sra schmerz report aktuell, Jg.2, 1-2003
Informationen zu:
Betreuung, Schmerzpatienten, Schmerzmanagement, Opioide, Kinder, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Broschüre, Rückenschmerzen, Schmerzen, Schokolade, Sexualkopfschmerz,Forum Schmerz, Migraene, Kopfschmerz, Ursachen, Beratung, Rücken, Kopf, Therapie, Hilfe,
Sie sind hier: Home / Journalisten / Pressedienste / sra, Jg. 2, 1-2003
20.10.2017 : 23:34

Auf dieser Seite:


Handbuch der Impfpraxis

Einmalige Zusammenstellung aktueller Daten zu allen durch Impfung verhütbaren Krankheiten – von A wie Anthrax (Milzbrabd) bis Z wie Zoster (Gürtelrose), ca. 700 Seiten. Vorträge einfach und schnell gestalten mit beiliegender CD-Rom. Mehr

         Anzeige
 

Neue Beiträge im Forum



Anzeige

sra schmerz report aktuell, Jg.2, 1-2003

Betreuung von Schmerzpatienten noch immer lückenhaft
Angst vor Opioiden unbegründet hoch

(sra) Nahezu die Hälfte aller Deutschen ist von Schmerzen betroffen. Rückenschmerzen führen dabei mit rund 45 Prozent die Liste der gesundheitlichen Beschwerden an. “Es wird Zeit, dass Patienten eine passende und umfangreiche Schmerzbehandlung erhalten”, so Dr. Wolfgang Sohn, Allgemeinmediziner und Schmerztherapeut aus Schwalmtal. Jeder Mensch empfindet Schmerzen anders. Die Patientenwahrnehmung müsse deshalb stärker berücksichtigt und der Patient als Ganzes gesehen werden. Eine unzureichende Schmerztherapie birgt die Gefahr chronischer Schmerzen, so der Experte weiter. Darüber hinaus hätten viele Ärzte und Patienten immer noch unbegründete Ängste vor dem Einsatz stärkster Schmerzmittel wie den Opioiden.

Empfehlungen der WHO

 Starke Schmerzen bedürfen starker Schmerzmittel. In Dänemark ist diese Tatsache längst akzeptiert. Im Gegensatz dazu sind starke Opioide wie z.B. Morphin oder Fentanyl, in Deutschland meist Krebspatienten vorbehalten. Grund dafür seien mangelnde Kenntnisse über die Empfehlungen der WHO (s. Abbildung 1), meint Schmerzexperte Sohn. Häufig würden auch Nebenwirkungen falsch eingeschätzt. So sei vielfach unbekannt, dass so genannte retardierte Opioide nicht süchtig machen und für die Langzeittherapie geeignet sind. Die Vorzüge einer angemessenen Schmerztherapie, wie die Erhöhung der Lebensqualität, die Verringerung von Angst, Depressionen und sozialer Isolation, würden nicht ausreichend bedacht.

Die Schmerzwahrnehmung des Patienten sei ein wichtiger Faktor für die richtige Behandlung: “Schmerz ist das, was ein Patient als Schmerz erlebt”, bringt Sohn es auf den Punkt. "Häufig werden die Betroffenen doch mit dem Rat nach Hause geschickt, sie sollten sich nicht so anstellen." Zu wenig berücksichtigt wird, dass psychosoziale Belastungen, wie Probleme am Arbeitsplatz oder in der Familie einen negativen Einfluss auf das Schmerzempfinden ausüben. Neben der Ursache, Art und Stärke der Schmerzen sollten Patienten vom Arzt viel intensiver deshalb auch nach diesen Belastungen gefragt werden. Eine Studie konnte zeigen, dass Arbeitnehmer mit einem schlechten Betriebsklima häufiger unter Rückenschmerzen leiden als solche mit angenehmen Arbeitsbedingungen.

