Forum-Schmerz - Kopfschmerz Juni 2003
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Kopfschmerz Juni 2003

4. Deutscher Kopfschmerztag am 5. September 2003:

Mit Schmerzmitteln richtig umgehen
Damit aus dem Segen “Schmerzfreiheit” nicht der Fluch “Dauerschmerz” wird

(dgk) Rund 700 Millionen Euro werden jährlich in Deutschland für Schmerzmittel ausgegeben1 – Tendenz steigend. Einen großen Teil dieser Schmerzmittel kaufen sich Patienten rezeptfrei in der Apotheke. Das entlastet die Gesetzliche Krankenversicherung. Es setzt aber auch voraus, dass die Verbraucher über die Anwendung ausreichend informiert sind. Darauf weist das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. anlässlich des diesjährigen Deutschen Kopfschmerztages hin, der am 5. September 2003 zum vierten Mal stattfindet.

Kopfschmerzen sind ein häufiger Grund für den Griff zur Schmerztablette. Manchmal sind sie Vorbote einer Erkältungskrankheit. Oft sind aber auch Stress, eine verspannte Rücken- und Nackenmuskulatur, das Klima oder die Ernährung Auslöser dumpfer, drückender und beengender Kopfschmerzen.

Grundsätzlich raten Experten, nicht gleich eine Tablette einzunehmen, wenn der Kopf einmal brummt. “Ich rate meinen Patienten bei leichten Kopfschmerzen erst mal an die frische Luft zu gehen, sich abzulenken und sich zu entspannen”, sagt Dr. Martin Gessler, Neurologe aus München. Der Kopfschmerzexperte empfiehlt regelmäßiges Ausdauertraining an der frischen Luft, verschiedene Entspannungsübungen wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Seiner Erfahrung nach können aber auch bewährte Hausmittel wie kalt-warme Fußbäder, ätherische Öle oder Kaffee mit Zitrone wirksam sein.

Sind die Schmerzen stark oder reagiert der Körper nicht auf diese Maßnahmen, sollte dann mit der Tabletteneinnahme nicht zu lange gezögert werden. “Wenn man mit der Behandlung zu lange wartet, werden die Schmerzen nur schlimmer und sind dann schwerer weg zu bekommen. Wichtig ist, die Schmerzkaskade rechtzeitig und effektiv zu unterbrechen”, sagt Dr. Jan-Peter Jansen von der Stiftung Kopfschmerz in Berlin.

Bei Kopfschmerzen am besten geeignet sind Kombinationspräparate, so die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in ihren aktuellen Empfehlungen zur Selbstmedikation. Sie enthalten die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. ASS und Paracetamol wirken beide schmerzstillend, haben aber einen unterschiedlichen Wirkmechanismus. Die Kombination dieser beiden Substanzen führt deshalb zu einem breiteren Wirkprofil. Das Koffein, das auch einen eigenen schmerzstillenden Effekt ausübt, beschleunigt die Aufnahme von ASS und Paracetamol in den Körper. Kombinationspräparate wirken daher schneller als Präparate, die nur einen Wirkstoff enthalten. Darüber hinaus können ASS und Paracetamol in Kombination in einer geringeren Dosis eingesetzt werden. Dadurch sind die Tabletten mit den drei Wirkstoffen verträglicher.

Wer seine Kopfschmerzen nicht behandelt, sondern frei nach dem Motto “Indianer kennen keinen Schmerz” versucht, sie auszuhalten, läuft Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden. Wer dagegen Kopfschmerzmittel zu häufig, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt, muss damit rechnen, dass die Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen auslösen.
Das richtige Maß ist also wichtig: Kopfschmerztabletten sollten höchstens an zehn Tagen im Monat und maximal drei Tage hintereinander eingenommen werden. Dauern die Schmerzen länger an, ist ein Arztbesuch der richtige Schritt. “Treten Kopfschmerzen häufiger auf oder werden sie mit der Zeit stärker, kann ein ernsthafter Grund dahinter stecken”, gibt Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz zu bedenken. Außerdem sollten möglichst nicht mehrere Schmerzmittel gleichzeitig angewendet werden. Das kann zu unberechenbaren Wechselwirkungen führen. Kopfschmerztabletten werden immer mit reichlich Wasser bei aufrechter Körperhaltung eingenommen. So können die Arzneimittel zügig durch die Speiseröhre gespült werden und schnell in den Magen-Darm-Trakt gelangen.

