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sra, Jg. 3, 1-2004

Tag der Rückengesundheit am 15. März 2004:
Beraten, bewegen, behandeln - Schmerzen im Visier

Tag der R�ckengesundheit am 15. M�rz 2004(sra) Acht von zehn Deutschen haben es mindestens einmal in ihrem Leben "im Kreuz". Am stärksten betroffen sind die 30- bis 50-Jährigen. Doch die Patienten werden immer jünger. Als wichtige Ursachen werden stundenlanges Sitzen, Fehlhaltungen und mangelnde Bewegung vermutet. Bei der überwiegenden Zahl von Rückenschmerzen ist eine eindeutige Ursache allerdings nicht zu finden, wie Professor Thomas Kohlmann vom Institut für Community Medicine in Greifswald weiß. Und trotzdem tut es weh.

Die Beschwerden reichen vom leichten Ziehen über Muskelschmerz und stechende Schmerzen, einem pelzigen Gefühl oder Kribbeln in der Haut bis hin zu Lähmungserscheinungen. Nicht immer lassen sich die Symptome mit den ärztlichen Befunden in Einklang bringen. "Das ist auch nicht entscheidend. Wichtig ist das Befinden des Patienten, das es zu bessern gilt", sagt Professor Kohlmann. Wer an Rückenschmerzen leidet, sollte sich deshalb so schnell wie möglich untersuchen lassen. "Wenn Rückenschmerzen über Monate und Jahre hinweg anhalten oder immer wieder auftreten, können sie chronisch werden", erläutert Dr. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut aus Berlin und wissenschaftlicher Beirat im Forum Schmerz des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK). Eine rechtzeitige Schmerztherapie sollte dies verhindern.

Die medikamentöse Schmerzbehandlung richtet sich dabei nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bei leichten Schmerzen reichen einfache, rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke aus. Manchmal kann es aber sinnvoll sein, die Behandlung mit den stärksten zur Verfügung stehenden Schmerzmitteln, den Opioiden, zu beginnen. Sie sind laut WHO auch zur Dauertherapie am besten geeignet.

"Die gesamtgesellschaftlichen Kosten für die Behandlung von Rückenschmerzen betragen jährlich rund 15 Milliarden Euro", stellt Professor Kohlmann fest. Deutschland gebe in jedem Jahr etwa ein Prozent des Bruttosozialproduktes für die Behandlung von Rückenschmerzen und deren Folgen aus. Eine bessere Vorsorge und die Durchsetzung geeigneter Therapiekonzepte können bei der Kosteneinsparung helfen, meint der Experte.

Diesen Aspekt greift das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e.V. beim 3. Tag der Rückengesundheit am 15. März 2004 auf. "Wir haben den Tag unter das Motto 'Beraten, bewegen, behandeln - Schmerzen im Visier' gestellt", erklärt Dr. Dietmar Krause, Leiter des Forum Schmerz in Marburg. "Wir möchten Betroffene dabei sowohl über eine rationale Rückenschmerztherapie informieren, als auch geeignete Vorsorgemöglichkeiten erläutern", so der Fachmann.

Betroffene können sich am 15. März 2004 vor Ort in teilnehmenden Apotheken und Gesundheitsämtern über eine effektive Schmerztherapie und gesunde Trainingsmöglichkeiten informieren. Wer mitmacht, steht unter www.forum-schmerz.de oder ist unter Tel. 0 64 21 / 293 - 125 zu erfragen. Im Internet finden sich auch viele weitere Informationen rund um das Thema Schmerz.


Koffein und Kopfschmerzen:
Bestimmt die Dosis die Wirkung?

(sra) Cola kann Kopfschmerzen auslösen. Das ist das Ergebnis einer israelischen Studie, an der 36 Kinder und Jugendliche teilnahmen. Die durchschnittlich neun Jahre alten Patienten tranken täglich mindestens eineinhalb Liter Cola. Das entspricht einem Koffeinkonsum von etwa 200 Milligramm. Die Folge waren Kopfschmerzen, die an mindestens vier Tagen in der Woche auftraten. Durch eine langsame Verminderung der Koffeinaufnahme konnten die Kinder von ihren Beschwerden befreit werden.

 Doch Koffein kann nicht nur Kopfschmerzen auslösen, sondern auch beseitigen.Doch Koffein kann nicht nur Kopfschmerzen auslösen, sondern auch beseitigen. Koffein hat neben der bekannten belebenden Wirkung positive Effekte speziell gegen Kopfschmerzen und Migräne. Es gelangt mit dem Blut ins Gehirn und erweitert dort verengte Blutgefäße. Kopfschmerzen, die durch eine mangelnde Blutversorgung entstanden sind, können dadurch gelindert werden. So erklärt sich auch die von der Hausapotheke bekannte Wirkung einer Tasse starken Kaffees zu Beginn einer Migräneattacke.