Eine wesentliche Aufgabe des Arztes sei es, laut Sohn, die so genannte plastische Phase von Schmerzen wahrzunehmen. Darunter verstehen Experten den Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen. Chronische Schmerzen entstehen dann, wenn akute Schmerzen nicht ausreichend behandelt werden. Es bildet sich ein Schmerzgedächtnis aus mit der Folge, dass selbst leichte Reize plötzlich als Schmerz empfunden werden.

Sohn empfiehlt daher, ein intensives Arzt-Patienten-Gespräch, eine frühzeitige und effektive Schmerzbehandlung sowie eine bedarfsgerechte Versorgung auch mit starken Schmerzmitteln.

(Zeichen 2.760 mit Leerzeichen)


Diagnostik: Kinder malen ihre Kopfschmerzen auf
Zeichnungen weisen auf Kopfschmerztyp hin

(sra) Der Kopf schmerzt heftig, doch für Kinder ist dieses Gefühl schwer zu beschreiben: Wie stark sind die Schmerzen? Welche Kopfregion ist von dem Schmerz betroffen, oder was hat den Kopfschmerz ausgelöst? Noch schwieriger ist es für Ärzte, Kindern genaue Angaben über die Art und Intensität ihrer Schmerzen zu entlocken.

Einer US-amerikanischen Studie zufolge gibt es für dieses Problem eine einfache und kostengünstige Lösung: Kinder malen ihre Kopfschmerzen auf. Mit Hilfe dieser Methode kann im Vorfeld eine Festlegung des Kopfschmerztyps in migräneartig oder nicht migräneartig vorgenommen werden. Darüber hinaus werden die anschließenden körperlichen und klinischen Untersuchungen in die richtige Richtung gelenkt. Wenn ein Kind beispielsweise Übelkeit oder Erbrechen grafisch darstellt oder der Zeichnung zu entnehmen ist, dass ein Kind am liebsten im dunklen Zimmer im Bett liegt, dann ist dies ein Hinweis auf eine Migräne. In der Studie war bei rund 90 Prozent der Fälle das Untersuchungsergebnis anhand der Zeichnungen vorhersagbar.

(1.039 Zeichen mit Leerzeichen)

Quellen:
Stafstrom, CE; Rostasy, K; Minster A: The usefulness of children’s drawings in the diagnosis of headache. Pediatrics 109 (3), S. 460-472, 2002.


Neue Broschüre: Nervenschmerzen – Ursache und Behandlung

Neue Broschüre: Nervenschmerzen – Ursache und Behandlung(sra) Nach Schätzungen medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften haben in Deutschland etwa 7,5 Millionen Menschen chronische Schmerzen. Jeder vierte Betroffene leidet dabei unter Nervenschmerzen. Sie treten sehr oft als Folge einer anderen Erkrankung wie Gürtelrose oder einer Amputation auf. Da der Auslöser in der Regel nicht oder nur sehr schwer zu beseitigen ist, leiden die Betroffenen häufig Jahre lang unter den Schmerzen. Diese Menschen sind enormen seelischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. Die andauernden Qualen schränken die Lebensqualität so stark ein, dass ein normales Leben kaum möglich ist. Doch chronischer Schmerz sollte kein Schicksal sein. Durch eine geeignete Schmerztherapie können die Beschwerden meist genommen oder zumindest auf ein erträgliches Maß verringert werden.

In einer neuen Aufklärungsbroschüre informiert das Deutsche Grüne Kreuz e. V. ausführlich über die verschiedenen Ursachen von Nervenschmerzen und wesentliche Aspekte einer effektiven Schmerztherapie. Außerdem werden die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten chronischer Beschwerden vorgestellt und Ratschläge zur aktiven Unterstützung der ärztlichen Behandlung gegeben.

Die Broschüre “Nervenschmerzen – Ursache und Behandlung” kann mit einem adressierten und mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Nervenschmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg.

(1.428 Zeichen mit Leerzeichen)

 


Autsch! – Zigarettenrauchen verantwortlich für Rückenschmerzen?

