sra schmerz report aktuell, Jg. 1, 3-2002
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29.4.2017 : 13:21

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sra schmerz report aktuell, Jg. 1, 3-2002

Schmerzmittel im Grenzverkehr - Was Patienten wissen sollten
Interview mit Dr. Gerhard Lauktien, Apotheker in der Bundesopiumstelle in Bonn
(4.672 Zeichen)


(sra) Für Schmerzpatienten, immerhin 7,5 Millionen Menschen in Deutschland, ist ein Tapetenwechsel besonders wichtig. Die Distanz zum Alltag, die Schönheit der Natur und der Kontakt mit anderen wirken sich positiv auf ihre Psyche und das körperliche Wohlbefinden aus. Doch viele Schmerzpatienten fahren nicht in die Ferien. Sie sorgen sich um die Qualität der medizinischen Versorgung am Urlaubsort. Außerdem fürchten sie, Probleme mit der Polizei zu bekommen, wenn sie starke Schmerzmittel im Gepäck haben, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Dr. Gerhard Lauktien, Fachgebietsleiter für Angelegenheiten der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung in der Bundesopiumstelle in Bonn, gibt Auskunft zum Thema "Schmerzmittel im Grenzverkehr".

  • Was müssen Patienten beachten, die in Deutschland oder Europa Urlaub machen?

Dr. Lauktien: Für Patienten, die innerhalb Deutschlands oder in einen Mitgliedsstaat des Schengener Abkommens (siehe Fußnote 1) reisen, gilt Folgendes: Bei einem Urlaub bis zu 30 Tagen kann der Patient sämtliche Medikamente mitnehmen, auch Betäubungsmittel. Die Gesetzgebung ist da in den vergangenen Jahren wesentlich großzügiger geworden. Sicherheit und Kontrolle spielen zwar immer noch eine große Rolle, aber die Sicherstellung der Patientenversorgung wurde ihnen gleichgesetzt. Das können sie auch daran erkennen, dass wir dieses Jahr die Zahl von sechs Millionen ausgegebenen Betäubungsmittelrezepten erreichen, vor vier Jahren waren es noch nicht einmal halb so viele.

  • Muss der Patient einen besonderen Nachweis mitnehmen, der den Besitz von starken Schmerzmitteln, beispielsweise von Opioiden, erklärt?

Dr. Lauktien: Der Patient sollte auf jeden Fall eine "Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln im Rahmen einer ärztlichen Behandlung - Artikel 75 des Schengener Durchführungsabkommens" dabei haben. Darauf sind die Adresse des behandelten Arztes, wichtige Daten des Patienten sowie alles Wissenswerte über das Arzneimittel: Handelsbezeichnung, Wirkstoffangabe, Darreichungsform, Wirkstoffkonzentration und Reichdauer der Verschreibung aufgeführt. Beglaubigt werden müssen die Daten durch die oberste Gesundheitsbehörde des jeweiligen Bundeslandes oder eine von ihr beauftragte Stelle.

  • Woher kann ich dieses Formular bekommen?

Dr. Lauktien: Sie können sich das Formular von der Internetseite der Bundesopiumstelle herunterladen. Dort finden Sie auch eine Liste der obersten Gesundheitsbehörden der Länder als pdf-Datei. (siehe Fußnote 2)

  • Welche Regelungen gelten bei Reisen außerhalb der Länder des Schengener Abkommens?

Dr. Lauktien: Bei Reisen außerhalb des Gebiets des Schengener Abkommens sollte man eine ärztliche Bescheinigung in englischer Sprache mitnehmen, die Angaben über die Einzel- und die Tagesgabe enthält sowie die Dauer der Reise. Bei der zuständigen Botschaft in Deutschland sollte man außerdem die genauen Richtlinien des Urlaubslandes erfragen.

  • Was raten Sie Betroffenen, wenn ihnen die Schmerzmedikamente im Urlaub abhanden kommen?

Dr. Lauktien: Sie sollten mit der genannten Bescheinigung zu einem Arzt gehen und sich ein Präparat verschreiben lassen, das bezüglich Wirkstoff und Darreichungsform dem Verlorengegangenen möglichst nahe kommt.

  • Ist die Qualität der Medikamente im Ausland ebenso gewährleistet wie in Deutschland?

Dr. Lauktien: Die Zulassungsbestimmungen für Schmerzmittel können von Land zu Land verschieden sein. Deshalb ist wahrscheinlich nicht davon auszugehen, dass Darreichungsformen und Dosierungen immer identisch sind. Ich rate daher immer, alle unverzichtbaren Medikamente mitzunehmen.