Außerdem hat Koffein vermutlich auch eine direkte Wirkung gegen Kopfschmerzen. Diese ist auf die Beeinflussung von Rezeptoren im Gehirn zurückzuführen. Neue Untersuchungen der Universität Freiburg zeigen darüber hinaus, dass Koffein die Wirkung der Schmerzmittel
Acetylsalicylsäure (ASS) und Paracetamol verstärkt, wenn es gemeinsam mit diesen Wirkstoffen kombiniert wird. Bei der Kombination von Koffein, ASS und Paracetamol können deshalb 40 Prozent der beiden Schmerzmittel eingespart und die Nebenwirkungen vermindert werden. Für diesen Effekt reichen bereits 50 Milligramm Koffein aus. Das entspricht einer halben Tasse Kaffee.

Ob Koffein gegen Kopfschmerzen hilft oder sie verursacht, könnte also eine Frage der Dosis sein. Genauere Untersuchungen hierzu liegen nicht vor. Auch ist eine unterschiedliche Wirksamkeit von Koffein bei Kindern und Erwachsenen denkbar. Kinder sollten grundsätzlich auf Koffein verzichten, denn Koffein hat auch einen negativen Einfluss auf das Knochenwachstum. Eineinhalb Liter Cola am Tag sind außerdem auch hinsichtlich der Koffeinmenge für Kinder und Jugendliche bedenklich. Als Durstlöscher sind Wasser oder Saftschorlen wegen des geringeren Zuckergehaltes besser geeignet.

Ausführliche Informationen enthält die Broschüre “Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe”, die mit einem adressierten und mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden kann beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Kopfschmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg oder als Download unter www.forum-schmerz.de im Internet steht. Ab März 2004 erhalten Sie gegen eine Schutzgebühr von 0,55 € in Briefmarken das Kopfschmerztagebuch für Kinder.

Quelle: Hering-Hanit, R.; Gadoth, N.: Caffeine-induced headache in children and adolescents. Cephalagia 23 (5), 332-335, 2003.


Chronische Schmerzen schließen Schwangerschaft nicht aus -
Opioide gelten als effektive und sichere Therapie

(sra) Opioide sind effektive und sichere Arzneimittel zur Behandlung chronischer Schmerzen bei Schwangeren. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler, die die Fachliteratur nach Studien zur Behandlung von Schmerzen während der Schwangerschaft durchsuchten. Sie betonten aber, dass weitere kontrollierte Studien zu diesem Thema wünschenswert seien, um das Wissen auf diesem Gebiet auszubauen.

Neugeborene, deren Mütter zur Behandlung ihrer Schmerzen während der Schwangerschaft Opioide erhalten haben, leiden nach der Geburt häufig an einem neonatalen Abstinenz-Syndrom: Opioide gelangen über die Plazenta in den Kreislauf des Fetus. Die Neugeborenen sind daher an die Opioide gewöhnt und reagieren nach der Geburt häufig mit Fieber, Erbrechen und Krämpfen. Außerdem zittern die Säuglinge, sind leicht reizbar und haben Probleme mit dem Saugen. Sie müssen nach der Geburt schrittweise entwöhnt werden.

Experten sind der Ansicht, dass die Entwöhnung eines Säuglings ein viel geringeres Problem darstellt, als die Betreuung von Frauen, die ein Kind nur unter starken Schmerzen austragen könnten. Frauen, die eine Opioid-pflichtige Behandlung benötigen, sollen während der Schwangerschaft deshalb weiterbehandelt werden, so Dr. Jan-Peter Jansen vom Schmerzzentrum Berlin.

Der Experte wies auch darauf hin, dass junge Frauen mit Opioid-pflichtigen chronischen Schmerzen und Kinderwunsch ihren Hormonstatus untersuchen lassen sollten. Opioide können die Sexualhormonproduktion senken. Gegebenenfalls müssen betroffene Frauen dann Hormone einnehmen, meint Jansen.

Quelle: M.J. Wunsch, V. Stanard, S.H. Schnoll: Treatment of pain in pregnancy. Clin. J. Pain 19: 148-155, 2003.