Ausführliche Informationen zur Selbstmedikation enthält die Broschüre “Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe”, die mit einem adressierten und mit 1,44 € frankierten DIN-A5-Rückumschlag kostenlos angefordert werden kann bei: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Stichwort: Kopfschmerzen, Postfach 1207, 35002 Marburg.

1 Herstellerabgabepreis, Quelle:Pharma-Daten 2001, Herausgeber BPI, Berlin


Großstadtlärm macht krank
Jeder Fünfte klagt über Kopfschmerzen

(dgk) Baustellenlärm, reges Verkehrsaufkommen und Straßenfeste – viele Menschen reagieren empfindlich auf den üblichen Großstadtlärm. Sie sind reizbar, haben Konzentrationsschwierigkeiten, leiden unter Schlafstörungen und haben häufig Kopfschmerzen. Das ist das Ergebnis einer Studie, an der 860 Männer und Frauen aus Curitiba, einer 1,6 Millionen Metropole in Brasilien, teilnahmen.

Niemanden verwundert das Ergebnis der Studie. Jeder weiß: Großstadtlärm macht krank. Die Häufigkeit, mit der Lärm und Kopfschmerzen in Zusammenhang gebracht wurden, ist jedoch hoch. Jeder Fünfte gab an, regelmäßig an Kopfschmerzen zu leiden. Der Versuch, den Großstadtlärm zu reduzieren, wäre genauso abwegig wie der Rat an empfindliche Personen, Großstädte als Lebensraum zu meiden. Was können Betroffene also tun?

“Wer viel mit Lärm zu tun hat, sollte unbedingt einen Ausgleich zu diesem stressenden Faktor schaffen”, rät Dr. Corinna Kolac vom Forum Schmerz in Marburg. Dazu gehören regelmäßiges Ausdauertraining und gezielte Entspannung. Unter Ausdauertraining sind nach Ansicht von Kolac Sportarten zu verstehen, die an der frischen Luft, fernab vom Großstadtlärm durchgeführt werden. Hierzu zählen, Radfahren in der Natur, Walking, Jogging oder Schwimmen. Wichtig ist, dass die Ausdauersportarten mindestens dreimal in der Woche für etwa 30 Minuten ausgeübt werden. “Anfänger sollten sich allerdings erst langsam an den optimalen Trainingsumfang herantasten”, gibt die Gesundheitsexpertin zu bedenken. Als Maß für die richtige Belastung gelte die Pulsfrequenz, die mit speziellen Messgeräten bestimmt werden kann. Die optimale Pulsfrequenz liege bei 180 Schlägen pro Minute abzüglich des Lebensalters.

Eine besonders schnell zu erlernende Entspannungsmethode sei die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, die überall, auch im Büro, anwendbar ist. Das Grundprinzip dieses Verfahrens bestehe darin, Muskeln für sieben bis zehn Sekunden anzuspannen, um sie dann für 20 bis 30 Sekunden bewusst zu entspannen. “Bei richtiger Anwendung ist diese Methode sehr wirksam gegen Kopfschmerzen”, so Kolac. Kurse in progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen werden häufig von Volkshochschulen angeboten. In den meisten Fällen übernehmen die Kassen auch die Kursgebühren.

Wer dennoch ab und zu unter Kopfschmerzen leidet, sollte nicht zögern, eine Kopfschmerztablette einzunehmen. “Gegen eine gelegentliche Einnahme von Kopfschmerztabletten ist nichts einzuwenden”, bestätigt Dr. Rüdiger Schellenberg vom Institut für Ganzheitliche Medizin in Hüttenberg. Ganz im Gegenteil: “Wer nichts gegen Kopfschmerzen unternimmt, läuft Gefahr, dass die Beschwerden chronisch werden”, so Schellenberg. Am besten geeignet seien Kombinationspräparate zur Behandlung leichter Kopfschmerzen. “Sie sind gut verträglich, schnell wirksam und haben ein breites Wirkspektrum. Deshalb werden sie auch von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) als Mittel der ersten Wahl empfohlen”, sagt Schellenberg. Als Mittel der zweiten Wahl empfiehlt die Gesellschaft Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen als Einzelpräparat.