(sra) Aufgrund von Schmerzen fehlen Raucher doppelt so häufig bei der Arbeit als ihre nichtrauchenden Kollegen. Zu diesem Ergebnis kamen Keith Palmer und sein Team von der Universität Southampton, Großbritannien. Sie befragten knapp 13.000 Briten über ihre Rauchgewohnheiten, ihre Arbeit, ihr soziales Umfeld und über Nacken-, Rücken- und Gliederschmerzen. In der Kategorie starke Schmerzen, die Alltagstätigkeiten unmöglich machen, waren ehemalige und gegenwärtige Raucher weit häufiger vertreten als Nichtraucher.

Eindeutig erklären lassen sich die Ergebnisse nicht. Laut den Autoren führen die Inhaltsstoffe des Tabaks möglicherweise zu einer schlechteren Versorgung des Körpers mit Nährstoffen. Die Gewebe werden dadurch spröder und reagieren auf mechanische Beanspruchung empfindlicher. Denkbar ist auch, dass die Inhaltsstoffe die Schmerzwahrnehmung verstärken. Möglicherweise greifen schmerzempfindlichere Menschen aber einfach nur schneller zur Zigarette als schmerzunempfindlichere.

(985 Zeichen mit Leerzeichen)

Quelle:
Palmer, KT et al.: Smoking and musculoskeletal disorders: findings from a British national survey. In: Annals of the Rheumatic Diseases; 62: 33-36, 2003


Schokolade - kurzfristige Wirkung auf das Schmerzempfinden

(sra) Schokolade lindert tatsächlich Schmerzen, allerdings nur für kurze Zeit. Beim Genuss von Schokolade schüttet der Organismus körpereigene Schmerzmittel, Endorphine, aus und produziert das Hormon Serotonin, das auch als “Glückshormon” bezeichnet wird. Ein hoher Serotoninspiegel verringert die Empfindlichkeit des Körpers für Schmerzen.

Diese schmerzlindernde Wirkung wird insbesondere durch zwei Bestandteile der Schokolade, Zucker und die Aminosäure Trytophan, hervorgerufen. Aufgrund des hohen Zuckeranteils und einiger biochemischer Prozesse, die dadurch ausgelöst werden, gelangt verstärkt die Aminosäure Trytophan ins Gehirn, wo sie in das “Glückshormon” Serotonin umgewandelt wird. Somit wird die Schmerzschwelle gesenkt. Dieser Effekt bleibt allerdings nur 60 bis 90 Minuten nach dem Verzehr erhalten. Für eine langfristige Schmerzbehandlung ist Schokolade deswegen nicht geeignet. Und auch die Möglichkeit, Schokolade auf Rezept zu bekommen, wird wohl eher Illusion bleiben.

(980 Zeichen mit Leerzeichen)


Stress im Bett
Sexualkopfschmerz ist eine schwere Belastung

(sra) Die schönste Nebensache der Welt endet für manche Menschen in einer unerträglichen Kopfschmerzattacke. In Deutschland leiden ca. 80.000 Menschen an so genannten Sexualkopfschmerzen. Männer sind drei- bis viermal häufiger als Frauen von diesem unangenehmen Spielverderber betroffen. Die Erscheinungsformen sind unterschiedlich: die meisten Patienten erleben eine heftige Schmerzattacke während des Orgasmus, bei anderen steigert sich ein dumpfer Schmerz mit zunehmender Erregung, einige spüren den Kopfschmerz erst nach dem Liebesakt.

Auffällig ist, dass 50 Prozent der Menschen die unter Sexualkopfschmerz leiden auch Migräne haben. Ärzte gehen davon aus, dass beiden Kopfschmerzformen ähnliche Ursachen zugrunde liegen. "Die Reizverarbeitung im Gehirn ist beeinträchtigt, es kann sich weniger gut auf Stressreize wie beispielsweise Blutdruckanstieg einstellen." erklärt Dr. Jan-Peter Jansen, Kopfschmerzexperte aus Berlin.

