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29.4.2017 : 13:24

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sra schmerz report aktuell, Jg.3, 2-2004

Was hilft bei Muskelverspannungen, Rücken- und Gelenkbeschwerden?
Noch ist Pferdesalbe ein Geheimtipp

(sra) Der letzte Spatenstich ist getan. Hobbygärtner Günther W. betrachtet stolz sein Tagewerk. Doch währt die Freude darüber nicht lange: Im Rücken zwickt es und er spürt Muskeln, von denen er vorher nichts wusste.

Viele Menschen kennen das. Ungewohnte oder übermäßige körperliche Anstrengungen quittiert der Körper mit einer verspannten Muskulatur, Rücken- und Gelenkbeschwerden. Schätzungen zu folge leidet fast jeder zweite Deutsche an Rückenschmerzen. Aber auch die Knie und Füße schmerzen bei vielen Menschen. Sind es heute noch überwiegend die 30- bis 50-Jährigen, die am häufigsten über Schmerzen des Bewegungsapparates klagen, werden es zukünftig wohl schon die 20-Jährigen sein. Mangelnde Bewegung und falsches Tragen, Heben, Sitzen, Laufen und Stehen beeinflussen diese Entwicklung.
Abhilfe kann hier nur eine sinnvolle Prophylaxe schaffen. “Schonende Bewegungsabläufe und Körperhaltungen werden beispielsweise in einer Rückenschule vermittelt”, meint Dr. Dietmar Krause, Leiter des Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg. Wichtig ist, ständig in Bewegung zu bleiben. Das Sprichwort “wer rastet, der rostet” trifft den Nagel auf den Kopf. Ein gezieltes Sportprogramm kann helfen, die Muskulatur zu stärken. “Wer lange keinen Sport getrieben hat, sollte sich vorher von einem Arzt oder Physiotherapeuten beraten lassen”, empfiehlt Krause. Ganzkörpersportarten wie Schwimmen, Skilanglauf und Gymnastik stärken gleichzeitig Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Auch Wandern, Walken, Joggen und Fahrrad fahren sind empfehlenswert, so der Experte.

Bei leichten Rückenbeschwerden reichen oft einfache Mittel aus, um Linderung zu verschaffen. Einige Menschen profitieren von einer Kühlung der betroffenen Region. Durch Kühlung leiten die Schmerzrezeptoren weniger Schmerzsignale weiter. Die Beschwerden werden gelindert. Andere schwören auf Wärme. Und auch sie haben Recht. Ein heißes Bad, Bestrahlung mit Rotlicht, Körnerkissen oder Fango können tatsächlich hilfreich sein. Wärme fördert die Durchblutung und regt dadurch den Heilungsprozess an.

Beide Effekte zusammen bietet das Auftragen von Pferdesalbe. Pferdesalbe für Menschen? “Da wiehert ja das Känguruh”, mögen manche denken. Doch Pferdesalbe enthält nichts anderes als Extrakte aus Arnika, Rosmarin sowie Kampfer und Menthol. Alles Substanzen, die schon in der Volksmedizin bei Prellungen, Schwellungen und Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt wurden. “Das in dem Gel enthaltene Menthol sorgt zunächst für eine angenehme Kühlung der Haut”, erklärt der Lahnauer Apotheker Dr. Ulf Jacoby. “Anschließend durchzieht das Gewebe eine wohltuende Wärme aufgrund der Durchblutung fördernden Wirkung von Rosmarin und Kampfer”, so Jacoby weiter. Arnika schließlich wirke entzündungshemmend und schmerzstillend.

Pferdesalbe bei GelenkbeschwerdenPferdesalbe wurde ursprünglich entwickelt, um beanspruchte Fesseln und Sehnen von Sportpferden zu pflegen. Daher rührt auch der Name. Reitsportfans fanden aber heraus: “Was für Pferde gut ist, hilft auch den Menschen”. Sie empfahlen das grünliche Gel als Geheimtipp bei leichten Beschwerden des Bewegungsapparates. Heute ist die original Pferdesalbe rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Weitere Informationen zum Thema bietet die Broschüre ”Beweglich sein – beweglich bleiben”, die Sie gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages unter dem Stichwort: Beweglichkeit beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Postfach 12 07, 35002 Marburg, anfordern können.