P.H. Zannin et al.: Annoyance caused by urban noise to the citizens of Curitiba, Brazil. Rev. Saude Publica 36: 521-524, 2002.


Wenn der Partner schnarcht...
Getrennte Betten helfen nicht gegen morgendliche Kopfschmerzen

(dgk) Frauen, die ihr Bett mit einem starken Schnarcher teilen, haben nichts zu lachen: Sie stehen schon morgens müde und mit Kopfschmerzen auf, sind tagsüber matt und schläfrig und haben nicht selten auch noch Krach am Frühstückstisch. Schließlich haben Schnarcher selbst auch keine erholsame Nachtruhe hinter sich.

Art und Stärke der morgendlichen Beschwerden sind abhängig von der Dauer der nächtlichen Geräuschbelästigung. Dieser Zusammenhang ist unabhängig davon, ob die Frauen selbst auch schnarchen oder nicht. Dies ist das Ergebnis einer schwedischen Studie an der über 1.000 Frauen zwischen 30 und 64 Jahren teilnahmen. Getrennte Schlafzimmer, als mögliche Gegenmaßnahme, schienen den Betroffenen auch keine Erleichterung zu bringen. Die Wissenschaftler um Dr. Jan Ulfberg von der Universität Uppsala (Schweden) vermuten deshalb, dass es in “Schnarcher-Ehen” noch weitere Gründe für gestörten Schlaf, morgendliche Kopfschmerzen und Tagesschläfrigkeit gibt.

Um Paaren zu helfen, sollte dringend etwas gegen das Schnarchen des Partners unternommen werden. In vielen Studien haben sich beispielsweise Atemhilfen (CPAP=continuous positive airway pressure) bewährt. Hierbei wird über eine Nasenmaske ein kontinuierlich einwirkender, positiver Druck in den oberen Atemwegen erzeugt, um die Atemwege offen zu halten. Darüber hinaus sollte eine fachübergreifende Behandlung angestrebt werden: Insbesondere um die Kopfschmerzen des Schnarchers in den Griff zu bekommen, empfehlen Experten die Einnahme von Kopfschmerztabletten, Stressmanagement, Entspannungsmethoden wie Biofeedback und physische Therapien im Ohr-Kieferbereich. Häufig sind morgendliche Kopfschmerzen bei Schnarchern auch psychisch bedingt. In solchen Fällen können Arzneimittel gegen Depressionen helfen.

J. Ulfberg et al.: Adverse health effects among women living with heavy snorers. Health Care Women Int. 21: 81-90, 2000.


Chronische Kopfschmerzen bei Kindern häufiger als vermutet
Fünf bis zehn Prozent aller Kinder leiden an Migräne

(dgk) Migräne ist die häufigste Form chronischer Kopfschmerzen bei Kindern und Erwachsenen. Leider wird die Häufigkeit von Migräne bei Kindern immer noch unterschätzt. Der Grund: Biologische Marker, spezifische Untersuchungsmethoden und bildgebende Verfahren, die bei der Diagnose der kindlichen Migräne helfen würden, fehlen noch. Migränekinder werden daher häufig mit psychisch kranken Kindern über einen Kamm geschoren, darauf weist das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (Marburg) hin.

In der Regel tritt Migräne anfallartig auf. Bei Kindern sind die Kopfschmerzen häufig so stark, dass sie sich hinlegen müssen. Das Ausruhen lindert die Beschwerden, Schlaf beendet meist die Attacke. Die Häufigkeit der kindlichen Migräne wird auf fünf bis zehn Prozent geschätzt. Die Anfälle sind in der Regel kürzer als bei Erwachsenen. Sie verteilen sich bei zwei Drittel der Kinder über den ganzen Kopf. Auslöser einer kindlichen Migräne sind häufig emotionaler Stress (z. B. Druck in der Schule oder Trennung der Eltern), ein erniedrigter Blutzuckerspiegel, Schlafmangel, Lärm, grelles Licht, starke Gerüche, Hitze oder Kälte, intensive sportliche Betätigung (Überanstrengung).