  • Wo kann ich mich darüber informieren, ob im Reiseland, beispielsweise in Brasilien, meine Medikamente im Notfall verfügbar sind?

Dr. Lauktien: Hier empfehle ich Ihnen, sich beim Hersteller zu erkundigen, ob er Ihr Medikament auch in Brasilien vertreibt.

  • Gibt es eine Erstattung von der Krankenkasse, wenn ich im Ausland Medikamente kaufe?


Dr. Lauktien
: Das kommt drauf an. Das hängt vor allem vom Leistungsumfang und Vereinbarungen der einzelnen Krankenkassen ab. Allerdings muss man davon ausgehen, dass man das Geld erst einmal vorstrecken muss, und das kann ganz schön teuer werden, da viele starke Schmerzmittel hochpreisige Medikamente sind.

  • Gibt es Reiseziele, von denen Sie Schmerzpatienten generell abraten?


Dr. Lauktien
: Generell nicht, aber wer in Länder mit unbekannten Rechtsnormen fahren will, dem empfehle ich, sich bei der entsprechenden Botschaft genauestens zu informieren, welche Richtlinien für Arzneimittel gelten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Insbesondere bei Medikamenten auf Morphin-Basis wäre ich sehr vorsichtig.

Herr Dr. Lauktien, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Fußnoten:

1 Die Staaten des Schengener-Abkommens streben an, einen möglichst einheitlichen Raum bezüglich Sicherheit und Recht zu schaffen. Beispielsweise koordinieren sie ihre Polizeiarbeit und gleichen ihr Waffen- und Betäubungsmittelrecht an. Zu den Ländern des Schengener Abkommes gehören zur Zeit: Deutschland, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Norwegen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien.


2 Formular: Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln:
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.bfarm.de/cln_043/nn_424418/SharedDocs/Publikationen /DE/Bundesopiumstelle/BtM/form/schengener-3s,templateId=raw, property=publicationFile.pdf/schengener-3s.pdf

Liste der obersten Gesundheitsbehörden: 

www.bfarm.de/de_ver/betaeubungsm/oberste_Landesg.pdf

(Achtung Hinweis: Die Links sind nicht mehr aktuell. Für das Formular siehe im Menu unter Patienten-Service)


Das Wichtigste in Kürze

Bei Reisen bis zu 30 Tagen innerhalb des Schengener Abkommens:

  • Einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten vom Arzt verordnen lassen und in Deutschland besorgen.
  • "Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln im Rahmen einer ärztlichen Behandlung - Artikel 75 des Schengener Durchführungsabkommens" ausfüllen und beglaubigen lassen.
  • Zu den Ländern des Schengener Abkommens gehören zur Zeit: Deutschland, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Norwegen, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien.


Bei Reisen länger als 30 Tage und / oder außerhalb des Schengener Abkommens:

  • Einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten vom Arzt verordnen lassen und in Deutschland erwerben.
  • Ärztliche Bescheinigung, möglichst in englisch, mit Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise besorgen.
  • Bei der zuständigen Botschaft in Deutschland die genauen Bestimmungen für das Reiseland erfragen.


Mehr Informationen zum Thema findet man auf der Internetseite der Bundesopiumstelle unter:
http://www.bfarm.de/cln_043/nn_683960/DE/Bundesopiumstelle/BtM/
rechtsgrund/hinweise-auslandsreisen.html


Ingwer bessert Kniebeschwerden bei Arthrose (1.020 Zeichen)

(sra) Typisch Arthrose: Jeder Schritt tut weh. Erst nach einer Stunde in Bewegung ist das Knie einigermaßen schmerzfrei. Ingwer kann die Beschwerden einer Kniegelenk- Arthrose lindern. Das ergab eine sechswöchige, placebokontrollierte Doppelblind- Studie der Universität Miami (USA), an der 247 Patienten teilnahmen. Durch die zweimal tägliche Einnahme eines Ingwerextraktes verringerten sich die Schmerzen der Teilnehmer im Stehen und nach 150 Meter Gehen stärker als bei Einnahme eines wirkstofffreien Scheinmedikamentes. Allerdings vertrugen nicht alle Patienten den Ingwerextrakt gleich gut. Bei 59 Patienten traten Nebenwirkungen auf: meist leichte Magen-Darm-Probleme.

Das in der Studie verwendete Ingwerpräparat ist bisher in Deutschland noch nicht zugelassen. Betroffene können sich zu Hause auch mit einem Ingwerwickel behelfen. Dazu wird Ingwer klein geschnitten, erwärmt und dann mit Essig aufgegossen. Nach einigen Minuten wird ein Tuch mit dem entstandenen Sud getränkt und auf das schmerzende Knie gelegt.