Arthrose:
Eine sinnvolle Schmerztherapie und das richtige Maß an Bewegung sind die beste Therapie.

(sra) Arthrose ist einer der häufigsten Gründe für frühzeitige Invalidität. Betroffen sind meist die über 45-Jährigen. Einseitige Überbelastung oder eine altersbedingte Abnutzung der Knorpel tragen die Schuld an den Beschwerden. Die Beweglichkeit wieder herzustellen ist das wichtigste Behandlungsziel. Eine individuelle Schmerztherapie und einfaches Bewegungstraining sind die sinnvollsten Maßnahmen, wie eine englische Studie1 nun bestätigte.

Eine sinnvolle Schmerztherapie und das richtige Maß an Bewegung sind die beste Therapie Bewegungsprogramme, die Betroffene nach Anleitung zu Hause allein durchführen können, sind nach Erkenntnissen der Wissenschaftler eine sehr effektive Behandlungsform und außerdem kostensparend. Wichtig sei, dass die Muskulatur gestärkt werde und die Behandlung schon in einem frühen Stadium beginne. Die Schmerzen ließen durch die Bewegung deutlich nach. Doch viele Patienten nehmen aufgrund der Beschwerden eine Schonhaltung ein. Dies führt häufig zu einer Verspannung der Muskulatur und damit zu weiteren Schmerzen. Ein Teufelskreis beginnt, der nur mit einer effektiven Schmerztherapie durchbrochen werden kann.

Hierfür stehen den Betroffenen eine ganze Reihe wirksamer Arzneimittel zur Verfügung. Bei leichten Beschwerden kann die Behandlung mit pflanzlichen Präparaten versucht werden. Extrakte aus Weidenrinde, Brennessel und Teufelskralle haben sich bewährt. Ihr Nachteil: Sie müssen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden bis sie ihre Wirkung entfalten. Bei stärkeren Beschwerden ist laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Einsatz von schmerzstillenden, synthetischen Medikamenten unumgänglich. Diese wirken teilweise auch entzündungshemmend. Bei sehr starken Schmerzen, die nicht auf diese Arzneimittel ansprechen, ist eine frühzeitige Behandlung mit Opioiden sinnvoll. Laut WHO sind Opioide sehr sichere Substanzen, die auch bei Langzeitanwendung - wie sie bei Arthrose meist notwendig ist - keine Organschäden verursachen. Bei gleichbleibend starken Schmerzen hat sich die Darreichung als Schmerzpflaster bewährt. Die opioidtypischen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung treten dabei seltener und weniger ausgeprägt auf. Der schmerzlindernde Wirkstoff, z. B. Fentanyl, wird beim Schmerzpflaster in gleichmäßiger Dosierung für drei Tage über die Haut ins Blut abgegeben. Diese extrem lange Wirkdauer und die gute Schmerzlinderung haben den Vorteil, dass die Patienten die wichtigen Bewegungsübungen schmerzfrei durchführen können.

Quelle:
1Thomas, K. S. et al.: Home based exercise programme for knee pain and knee osteoarthritis randomised trolled trial. British Medical Journal 325: 752ff, 2002


Kombinationspräparate wirken besser gegen Kopfschmerzen
Neue Studie erklärt höhere Ansprechrate

(sra) Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen eine Kombination der Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. Eine Kombination verschiedener Schmerzsubstanzen in einem Präparat macht jedoch nur Sinn, wenn dies einen höheren Nutzen für den Anwender bringt als Mittel mit nur einem Wirkstoff. Diesen Vorteil konnte jetzt eine aktuelle Studie der Abteilung für Psychiatrie an der Universität Freiburg belegen.