Gerade weil Kinder so empfindlich auf Umweltbedingungen reagieren, sollte in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Kinderarzt unbedingt nach Ursachen und Auslösern gesucht werden. Da Kinder auf nichtmedikamentöse Verfahren meist besser ansprechen als Erwachsene sind sie Mittel der ersten Wahl. Bleiben die Beschwerden trotzdem bestehen, können Medikamente auch bei Kindern sinnvoll sein. Am besten untersucht sind Ibuprofen in einer Dosierung von zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Paracetamol in einer Tablettendosierung von 15 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Viele verfügbare Medikamente sind jedoch nicht für Kinder zugelassen. Leidet ein Kind häufiger unter Kopfschmerzen, sollte es von einem Kopfschmerzspezialisten betreut werden. Entsprechende Therapeuten finden Interessierte im Internet unter www.dmkg.de

D. Annequin et al.: Migraine and chronic Headache in children. Rev. Neurol. 156 Suppl. 4: 68-74, 2000.


Migräne übt hohen Leidensdruck auf Betroffene aus
Ein Königreich für eine wirksame Behandlung

(dgk) Rund 130 Euro würden US-amerikanische Migränepatienten pro Monat ausgeben, wenn sie dafür eine “ideale” Medizin gegen ihre Erkrankung bekommen könnten. Das ist das Ergebnis einer Internet-Umfrage, an der 275 Betroffene teilnahmen.

Unter einem idealen Medikament verstanden die Teilnehmer der Umfrage eine Arznei, die zu 100 Prozent wirkt, deren Effekt schnell eintritt und die keine Nebenwirkungen aufweist. Für Arzneimittel, die nicht alle Wünsche der Patienten erfüllen, würden die Befragten auch weniger ausgeben. Je stärker die Migräneschmerzen und je häufiger die Attacken, desto investitionsfreudiger waren Betroffene.

Das Ergebnis dieser Umfrage unterstreicht den hohen Leidensdruck, den die Erkrankung Migräne auf Betroffene ausüben kann. Zu den in der Regel anfallartigen, starken und typischerweise auf eine Kopfhälfte begrenzten Kopfschmerzen gesellen sich häufig Licht- und Lärmempfindlichkeit, so wie Übelkeit und Erbrechen. Bei manchen Migränepatienten haben die Attacken auch Vorboten: Die Betroffenen sind leicht reizbar, müde, geruchsempfindlich und haben eine veränderte Geschmacksempfindung.

Die Therapieempfehlungen tragen den derzeitig zur Verfügung stehenden Arzneimitteln Rechnung: Nicht immer sind sofort Medikamente erforderlich. Bei leichten Attacken gelingt es manchen Patienten, durch Reizabschirmung und Ruhe, den Anfall abzuwenden. Sind Schmerzmittel erforderlich, empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) die Substanzen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein als Kombinationspräparat oder die Wirkstoffe ASS, Paracetamol und Ibuprofen einzeln als Monopräparat.

“Migränepatienten, die mit Übelkeit und Erbrechen zu tun haben, sollten etwa 15 Minuten vor der Schmerzmitteleinnahme ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen einnehmen, das die Wirkstoffe Metoclopramid oder Domperidon enthält. Dadurch lässt sich die Wirkung der Schmerzmittel verbessern”, rät Dr. Andreas Peikert, Kopfschmerzexperte und Regionalbeauftragter der DMKG aus Bremen. Bei starken Migräneattacken werden Medikamente aus der Gruppe der Triptane eingesetzt. Sie sind dem körpereigenen Botenstoff Serotonin sehr ähnlich.