Kostenlose Telefon-Beratung zur Schmerztherapie
(Nächste Sprechstunde des Forum Schmerz am 03. März 2004)

(sra) Schätzungen von Experten zufolge leiden etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland an chronischen Schmerzen. Die Beschwerden können nach Ansicht des Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz in den meisten Fällen durch eine frühzeitige und effektive Therapie gelindert oder gar genommen werden. “Heute stehen glücklicherweise eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, um Schmerzen wirksam zu behandeln. Eine Auskunft wie “Damit müssen sie leben” braucht kein Patient mehr hinzunehmen”, so Dr. Dietmar Krause, Schmerzexperte beim Forum Schmerz. Leider mangele es noch an ausreichender Information der Betroffenen und häufig auch der Ärzte.

Dr. Dietmar KrauseAus diesem Grund hat die Gesundheitsorganisation eine Telefon-Hotline eingerichtet. Interessierte können sich jeden ersten Mittwoch im Monat in der Zeit von 16 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0 800 / 01 12 115 von einem erfahrenen Schmerzexperten Rat holen. Dabei können die Anrufer Fragen nach verschiedenen Therapiemöglichkeiten stellen, zum Beispiel ob und welche Nebenwirkungen zu befürchten sind, ob opioidhaltige Schmerzpflaster genauso wirksam sind wie Tabletten, ob Akupunktur bei chronischen Schmerzen hilft oder mit welchen Maßnahmen Betroffene die Therapie selbst unterstützen können.


Was bedeutet die Gesundheitsreform für Schmerzpatienten?

(sra) Viele Menschen stehen der Gesundheitsreform verunsichert gegenüber. Noch haben sich nicht alle Veränderungen eingespielt aber vor allem Patienten, die häufiger zum Arzt gehen, müssen mit höheren Belastungen rechnen.

Für Menschen mit chronischen Krankheiten gibt es allerdings besondere Regelungen. Auch Sie bezahlen zwar die Praxisgebühr, haben aber eine herabgesetzte Belastungsobergrenze: Alle Zuzahlungen einschließlich der Praxisgebühr dürfen nicht mehr als ein (statt bei anderen Patienten zwei) Prozent der eigenen Bruttoeinnahmen betragen.

Die Definition des Begriffs “schwerwiegende chronische Krankheiten” ist vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen als Richtlinie formuliert worden (siehe Kasten). Diese Richtlinie ist am 29. Januar 2004 in Kraft getreten.

Für die Anerkennung als chronisch Kranker durch die Krankenkasse sind Bescheinigungen vom behandelnden Arzt notwendig. Beispielsweise über die Dauer der Behandlung und die Notwendigkeit, regelmäßig Medikamente einzunehmen. Patienten, die häufig wegen ihrer Schmerzen in Behandlung sind, sollten also auf jeden Fall mit ihrem Arzt über dieses Thema sprechen. Vor allem die Kriterien unter Punkt c), wie “dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität”, werden von vielen Menschen mit chronischen Schmerzen erfüllt. Therapeuten sind dann verpflichtet, dies auch zu bescheinigen.

Wer ist chronisch krank?

Eine Krankheit ist schwerwiegend chronisch, wenn sie wenigstens ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Merkmale vorhanden ist:

a) Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel des elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB) vor.

oder

b) Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 % nach § 30 des Bundesversorgungsgesetzes oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60 % nach § 56 Abs. 2 SGB VII vor.

oder

c) Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln) erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der Krankheit nach Satz 1 verursachten Gesundheitsstörung zu erwarten ist.


Mikrostromtherapie bei chronischen Schmerzen:
Ist das die Stecknadeltherapie im Heuhaufen der Behandlungsmöglichkeiten?

(sra) “Menschen, die jeden Tag mit starken Schmerzen leben müssen, benötigen eine maßgeschneiderte Schmerzbehandlung”, so Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz. Diese soll hocheffektiv und möglichst frei von Nebenwirkungen sein. Außerdem soll sie das Schmerzempfinden eines jeden Menschen individuell berücksichtigen, meint der Experte. Es versteht sich von selbst, dass es sich hierbei nicht um eine Standardtherapie handeln kann.

Mikrostromtherapie bei chronischen SchmerzenDie meisten Betroffenen kommen mit Schmerzmitteln gut klar. Häufig wird die medikamentöse Behandlung mit nicht-medikamentösen Maßnahmen kombiniert. Dabei kann es sich um Krankengymnastik, Akupunktur oder eine psychologische Schmerztherapie handeln.

Patienten mit chronischen, aber auch mit akuten Schmerzen können nun auch auf die Mikrostromtherapie hoffen. Über zwei Elektroden werden schwache Stromimpulse durch die schmerzende Region geleitet. Diese Impulse beeinflussen den Energiestoffwechsel und können die Schmerz auslösenden Mechanismen sehr schnell beseitigen sowie die Schmerzempfindung im Gehirn beeinflussen.