Mit einer Gen-Chip-Analyse untersuchte das Team um Dr. Bernd L. Fiebich die Wirkung von Substanzen auf eine große Anzahl von Genen innerhalb eines Ver­suchsansatzes. Die Forscher konnten damit zeigen, dass Kombinationspräparate die Ausschüttung von Prostaglandinen hemmen. Prostaglandine sind für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich. Außerdem wird die Produktion der Tyrosinhydroxylase gehemmt. Tyrosinhydroxylase ist ein Enzym, das an der Herstellung von Dopamin beteiligt ist. Fehlt das Enzym, wird kein Dopamin gebildet. Dopa­min spielt eine wichtige Rolle bei der Schmerzentstehung und –vermittlung. “Kombinationspräparate verfügen dadurch über ein breiteres Wirkspektrum als Einzelpräparate mit nur einem Wirkstoff”, stellt Dr. Fiebich fest.

Kombinationspräparate wirken besser gegen Kopfschmerzen Dieses Ergebnis hat eine große Bedeutung für die Praxis. “Auf das breite Wirkprofil sprechen mehr Patienten an”, meint der Berliner Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin Dr. Jan-Peter Jansen. Seiner Erfahrung nach kann drei von vier für die Selbstmedikation geeigneten Schmerzpatienten mit einer Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein geholfen werden. Eine Monotherapie sei lediglich bei der Hälfte bis zwei Drittel der Patienten erfolgreich.

Als vorteilhaft wertet Jansen auch den schnelleren Wirkeintritt der Dreierkombination. Koffein fördert die Aufnahme von ASS und Paracetamol in den Körper. Die Substan­zen gelangen schneller an den Wirkort. Damit würde die Gefahr vermindert, dass Schmerzpatienten ungeduldig noch weitere Tabletten einnehmen, weil der Eintritt der Schmerzlinderung zu lange dauert. “Mit zwei Tabletten eines Kombinationsschmerzmittels kann die gleiche Wirkung wie mit drei Tabletten eines Einzelwirkstoffpräparates erzielt werden”, berichtet Jansen. Das habe einen positiven Einfluss auf das Nebenwirkungsprofil, so der Experte weiter. Für Kombinationspräparate kann deshalb die unmathematische Weisheit gelten: “Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile”.

Weitere Informationen zum Thema bietet die Broschüre ”Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe”, die Sie gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages unter dem Stichwort: Kopfschmerzen beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Postfach 12 07, 35002 Marburg, anfordern können.

Quelle:
B.L. Fiebich, Abteilung für Psychiatrie, Universität Freiburg: Persönliche Kommunikation (Daten noch nicht publiziert)


Hilfe zur Selbsthilfe
Liste der Kontaktstellen aktualisiert

(sra) Studien belegen, was Ärzte und Patienten aus Erfahrung wissen: Selbsthilfe ist bei vielen Erkrankungen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Heilung. Auch für Menschen die unter chronischen Schmerzen leiden, ist der Austausch mit anderen Betroffenen von großem Wert. Gemeinsame Aktionen schützen vor sozialer Isolation, darüber hinaus ist eine Selbsthilfegruppe eine gute Informationsbörse. In Deutschland gibt es rund 250 Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfe (KISS). Hier erfahren Menschen die Hilfe suchen, zu welchen Erkrankungen es in ihrer Region Selbsthilfegruppen gibt. Das Forum Schmerz im DEUTSCHEN GRÜNEN KREUZ e. V. hat jetzt alle Adressen der KISS im Internet aktualisiert. Unter www.forum-schmerz.de (Rubrik Patienten-Service) können Interessierte in der alphabetisch geordneten Liste die Kontaktstelle in ihrer Nähe suchen.


