, rheumatischen oder anderen Gelenkbeschwerden schmerzlindernd. Bei der Kontrollgruppe, die nicht mit Blutegeln behandelt wurde, verringerten sich die Schmerzen nicht in vergleichbarem Maß.

Lange Zeit war die Therapie mit Blutegeln eine häufig angewandte Methode in der Medizin. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie, aufgrund von Hygiene- problemen, seltener angewendet. Heute müssen die Tiere von einem speziellen Hersteller beschafft und nach einmaliger Verwendung als Sondermüll entsorgt werden.

Quelle:

MICHALSEN A et al: Effect of leeches therapy (Hirudo medicinalis) in painful osteoarthrithis of the knee: a pilot study. Annals of the Rheumatic Diseases 60: 986 (2001).


Gesprächstraining verringert Schmerzen von Tumorpatienten (1937 Zeichen)


(sra) Schätzungen gehen davon aus, dass 42 Prozent aller Krebspatienten nicht ausreichend mit Schmerzmedikamenten versorgt sind. Der Grund dafür liegt häufig an der Scheu der Patienten, offen über ihre Beschwerden zu sprechen. Sie befürchten, ein unangenehmer Patient zu sein, wenn sie ihre Schmerzproblematik beim Arzt ansprechen. Einige sind auch der Meinung, die Schmerzbehandlung halte die Mediziner davon ab, noch konsequenter gegen den Krebs vorzugehen. Auch die Angst, von einem Schmerzmittel abhängig zu werden, spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle.

An der Universität von Kalifornien wurden Tumorpatienten deshalb durch ein 20- minütiges Gesprächstraining auf den nächsten Arztbesuch vorbereitet. Für jeden Patienten wurde ein persönlicher Plan zur Schmerzbekämpfung erstellt. Die Berater fragten die Patienten, was sie von einer guten Schmerzbehandlung erwarten. Anschließend legten sie Ziele fest: Fähig zu sein, schmerzfrei an einer Familienfeierlichkeit teilzunehmen oder nachts durchschlafen zu können. Außerdem wurden gemeinsam Fragen vorbereitet, die die Patienten beim nächsten Arztbesuch stellen sollten.

In den Wochen vor und nach dem Gesprächstraining notierten die Teilnehmer täglich ihre subjektiv empfundene Schmerzstärke. Dabei zeigte sich, dass die Schmerzen durch das Gesprächstraining im Durchschnitt um 20 Prozent abgenommen hatten.
Die Ergebnisse belegen, wie wichtig es ist, dass Ärzte ihre Patienten in Entscheidungen bezüglich der Schmerzbekämpfung einbeziehen. "Ärzte sollten immer das Gespräch mit ihren Patienten suchen und sie darin unterstützen, ihre Erwartungen an das Schmerzmanagement zu formulieren, und mit ihnen alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten erörtern. Gerade bei Patienten, die Probleme haben, über ihre Schmerzen zu sprechen, ist das besonders wichtig. Nur so kann eine optimale Schmerzbehandlung gewährleistet sein", meint Dr. Sohn, Arzt und Psychotherapeut aus Schwalmtal.

Quelle:

OLIVER, JW et al.: Individualized patient education and coaching to improve pain control a-mong cancer outpatients. In Journal of Clinical Oncology 19 (8): S. 2206-12, 2001.


Stark gegen Tumorschmerzen - Opioidpflaster (1059 Zeichen)


(sra) Opioidhaltige Pflaster senken die Schmerzen von Tumorpatienten deutlich, wie Wissenschaftler der Universität Athen herausfanden. In einer Studie wurden 113 Tumorpatienten sechs Wochen lang schmerztherapeutisch mit einem Pflaster behandelt, dessen Wirkstoff Fentanyl zur Gruppe der starken Opioide gehört.

Zu Beginn der Studie wurde bei allen Teilnehmern mit Hilfe einer visuellen Analogskala, die von Null (keine Schmerzen) bis zehn (unerträgliche Schmerzen) reichte, eine ungenügende Versorgung mit Schmerzmedikamenten festgestellt. Im Verlauf der Untersuchung mussten die Patienten täglich auf dieser Skala ihr aktuelles Schmerzempfinden einordnen.

Am Anfang der Studie lag die durchschnittlich empfundene Schmerzstärke bei 7,1. Vergleichbar ist das mit einer sehr starken Migräneattacke. Bereits nach drei Tagen Behandlung mit dem Schmerzpflaster war der Wert bei 84 Prozent der Studienteilnehmer auf den Wert drei oder niedriger gesunken. Nach sechs Wochen lagen die Werte durchschnittlich bei eins, was etwa einem leichten Muskelkater entspricht.

Quelle:
Mystakidou, K. et al: Use of TTS fentanyl as a single opioid for cancer pain relief: a safety and efficacy clinical trial in patients naive to mild or strong opioids. Oncology 62 (1), S. 9-16, 2002.


Fit wieder landen! (1986 Zeichen)


(sra) Geschäftsreisende aber auch viele Urlauber kennen das Phänomen: Sie steigen gesund und fit ins Flugzeug ein, und nach einigen Stunden schlapp, matt und von Kopfschmerzen geplagt wieder aus. Schuld an diesem Phänomen ist zum einen der niedrige Luftdruck in der Flugzeugkabine, der die Sauerstoffaufnahme erschwert. Zum anderen aber auch die geringe Luftfeuchtigkeit: Sie beträgt im Schnitt nur 10 Prozent. Richtig wohl fühlt sich unser Körper aber erst bei Werten zwischen 40 und 45 Prozent. Bei allzu geringer Luftfeuchtigkeit, wird die Haut trocken und empfindlich, die Augen fangen an zu jucken, die Nasenschleimhäute trocknen aus und reagieren gereizt. Häufig senkt sich aufgrund des Flüssigkeitsverlusts und der mangelnden Bewegung der Blutdruck. Kopfschmerzen treten auf, man fühlt sich matt und schlapp.