Weitere Informationen zur Behandlung enthält die Broschüre Migräne. Diese können Betroffene oder Interessierte kostenlos unter Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten und adressierten DIN A5-Rückumschlages beim Deutschen Grünen Kreuz e.V., Stichwort: Migräne, Postfach 12 07, 35002 Marburg, anfordern.

L.A. Lenert: Use of willingness to pay to study values for pharmacotherapies for migraine headache. Med. Care 41: 299-308, 2003.


Psychologische Schmerztherapie bei chronischen Kopfschmerzen
Schmerzmittel können eingespart werden!

(dgk) “Denke positiv!” – mit dieser simplen Formel können Patienten mit chronischen Kopfschmerzen ihren Verbrauch an Schmerzmitteln halbieren, so das Ergebnis einer Studie. Positives Denken kann im Rahmen einer psychologischen Schmerztherapie erlernt werden.

Hintergrund der Studie ist die Tatsache, dass Menschen mit chronischen Schmerzen beim Einsetzen der Beschwerden negative Gedanken entwickeln. Das Denken kreise zunehmend um das Schmerzproblem, andere Problembereiche würden nicht mehr gesehen, so die Wissenschaftler. Die Folge seien zunehmende Schmerzhäufigkeit, -dauer und -stärke.

Im Rahmen einer psychologischen Schmerztherapie wurden 21 Patienten mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp, Migränetyp oder einer Mischung aus beiden Arten in Sachen positive Denkweise geschult. Sie erhielten eine ausführliche Entspannungsanleitung und nahmen an sogenannten Imaginationsübungen teil. Hierbei handelte es sich um angenehme entspannende Vorstellungen, die beim Auftreten der Schmerzen in Erinnerung gerufen werden sollten. Die Studienteilnehmer führten ein Kopfschmerztagebuch und notierten während bis zu fünf Kopfschmerzepisoden ihre Gedanken vor und nach den Schmerzen.

Durch die “Behandlung mit angenehmen Vorstellungen” konnten bedeutsame Veränderungen in der Bewältigung von Schmerzepisoden nachgewiesen werden, so die Wissenschaftler. Schmerzhäufigkeit, -dauer, -stärke und Medikamentenkonsum, Katastrophengedanken und Hilflosigkeit nahmen ab. Wer immer wieder mit Kopfschmerzen zu tun hat, sollte deshalb an eine psychologische Schmerztherapie denken.

In den Schmerzphasen, in denen auf Medikamente nicht verzichtet werden kann, sollten Kopfschmerzpatienten auf die richtigen Präparate zurückgreifen, so der Rat von Experten. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt Kombinationspräparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. Die Kombination der drei Substanzen führt zu einem breiteren Wirkprofil und einem schnelleren Wirkeintritt. Darüber hinaus können ASS und Paracetamol in Kombination in einer geringeren Dosis eingesetzt werden. Das führt zu einer besseren Verträglichkeit.

Ein Kopfschmerztagebuch kann gegen Einsendung einer Schutzgebühr von 0,55 Euro in Briefmarken mit einem adressierten und mit 1,44 Euro frankierten DIN-A5-Rückumschlag angefordert werden bei: Deutsches Grünes Kreuz e.V., Stichwort: Kopfschmerztagebuch, Postfach 1207, 35002 Marburg.

Gisela Peters et al.: Gedankenprotokolle vor und nach einer psychologischen Schmerztherapie mit Imaginationsübungen. Psychother. Psychosom. Med. Psychol 50: 391-395, 2000.


Aktueller Buchtipp:
Der große Trias-Ratgeber zu Kopfschmerzen, Migräne und Neuralgien