Auch Kinder haben Kopfschmerzen

(sra) Im Alter von 12 Jahren haben bereits 90 Prozent aller Kinder schon einmal Kopfschmerzen gehabt. Migräne und Spannungskopfschmerzen stehen dabei im Vordergrund. Die Diagnose und Behandlung von kindlichem Kopfschmerz ist, vor allem bei kleineren Kindern, nicht immer einfach aber sie ist möglich. Wie bei Erwachsenen auch, ist ein Kopfschmerztagebuch hilfreich, die Art des Schmerzes zu erkennen, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Kopfschmerztagebuch Das Forum Schmerz hat deshalb ein Kopfschmerztagebuch für Kinder entwickelt, in dem Kinder zwischen 8 und 12 Jahren ihre Attacken dokumentieren können. Neben den Kalenderblättern finden Kinder Tipps zur Selbsthilfe und Ermutigung, sich nicht mit ihrem Schmerz zurückzuziehen. Freundliche Illustrationen geben dem Tagebuch eine heitere Note. Das Tagebuch im DIN A 6 Format kann gegen Einsendung eines mit 1,44 € frankierten Rückumschlages und gegen eine Schutzgebühr von 0,55 € in Briefmarken beim Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort: Kinderkopfschmerzen, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg bestellt werden.


Buchtipp: Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie

(sra) Präzise und übersichtlich informiert das "Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie" über alle Wirkungen, Nebenwirkungen und Kombinationsmöglichkeiten von Medikamenten. Nach einer kurzen Einführung zur Schmerzentstehung und den negativen Auswirkungen, werden die verschiedenen Darreichungsformen und ihre Einsatzgebiete übersichtlich in einer Tabelle dargestellt. Eingeteilt in die drei großen Gruppen Nicht-Opioide, Opioide und Nicht-Analgetika (etwa Antidepressiva), folgen dann Informationen zu den einzelnen, bei Schmerz gebräuchlichen Wirkstoffen.
Jeweils gesonderte Kapitel sind der Schmerztherapie bei Kindern und Älteren gewidmet.
Zu allen genannten Wirkstoffen finden sich die wesentlichen Informationen. Übersichtliche farbige Tabellen mit Wirkprofilen und Dosen ergänzen die einzelnen Abschnitte, besonders wichtige Hinweise sind im Text hervorgehoben. Für den niedergelassenen Arzt findet sich ein eigenes Kapitel zur Verschreibung starker Schmerzmittel.

Ein Buch, das in keiner Praxis fehlen sollte, aber auch dem interessierten Laien einiges zu bieten hat.

Eckhard Beubler, Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie, Springer Wien/New York, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2003, ISBN 3-211-00806-3, 110 Seiten, broschiert, € 22,00.


Hilfe aus der Luft – Vogelzwitschern lindert chronische Schmerzen

(sra) Die Behandlung chronischer Schmerzen sollte heute nach einem multidimensionalen Konzept erfolgen, fordern erfahrene Schmerztherapeuten1. Neben der klassischen Therapie mit Arzneimitteln bieten sich beispielsweise psychologische Strategien, wie Entspannungsübungen und Hypnose an.

Diese Methoden sind nach Ansicht von Experten geeignet, die psychische Komponente chronischer Schmerzen, wie Depressionen oder negative Lebenseinstellung zu behandeln. Eine gute Stimmungslage oder Ablenkung verringerten den Schmerz und damit den Verbrauch an Schmerzmitteln. Viele Therapeuten in Deutschland zögern aber immer noch, ihre Patienten psychologisch zu betreuen. Viele Ärzte wagen es nicht, ihre Patienten auf die Chancen einer psychologischen Therapie anzusprechen, um sie nicht zu stigmatisieren.

Die Hypnose hat eine lange Tradition in der Schmerzbekämpfung: Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie zur Schmerzstillung angewendet2. Die Akzeptanz der Hypnose war aber damals wie heute gering. Ein Problem bei dieser Behandlungsmethode mag die Handhabung sein: Für chronische Schmerzpatienten kann es eine große Anstrengung bedeuten, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer psychologischen Praxis einzufinden, um sich dort hypnotisieren zu lassen.