“Die Mikrostromtherapie wurde aus der Überlegung heraus entwickelt, dass der menschliche Organismus am ehesten mit den Stromstärken beeinflusst werden kann, die er selbst generiert”, erklärt Dr. Rüdiger Schellenberg vom Institut für Ganzheitliche Medizin in Hüttenberg. Deshalb kämen - anders als bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) - nur Ströme von 100 bis 600 Mikroampere zur Anwendung.

Die Methode wurde in den 70er-Jahren zur Behandlung von Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen entwickelt. Mitte der 90er-Jahre wurde die Wirksamkeit der kraniellen elektrotherapeutischen Stimulation (CES), so der Fachbegriff für die Mikrostromtherapie mittels Ohrelektroden, auch zur Behandlung chronischer Schmerzen belegt.

“Mit der Mikrostromtherapie haben wir erstaunliche Erfolge bei der Behandlung von Gelenk- und Gewebeschmerzen, aber auch bei Migräne”, berichtet Schellenberg. Die Stromimpulse würden von den Patienten meist gar nicht wahrgenommen, so der Experte. Die Methode ist nebenwirkungsfrei und sehr effektiv. Viele Patienten seien nach kurzer Zeit schmerzfrei oder könnten den Schmerzmittelverbrauch reduzieren, bestätigt Schellenberg.

Weit mehr als 100 Studien wurden bereits zur Wirksamkeit der Mikrostromtherapie bei verschiedenen Erkrankungen veröffentlicht. Langzeitstudien fehlen aber noch, so die deutschen Fachgesellschaften. Eines zeichnet sich laut Schellenberg, der auch Präsident der Internationalen Gesellschaft für Medizinische Mikrostromtherapie ist, aber jetzt schon ab: “Die Mikrostromtherapie ist für chronische Schmerzpatienten eine Bereicherung des Therapieangebots.”


Osteoporose: Neben Schmerztherapie und ausreichend Bewegung
auf gesunde Ernährung achten!

(sra) Schleichend und kaum spürbar ergreift die Erkrankung Besitz vom menschlichen Körper. Meist macht sie sich erst durch kleine Wirbelkörpereinbrüche und die akuten Schmerzen, die dadurch entstehen, bemerkbar. Die Rede ist von Osteoporose, dem gefährlichen Knochenschwund. Etwa sechs Millionen Deutsche sind davon betroffen.

Die Ursachen der Erkrankung sind noch nicht restlos geklärt. Ein wichtiger Faktor ist aber die Ernährung. Die meisten Menschen denken bei Osteoporose an Kalzium und Vitamin D. Einer Schweizer Studie1 zufolge, hat aber auch der Verzehr von Protein einen großen Einfluss auf den Knochen. Dabei ist ein “zu viel” ebenso ungünstig wie ein “zu wenig”. “Ein Erwachsener sollte täglich zwischen 10 und 15 Prozent seiner Energiezufuhr aus Proteinen decken”, sagt Dr. Corinna Kolac, Ökotrophologin beim Deutschen Grünen Kreuz. Damit dies erreicht wird, schlägt Kolac vor: “Etwa 200 Milliliter Milch und eine Scheibe Vollkornbrot mit Schnittkäse zum Frühstück, einen Joghurt als Zwischenmahlzeit, etwa 150 Gramm Fischfilet mit Beilagen zum Mittagessen und ein Wurstbrot zum Abendessen.”

Proteinmangel soll gemäß der Studie nicht nur die Knochenmasse verringern, sondern auch zu Muskelschwäche führen. Beide Faktoren erhöhen die Gefahr von Knochenbrüchen. Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Effekte durch Somatomedine, das sind körpereigene Wachstumsfaktoren, vermittelt werden. Somatomedine zirkulieren mit zunehmendem Alter immer weniger im Blut. Eine ausreichende Proteinaufnahme erhöht den Somatomedinspiegel. Die Studie konnte auch belegen, dass eine ausreichende Proteinaufnahme nicht nur vorbeugend wirkt, sondern auch den Heilungsprozess nach einer Fraktur beschleunigt.

“Eine weitere wichtige Säule der Osteoporosevorbeugung und -behandlung ist Bewegung”, so Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz in Marburg. Durch körperliche Aktivität wird der lokale Knochenstoffwechsel angeregt und als Folge davon vermehrt Kalzium in die Knochen eingebaut, erklärt der Experte. Die Knochen werden stabiler. Außerdem wird die Muskulatur durch Bewegung gestärkt und kann zusätzlich Haltefunktion wahrnehmen, so Krause weiter.