Mit gezielter Behandlung und aktiver Selbsthilfe den Kopfschmerz überwinden

Allein in Deutschland quälen sich Millionen Menschen jahrelang mit Kopfschmerzen. Die Beschwerden treten in unterschiedlichen Formen und Stärken auf. Sie sind dumpf, stechend, ziehend, pochend oder drückend. Der aktuelle Ratgeber aus dem Trias-Verlag bietet hier individuelle Hilfe. Damit der Leser seinen persönlichen Kopfschmerz herausfindet, stellt der Autor Dr. med. Andreas Peikert für jede Schmerzform spezielle Behandlungsansätze vor. Er zeigt, wann Akupunktur, Akupressur, Biofeedback und andere sanfte Verfahren helfen und wann es ohne Medikamente nicht geht. Der erfahrene Kopfschmerzexperte informiert über neue Schmerzmittel und stellt die aktuellen Therapie-Empfehlungen zur Selbstmedikation vor. Ein Selbsthilfeteil unterstützt den Leser mit Checklisten und wertvollen Tipps. Darin lernt man, Warnsignale zu erkennen und Schmerzattacken vorzubeugen. Das persönliche Schmerztagebuch zeigt, wann eine Behandlung geholfen hat. So entdeckt der Betroffene die für ihn geeigneten Maßnahmen und bekommt das Leiden in den Griff.

Zum Autor:
Dr. med. Andreas Peikert ist niedergelassener Facharzt für Neurologie und spezielle
Schmerztherapie in Bremen. In der Schmerzambulanz der Technischen Universität
München und als Oberarzt für Neurologie im Städtischen Klinikum München-Harlaching sammelte er zuvor große Erfahrung in der Betreuung von Schmerzpatienten. Er ist außerdem Regionalbeauftragter der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.

Dr. med. Andreas Peikert
Der große TRIAS-Ratgeber Kopfschmerzen, Migräne und Neuralgien
192 Seiten / 39 Abbildungen,
Trias-Verlag, Stuttgart, 3. Auflage 2003
EUR 19,95
ISBN 3-830430-41-8


Fotos

Bildvorschlag zum Text "4. Deutscher Kopfschmerztag"
Kopfschmerzen, Schmerzlinderung

Wer gegen Kopfschmerzen ein Schmerzmittel nimmt, sollte auf die richtige Dosierung achten.

Foto: DGK


Bildvorschlag zum Text "Großstadtlärm macht krank"
Großstadtlärm, Migräne
Großstadtlärm kann Migräne verursachen.
Foto: mev



Bildvorschlag zum Text "Psychologische Schmerztherapie"
Psychologische Schmerztherapie
Mit einer psychologischen Schmerztherapie lässt sich die Schmerzempfindung positiv beeinflussen und der Medikamentenverbrauch verringern.

Foto: PhotoDisc

Die neuen Empfehlungen der DMKG auf einen Blick.
Grafik: DGK 

Migräne, Kopfschmerzen



Service- Informationen

Info-Broschüren

Folgende Broschüren können von Interessierten gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten und rückadressierten Umschlages (DIN-A5) angefordert werden bei:
DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e. V.
Stichwort: Titel der Broschüre
Postfach 1207
35002 Marburg

  • Kopfschmerzen - Anleitung zur Selbsthilfe
  • Kopfschmerztagebuch (zusätzliche Schutzgebühr: 0,55 Euro in Briefmarken)
  • Migräne


Faxabruf

Zur schnellen Information dient ein vierseitiger Faxabruf des DGK zum Thema Kopfschmerzen und ihre Behandlung unter der Faxnummer:
0 19 0 / 66 11 98 (0,41 Euro/Minute)

Telefon-Hotline
Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) bietet jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr eine Telefonberatung mit erfahrenen Schmerztherapeuten an unter der kostenlosen Rufnummer 0800/0112 115.

Kontaktadressen/Schmerztherapeuten
Auf Anfrage vermittelt das DGK unter der Rufnummer 06421/293-125 interessierten Patienten Adressen von Schmerztherapeuten, Kliniken in Deutschland und Selbsthilfegruppen.

Infos im Internet

Umfangreiche Informationen zum Thema sowie einen Online Test, der Hinweise zur Diagnose verschiedener Kopfschmerzformen gibt, finden Sie auf unseren Internetseiten.


Grafiken und Bildmaterial

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Ansprechpartner

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Telefon: 0 64 21 / 293 - 138
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V.i.S.d.P.

Herausgeber:

DEUTSCHES GRÜNES KREUZ e.V.

Redaktion:

Dr. Dietmar Krause (verantw.)
Dr. Corinna Kolac


Abdruck honorarfrei

Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
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Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93-0
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10