Eine große Neuerung ist daher ein verhaltenstherapeutischer Kurs in Selbsthypnose, der am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen entwickelt wurde. Patienten mit Rückenschmerzen, Migräne oder Rheuma absolvieren hier zwei Diagnose-Sitzungen und neun wöchentlich stattfindende Therapie-Sitzungen. Dabei erlernen sie auch, sich durch einen auf Tonkassette gesprochenen Text oder Geräusche wie Vogelzwitschern selbst zu hypnotisieren. Die Hypnosesitzungen sollen nach Abschluss des Kurses zu Hause zweimal täglich für 20 Minuten erfolgen.

Der Erfolg spricht für sich: Der Verbrauch an Schmerzmitteln sei bei den Patienten um bis zu 75 Prozent gesunken, so Studienleiter Dr. Stefan Jacobs. Schmerzkranke, die Opioide benötigten, verbrauchten durchschnittlich 60 Prozent weniger Medikamente. Rund zehn Prozent der Patienten sprachen nicht auf die Therapie an. Hypnose kann die Anwendung von Schmerzmitteln nicht ersetzen, aber doch mindern. Besonders diejenigen, die nicht ausreichend auf eine medikamentöse Therapie ansprechen, profitieren von der Hypnose. Schmerzpatienten, die sich für Hypnose interessieren, sollten ihren Arzt darauf ansprechen.

Quellen:
1 A. Willweber-Strumpf; M. Aschke: Psychologische Schmerztherapie. Z. Ärztl. Fortbild. Qualitätssich. 92: 57 – 63, 1998.
2 J.F. Chaves; S.F. Dworkin: Hypnotic control of pain: historical perspectives and future prospects. Int. J. Clin. Exp. Hypn. 45 : 356 – 376, 1997.
3 Informationsdienst Wissenschaft: Hypnose gegen chronischen Schmerz, 9. Januar 2003

Hinweis der Redaktion:
Nach Auskunft von Dr. Stefan Jacobs besteht das in Göttingen entwickelte verhaltenstherapeutische Hypnoseprogramm bei chronischem Schmerz unter anderem darin, dass die Patienten eine vom Therapeuten besprochene Kassette mit schmerzreduzierenden Suggestionen abhören, um die Selbsthypnose zu erlernen. Vogelgezwitscher spielt hier keine Rolle.
(Marburg, den 10.4.2007)


Service-Informationen

Info-Broschüren

Folgende Broschüren können von Interessierten gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag (DIN A5) angefordert werden bei:
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort: Titel der Broschüre
Postfach 1207
35002 Marburg


  • “Starke Schmerzen bewältigen”
  • “Aktiv gegen Rückenschmerzen
  • “Schmerztherapie bei Osteoporose”
  • “Nervenschmerzen – Ursache und Behandlung”
  • “Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe”
  • “Kopfschmerz-info”
  • “Kopfschmerztagebuch für Erwachsene” (Schutzgebühr: 0,55 Euro in Briefmaken)
  • “Kopfschmerztagebuch für Kinder” (Schutzgebühr: 0,55 € in Briefmarken)


Telefon-Hotline

Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) bietet jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr eine Telefonberatung mit erfahrenen Schmerztherapeuten an unter der kostenlosen Rufnummer 0 800 / 01 12 115.

Infos im Internet

Umfangreiche Informationen rund um das Thema Schmerz, mit vielen Querverweisen zu anderen Krankheitsbildern, bieten die Internet-Seiten des Forum Schmerz unter http://www.forum-schmerz.de

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Für ein persönliches Gespräch vermitteln wir Redakteuren gerne die kompetenten Schmerzexperten unseres wissenschaftlichen Beirates. Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an Dr. Dietmar Krause.

Ansprechpartner

Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich jederzeit gerne wenden an:
Dr. Dietmar Krause
Telefon 0 64 21 / 293 – 124, Telefax 0 64 21 / 293 - 170
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