Osteoporose-Patienten, deren Beweglichkeit durch starke Schmerzen auf Grund von Wirbelkörper- oder sonstigen Knochenbrüchen eingeschränkt ist, können meist nur durch eine ausreichende Schmerzbehandlung an Bewegungsprogrammen teilnehmen, weiß der Schmerzexperte. Deshalb sei sie neben der Behandlung der Grunderkrankung unverzichtbar.

Informationen zur Schmerztherapie bei Osteoporose enthält eine kostenlose Broschüre, die gegen Einsendung eines adressierten und mit 1,44 EUR frankierten DIN A5-Rückumschlages beim Deutschen Grünen Kreuz, Stichwort: Osteoporoseschmerz, Postfach 1207, 35002 Marburg angefordert werden kann und als Download unter www.forum-schmerz.de im Internet zur Verfügung steht.

Quelle: R. Rizzoli et al.: Protein intake and bone disorders in the elderly. Joint Bone Spine 68: 383 – 392, 2001.


Service-Informationen

· Info-Broschüren

Folgende Broschüren können von Interessierten gegen Einsendung eines mit 0,77 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag (DIN A5) angefordert werden bei:
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort: Titel der Broschüre
Postfach 1207
35002 Marburg


» “Keine Angst vor Schmerzen”
» “Aktiv gegen Rückenschmerzen
» “Schmerztherapie bei Osteoporose”
» “Nervenschmerzen - Ursache und Behandlung”
» “Kopfschmerztagebuch” (Schutzgebühr: 0,55 Euro in Briefmarken)
» “Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe”

· Faltblatt “SchmerzInfo”

Dieses Faltblatt (Stichwort: SchmerzInfo) kann gegen Einsendung eines mit € 0,55 frankierten Standardbriefumschlages beim DGK (s.o.) angefordert werden. Das Faltblatt enthält wichtige Adressen und Telefonnummern von Hilfsorganisationen zum Thema Schmerz.


· Telefon-Hotline

Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) bietet jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr eine Telefonberatung mit erfahrenen Schmerztherapeuten an unter der kostenlosen Rufnummer 0800/0112 115.


· Fax-Abruf

Zur schnellen Information dient ein vierseitiger Faxabruf des DGK über die Therapie chronischer Schmerzen unter 0190/66 11 97 (0,41 €/Minute).


· Kontaktadressen/Schmerztherapeuten

Auf Anfrage vermittelt das DGK unter der Rufnummer 06421/293-125 interessierten Patienten Adressen von Schmerztherapeuten, Klinken in Deutschland und Selbsthilfegruppen.


· Infos im Internet

Umfangreiche Informationen rund um das Thema Schmerz, mit vielen Querverweisen zu anderen Krankheitsbildern, bieten die Internet-Seiten des Deutschen Grünen Kreuzes unter http://www.dgk.de


· Grafiken und Bildmaterial

Alle abgebildeten Fotos sowie die Buch- und Broschüren-Cover können im Zusammenhang mit den Artikeln von Redaktionen in schwarz-weiß oder farbig kostenlos per E-Mail angefordert werden unter: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailmargot.boucsein(à)kilian.de


· Interviewpartner

Für ein persönliches Gespräch vermitteln wir Redakteuren gerne die kompetenten Schmerzexperten unseres wissenschaftlichen Beirates. Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an Dr. Dietmar Krause.


· Ansprechpartner

Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich jederzeit gerne wenden an:
Dr. Dietmar Krause
Telefon 06421/293-124
Telefax 06421/293-170
E-Mail dietmar.krause(à)kilian.de

· Buchtipps

Dr. med. Jan-Peter Jansen
Schmerzfrei – Aktive Hilfe bei chronischen Schmerzen
13,- Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-76-0

Dr. Dietmar Krause, Helga Freyer-Krause
Was für den Rücken gut ist
5,- Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-81-7

Joel Nathan
Wie ich den Krebs zweimal besiegte – Ratschläge zum Überleben
15,50 Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-68-X

Rezensionsexemplare können angefordert werden bei:
VERLAG im KILIAN, Frau Sandra Hueter, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Tel. 06421/293-322, Fax: 06421/163894, E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailsandra.hueter(à)kilian.de


V.i.S.d.P.

Herausgeber:

Forum Schmerz im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e.V.

Redaktion
:
Dr. Dietmar Krause (verantw.)
Ariane Kolckmann
Inge Kokot

Wissenschaftlicher Beirat:

Dr. Martin Gessler (München)
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Dr. Wolfgang Sohn (Schwalmtal)

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35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93-0
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