Quelle:

Altman, R.D., Marcussen, K.C.: Effects of a ginger extract on knee pain in patients with osteoarthritis. Arthritis Rheum. 44 (11): 2531-2538, 2001.


Achtung Taucherflöhe! - Gefahr der Dekompressionskrankheit nicht unterschätzen (1.936 Zeichen)

(sra) Hobbytaucher aufgepasst: Wer nach dem Tauchen über "Taucherflöhe", einen starken Juckreiz am ganzen Körper, sowie Kopf- und Muskelschmerzen klagt, leidet höchstwahrscheinlich an der Dekompressionskrankheit.

Kommt ein Taucher zu schnell aus Tiefen mit hohem Druck an die Oberfläche, perlt Stickstoff im Körper aus. Dieser blockiert die Sauerstoffaufnahme der Körperzellen. Bei längerer Unterversorgung mit Sauerstoff treten nach einigen Stunden, manchmal auch erst nach Tagen, Juckreiz, Kopf- und Muskelschmerzen auf. Insbesondere die Muskelgruppen, die nach dem Tauchen besonders angestrengt wurden, beginnen zu schmerzen. Mediziner diagnostizieren dann einen Dekompressionsunfall. In schweren Fällen kann dies sogar zu Lähmungen und Sinnesausfällen führen.

Die Dekompressionskrankheit ist zu vermeiden, indem die "Austauchpausen" auf verschiedenen Tiefenstufen genau eingehalten werden. Bei der Berechnung spielen die maximale Tauchtiefe, die Dauer des Tauchgangs sowie die Anzahl der Tauchgänge in den letzten 24 Stunden eine Rolle. Mittlerweile berechnen auch Tauchcomputer alle notwendigen Daten.

Machen sich Anzeichen einer Dekompressionskrankheit bemerkbar, ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Dabei sollte ein Hinweis auf einen Tauchgang in den vergangenen Stunden oder Tagen nicht fehlen. Bei Verdacht auf eine Dekompressionskrankheit kann der Arzt den Betroffenen in die nächste Druckkammer überweisen. Dort wird der Körper erneut unter Druck gesetzt und anschließend eine langsame Druckentlastung durch-geführt. Trotzdem kann es zu bleibenden Schäden kommen, wenn die Körperzellen längere Zeit nicht genügend mit Sauerstoff versorgt werden. Deshalb sollte man bei den beschriebenen Symptomen nach einem Tauchgang schnell handeln.

Wichtig ist außerdem: Nie sofort nach dem letzten Tauchgang in ein Flugzeug steigen! Tauchlehrer empfehlen eine Pause bis zu 36 Stunden, um einen De- kompressionsunfall in der Luft zu vermeiden.

Quellen:

Ärzte Zeitung vom 14.06.02: Symptome erst Stunden nach dem Tauchen.

Thomas Kromp, Hans Roggenbach, Peter Bredebusch: Praxis des Tauchens. Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 1996.


Interessante Links:

Anleitung zur Benutzung von Dekompressionstabellen findet man im Internet unter:

http://www.peter-rachow.de/decouse.htm
Eine Liste mit Druckkammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet man unter:
www.gtuem.org/kammern.htm (Archiv: Link nicht mehr aktiv)



Faszinierend aber nicht ganz ungefährlich die Unterwasserwelt. Faszinierend aber nicht ganz ungefährlich die Unterwasserwelt.
Foto: MEV


Das Bild können Sie bei uns kostenlos (jpg-Datei) bestellen, wenn Sie es in Verbindung mit dem Text abdrucken. Schicken Sie einfach eine e-mail an:
schmerz(à)kilian.de


Mit Wohlgerüchen können Frauen ihre Schmerzen lindern (1.223 Zeichen)

(sra) Der süße Duft von Rosen oder Mandeln kann Frauen etwas von ihren Schmerzen während eines Klinikaufenthaltes nehmen. Das ergab eine Studie der Universität Quebec, Kanada. Verschenken Sie also bei Ihrem nächsten Krankenbesuch einen großen Strauß Rosen, um das Wohlergehen der Patientin zu bessern. Männer profitieren von den betörenden Gerüchen leider nicht.

In der wissenschaftlichen Untersuchung von Serge Marchand und Pierre Arsenault mussten jeweils 20 Frauen und Männer ihre Hände möglichst lange in schmerzend heißes Wasser tauchen, während sie gleichzeitig verschiedene Düfte rochen. Bei angenehmen Gerüchen empfanden die Frauen deutlich weniger Schmerzen. Übelriechende Düfte wie Essig erhöhten ihr Schmerzempfinden leicht. Die Männer wurden von den Düften nicht beeinflusst. Sie zogen ihre Hände bei allen Gerüchen gleich schnell aus dem Wasser.