Entgegenwirken kann man diesen "Flugzeugbeschwerden" indem man mindestens 150 ml Flüssigkeit pro Stunde trinkt. Bevorzugen sollte man dabei Wasser, Fruchtsäfte und Kräutertees, meiden dagegen Kaffee und Alkohol, da sie dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entziehen. Wer zu trockenen Nasenschleimhäuten neigt, kann vor und nach dem Flug mit einer physiologischen Kochsalzlösung die Nase durchspülen und so dem Austrocknen vorbeugen. Auf sehr langen Flugreisen empfiehlt es sich auch zwischendurch noch zu spülen. Zubereiten kann man die Lösung leicht selber, indem man einen gestrichenen Teelöffel Salz in einem halben Liter abgekochten Wasser auflöst.

Wer gestresst ins Flugzeug steigt, dem bleiben manchmal trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Nasenspülung die Kopfschmerzen nicht erspart. Um schnell Abhilfe zu schaffen, gehören Kopfschmerztabletten ins Handgepäck. Die meisten Präparate enthalten Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder beide Wirkstoffe zusammen mit Koffein. Letzteres beschleunigt die Aufnahme der Wirkstoffe ins Blut und sorgt dafür, dass die Kopfschmerzen schnell verschwinden, und man entspannt und fit wieder aus dem Flugzeug aussteigen kann.


Serviceangebote des FORUM SCHMERZ

(sra) Schätzungen zufolge leiden etwa 7,5 Millionen Bundesbürger an chronischen Schmerzen. Die meisten von ihnen ergeben sich ihrem Schicksal, ertragen still ihre Beschwerden und die damit verbundenen Einschränkungen ihrer Lebensqualität. Sie befinden sich oft in einem Teufelskreis aus fortschreitender Erkrankung, Schmerzen, zunehmender Isolation und Depression.

Das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz (DGK) hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, Betroffene, ihre Angehörigen und die Öffentlichkeit umfassend über das Thema "Chronische Schmerzen und ihre Therapie" zu informieren.

Im Rahmen dieser Bemühungen bietet das Forum Schmerz, unterstützt von seinem wissenschaftlichen Beirat, umfangreiche Serviceleistungen an.


SCHMERZHOTLINE

Jeden ersten Mittwoch im Monat können sich Betroffene und ihre Angehörigen von 16 bis 18 Uhr bei der DGK-Schmerzhotline kostenlos beraten lassen. Betreut wird das Telefon von Dr. med. Florian Mirescu, Schmerztherapeut und Oberarzt am St. Franziskus Hospital in Bielefeld.

Die Nummer der Schmerzhotline lautet: 0 800 / 011 21 15


BROSCHÜRE: AKTIV GEGEN RÜCKENSCHMERZEN


BROSCHÜRE:AKTIV GEGEN RÜCKENSCHMERZEN Jeder zweite Deutsche leidet an Rückenschmerzen. In vielen Fällen sind die Beschwerden dauerhaft und medizinische Behandlungen notwendig.

Die Broschüre "Aktiv gegen Rückenschmerzen" des Deutschen Grünen Kreuz gibt Antworten auf folgende Fragen: Welche Ursachen haben Rückenschmerzen?

  • Welche Ursachen haben Rückenschmerzen?
  • Was kann ich vorbeugend unternehmen?
  • Was sind die Grundlagen und Ziele der Schmerztherapie?
  • Welche medikamentösen, nicht-medikamentösen und operativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


BROSCHÜRE: KOPFSCHMERZEN - Anleitung zur Selbsthilfe


BROSCHÜRE: KOPFSCHMERZEN - Anleitung zur SelbsthilfeMehr als die Hälfte aller Deutschen hat zumindest gelegentlich Kopfschmerzen. Die meisten von ihnen leiden unter Spannungskopfschmerzen, die oft ohne ärztliche Hilfe selbst behandelt werden können.

Die Broschüre "Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe" informiert über folgende Aspekte
:

  • Unter welcher Kopfschmerzform leide ich?
  • Welche bewährten Hausmittel können helfen?
  • Was ist bei der Selbstmedikation zu beachten?
  • Wann sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden?



Die kostenlosen Broschüren können gegen Zusendung eines mit 1,53 Euro frankierten und adressierten DIN-A5-Rückumschlages angefordert werden bei:

Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort: Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen
Postfach 1207
35002 Marburg


FAXABRUF


Zur schnellen Information dient ein vierseitiger Faxabruf des DGK über die Therapie chronischer Schmerzen unter 0 190 / 66 11 97 (41 Cent/Minute). Unter der Rufnummer 0 190 / 66 11 98 bekommt man vier Seiten zu Kopfschmerzen und ihrer Behandlung.


V.i.S.d.P.


Herausgeber:

Forum Schmerz im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e.V.

Redaktion
:
Dr. Dietmar Krause (verantw.)
Ariane Kolckmann
Inge Kokot

Wissenschaftlicher Beirat:

Dr. Martin Gessler (München)
Dr. Jan-Peter Jansen (Berlin)
Dr. Wolfgang Sohn (Schwalmtal)

Abdruck honorarfrei

Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion sra
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93-0
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10