Sexualkopfschmerz ist eine schwere BelastungSo liegt in der Ursache auch gleichzeitig eine Möglichkeit der Vorbeugung: Das behutsame Liebesspiel ist für Menschen, die unter Sexualkopfschmerzen leiden, verträglicher als der orgiastische Akt mit einem hohen körperlichen Stressfaktor. Betroffene, die sehr stark unter den Schmerzattacken leiden, können im akuten Fall ein Schmerzmittel nehmen. Die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen und Migräne Kombinationspräparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein. Sie wirken schnell und sind gut verträglich. Auch eine vorbeugende Therapie ist möglich, muss aber in jedem Fall mit dem Arzt besprochen werden.

Prüde Enthaltsamkeit ist allerdings nicht das Mittel der Wahl. Abgesehen von dem Verlust an Lebensqualität sollte auch aus gesundheitlichen Gründen nicht auf Sexualität verzichtet werden. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Wirkung von sexuellen Aktivitäten auf Gesundheit und Wohlbefinden durchaus mit der von Sport vergleichbar ist.

(1.725 Zeichen ohne Leerzeichen)

 


Service-Informationen

· Info-Broschüren

Folgende Broschüren können von Interessierten gegen Einsendung eines mit 0,77 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag (DIN A5) angefordert werden bei:
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort: Titel der Broschüre
Postfach 1207
35002 Marburg


» “Keine Angst vor Schmerzen”
» “Aktiv gegen Rückenschmerzen
» “Schmerztherapie bei Osteoporose”
» “Nervenschmerzen - Ursache und Behandlung”
» “Kopfschmerztagebuch” (Schutzgebühr: 0,55 Euro in Briefmarken)
» “Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe”

· Faltblatt “SchmerzInfo”

Dieses Faltblatt (Stichwort: SchmerzInfo) kann gegen Einsendung eines mit € 0,55 frankierten Standardbriefumschlages beim DGK (s.o.) angefordert werden. Das Faltblatt enthält wichtige Adressen und Telefonnummern von Hilfsorganisationen zum Thema Schmerz.


· Telefon-Hotline

Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) bietet jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr eine Telefonberatung mit erfahrenen Schmerztherapeuten an unter der kostenlosen Rufnummer 0800/0112 115.


· Fax-Abruf

Zur schnellen Information dient ein vierseitiger Faxabruf des DGK über die Therapie chronischer Schmerzen unter 0190/66 11 97 (0,41 €/Minute).


· Kontaktadressen/Schmerztherapeuten

Auf Anfrage vermittelt das DGK unter der Rufnummer 06421/293-125 interessierten Patienten Adressen von Schmerztherapeuten, Klinken in Deutschland und Selbsthilfegruppen.


· Infos im Internet

Umfangreiche Informationen rund um das Thema Schmerz, mit vielen Querverweisen zu anderen Krankheitsbildern, bieten die Internet-Seiten des Deutschen Grünen Kreuzes unter http://www.dgk.de


· Grafiken und Bildmaterial

Alle abgebildeten Fotos sowie die Buch- und Broschüren-Cover können im Zusammenhang mit den Artikeln von Redaktionen in schwarz-weiß oder farbig kostenlos per E-Mail angefordert werden unter: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailmargot.boucsein(à)kilian.de


· Interviewpartner

Für ein persönliches Gespräch vermitteln wir Redakteuren gerne die kompetenten Schmerzexperten unseres wissenschaftlichen Beirates. Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an Dr. Dietmar Krause.


· Ansprechpartner

Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich jederzeit gerne wenden an:
Dr. Dietmar Krause
Telefon 06421/293-124
Telefax 06421/293-170
E-Mail dietmar.krause(à)kilian.de

· Buchtipps

Dr. med. Jan-Peter Jansen
Schmerzfrei – Aktive Hilfe bei chronischen Schmerzen
13,- Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-76-0

Dr. Dietmar Krause, Helga Freyer-Krause
Was für den Rücken gut ist
5,- Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-81-7

Joel Nathan
Wie ich den Krebs zweimal besiegte – Ratschläge zum Überleben
15,50 Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-68-X

Rezensionsexemplare können angefordert werden bei:
VERLAG im KILIAN, Frau Sandra Hueter, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Tel. 06421/293-322, Fax: 06421/163894, E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailsandra.hueter(à)kilian.de