Warum dies so ist, wissen die beiden Forscher auch nicht mit letzter Sicherheit. Nor- malerweise aktivieren angenehme Berührungen ein Gebiet in der frontalen Hirnrinde, die auch für Geschmack und Duft zuständig ist. Es ist deshalb möglich, dass Düfte bei Frauen den Wahrnehmungsprozess für Berührung, Schmerz und Temperatur beeinflussen, wie die Versuche zeigten.


Quelle:

Serge Marchand, Pierre Arsenault: Odors modulate pain perception; A gender-specific effect. Physiology & Behavior 76 (2): 251-256, 2002. Betsy Mason: Sweet smells banish pain. NewScientist.com, 20. Juni 2002.


Qualen durch Quallen
Kontakt mit Quallen kann schmerzhaft sein
Alkohol oder Süßwasser sind als Hilfsmaßnahmen ungeeignet (2.616 Zeichen)


(sra) Endlich Schwimmen, Tauchen oder Schnorcheln im sommerlich warmen Meer - eine Freude für Körper und Geist. Doch dabei kommt es immer häufiger zu unliebsamen Begegnungen. Klimaerwärmung, ungünstige Strömungen und Düngemittel im Wasser führen zu einem vermehrtem Auftreten von Quallen. Meist ist der Kontakt mit den glitschigen Tieren nur unangenehm. Manche Arten können jedoch ernsthafte Verletzungen an der Haut verursachen. Dann ist es wichtig, die richtigen Hilfsmaßnahmen zu kennen.

Auf Beutejagd oder zur Verteidigung setzen Quallen bei Berührung auf einen Schlag aus Hunderten von kleinen Nesselkapseln einen Giftstoff frei, der den Gegner lähmen soll. Kommt die menschliche Haut mit dem Nesselgift der Kapseln am Ende der Tentakel in Kontakt, hat das je nach Quallenart unterschiedliche Folgen. Das Gift der Feuerqualle beispielsweise, die auch in der Nordsee vorkommt, verursacht heftig juckende und brennende Blasen auf der Haut. Nach Kontakt mit Leuchtqualle, Kompassqualle, Seewespe oder Portugiesischer Galeere aus tropischen Meeren kommt es zu brennenden Schmerzen, oberflächlich entzündeter Haut und Blasen. Im schlimmsten Fall drohen Übelkeit, Fieber und Krämpfe von Rumpfmuskulatur und Zwerchfell. Am gefährlichsten ist die Würfelqualle, die in den Meeren um Australien zu Hause ist. Ihr Gift kann zum Herzstillstand führen.


Erste Hilfe bei Quallenkontakt

Berührt Sie eine Qualle mit ihren langen Tentakeln, bleiben Sie möglichst ruhig, um sich nicht weiter in den Nesselfäden zu verstricken. Beim Kontakt mit Quallen können Tentakel und Nesselschleim an der Haut haften bleiben. Reiben Sie daher nicht mit der Hand über die betroffene Stelle und verwenden Sie weder Süßwasser noch Alkohol zum Abspülen. Dadurch entladen auch noch die letzten intakten Nesselkapseln ihr Gift auf der Haut. Im Notfall streuen Sie Sand auf die betroffene Stelle. Das trocknet die Nesselfäden aus. Schaben Sie den Sand nach einiger Zeit vorsichtig mit einem scharfen Gegenstand ab.

Am besten hilft eine fünfprozentige Lösung aus Haushaltessig. Damit werden die Nesselkapseln inaktiviert. Schütten Sie etwa 2 Liter Flüssigkeit innerhalb von dreißig Sekunden über die gereizte Hautpartie und lassen Sie diese etwa eine halbe Stunde ein-wirken. Erst jetzt kann man die noch haftenden Tentakel oder Nesselkapseln gefahrlos entfernen.

Eine dick auf die Haut aufgetragene Paste aus Backpulver oder Magnesiumsulfat kann die Nesselkapseln ebenfalls unschädlich machen. Ein Kühlgel oder Eisbeutel lindert anschließend den Schmerz. Bei heftigen Begleiterscheinungen wie Kreislaufschwäche ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Quellen:

Ulrike Raupp et al.: Fallstudie einer Quallenverletzung. Hautarzt 47: 47-52, 1996.

MT-Bericht: Löschmaßnahmen nach Quallenkontakt. Medical Tribune 51: 16, 2001.


V.i.S.d.P.

Herausgeber:

Forum Schmerz im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e.V.

Redaktion
:
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Inge Kokot

Wissenschaftlicher Beirat:

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Dr. Wolfgang Sohn (Schwalmtal)

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