Forum-Schmerz - Behandlung mit Opioiden September 2002
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Behandlung mit Opioiden September 2002

TÜV geprüft! - Opioide im Fahrtest (1.183 Zeichen)


(dgk) Eine Studie der Schmerzambulanz der Universität Köln kam zu dem Ergebnis, dass Schmerzpatienten trotz einer Behandlung mit Opioiden fahrtüchtig sind. In einem standardisierten TÜV-Testverfahren wurde Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen von 18 Personen mit chronischen Schmerzen geprüft. Alle Teilnehmer bekamen zur Linderung ihrer Beschwerden opioidhaltige Schmerzmittel. Das Ergebnis: Je besser die Patienten schmerztherapeutisch eingestellt waren, desto höher war die Fahrtüchtigkeit. Dieses Resultat war unabhängig von der Stärke der eingenommenen Opioide.

Bestätigt wird dieses Ergebnis durch eine weitere Studie der Uni Köln in Zusammenarbeit mit dem TÜV-Rheinland. Alle Patienten, die mit einem fentanylhaltigen Schmerzpflaster behandelt wurden, erreichten bei den getesteten Parametern, zum Beispiel Aufmerksamkeit, gleich gute oder ähnliche Werte wie gesunde Testpersonen.

Generell muss darauf hingewiesen werden, dass Schmerzpatienten, die Opioide einnehmen, nur dann fahren sollten, wenn sie sich auch wirklich fit fühlen. In der Einstellungsphase auf Opioide oder bei einem Wechsel des Medikamentes sollte die Fahrzeugführung grundsätzlich unterbleiben.

Quellen:
Ärztezeitung vom 05.03.02

Sabatowski, R et al.: Driving Ability under Long-Term Treatment with Transdermal Fentanyl. Journal of Pain and Symptom Management 2002 (im Druck)
TIPP: TÜV-Tests zum Ausprobieren im Internet un
ter: Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.tuev-sued.de


Heimtückisch - die Gürtelrose
Frühzeitige Schmerztherapie kann chronischen Verlauf verhindern (1.870 Zeichen)



(dgk) Die Gürtelrose ist eine Infektion mit dem Herpes Zoster Virus, die zur Entzündung eines Nerven führt. Die Betroffenen spüren dies durch ein brennendes Gefühl und Schmerzen in den Hautbereichen, die durch den befallenen Nervenstrang versorgt werden. Bei Patienten über 70 Jahre stellen sich nach einer Infektion häufig Komplikationen ein. Knapp die Hälfte von ihnen entwickelt eine so genannte Post Zoster Neuralgie: Die ursprünglich von den Viren angegriffenen Nerven bleiben gereizt und senden, trotz abgeklungener Infektion und Rückbildung der Hautveränderungen, weiterhin das Signal "Schmerz" aus. Wenn jetzt nicht rechtzeitig behandelt wird, besteht die Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden.

Deutliche Zeichen für einen chronischen Verlauf sind Schmerzen, die auch nach Abheilen der Grunderkrankung weiter bestehen oder eine Veränderung des Schmerzempfindens. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn zu dumpfen, brennenden Beschwerden stromstoßartige Attacken hinzu kommen. Ein weiterer Hinweis besteht, wenn der Patient seine Medikamentendosis in kurzen Abständen steigern muss oder wenn selbst minimale Reize, wie Kleidungsstücke auf der Haut, Schmerzen auslösen.

Tritt auch nur eines dieser Anzeichen auf, ist die Gefahr einer bleibenden Post- Zoster-Neuralgie groß. Um das zu vermeiden, müssen die Schmerzen gleich zu Beginn der Infektion mitbehandelt werden.

Am Anfang können die Beschwerden meist durch die Einnahme von Antidepressiva gelindert werden, die die Schmerzschwelle erhöhen. Bei stromstoßartigen Schmerzattacken haben sich Antiepileptika bewährt.

Wenn nach drei bis vier Wochen trotz der Medikamente weiter Schmerzen bestehen, sollte man auf jeden Fall einen Schmerztherapeuten aufsuchen. Spezialisten verschreiben in diesem Fall retardierte, also langwirkende Opioide, um die Chronifizierung zu stoppen und die Schmerzen zu verringern.


Leistungsstarke Pharmazeuten aus dem Ozean
Revolutionieren Kegelschnecken die Schmerztherapie? (1.409 Zeichen)



(dgk) Sie sind schön, faul und gefährlich - die Kegelschnecken (zoologisch: Conidae). Im warmen tropischen Wasser liegen sie in Riffen oder Felsspalten und lauern auf Beute. Kommt ein Wurm oder auch ein Fisch vorbei, bohren sie schnell ihre zur "Harpune" umgewandelte Raspelzunge in das Opfer. Die darin enthaltene Dosis an Conotoxinen, das Gift der Kegelschnecke, lähmt das Opfer und führt schließlich zu dessen Tod. Auch bei Menschen kann der Stich einer Kegelschnecke lebensbedrohliche Symptome hervorrufen.

Bruce Livett und sein Team von der Universität Melbourne fanden jetzt heraus, dass Conotoxine in der richtigen Dosierung wahrscheinlich hochwirksame Schmerzmittel sind. Livett stellte auf einem Kongress im Juli 2002 in Australien, die aus dem Giftcocktail einer australischen Kegelschnecke isolierte Substanz "ACV1" vor, wie die Fachzeitschrift "Nature-science update" im Internet berichtete.
ACV1 hemmt die Ausschüttung von Kalzium in den schmerzleitenden Nerven-fasern. Da Kalzium die Information Schmerz von einer schmerzempfindlichen Nervenzelle zur nächsten überträgt, kann man vereinfacht sagen: Ohne Kalziumausschüttung keine Weiterleitung des Signals "Schmerz" und deshalb auch kein Schmerzempfinden.

Ob Conotoxine in der Schmerztherapie beim Menschen eine Bedeutung erlangen, muss die klinische Erprobung zeigen. Bis dahin bleiben Opioide die wirksamsten Medikamente in der Schmerztherapie.


Quelle:

Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.nature.com/nsu/020715/020715-11.html
vom 19. Juli 2002


Karriere in die Hilflosigkeit stoppen!
Selbständigkeit von Osteoporose-Patienten erhalten (2.039 Zeichen)



(dgk) Eine ungenügend behandelte Osteoporose (Knochenschwund) bedeutet häufig eine Karriere in die Hilflosigkeit: Jeder Schritt bereitet Schmerzen und die Betroffenen bewegen sich immer unsicherer. Die Angst vor Stürzen lässt sie zunehmend in ihren vier Wänden verharren. Sie können sich nicht mehr selbst versorgen und am Ende dieser Entwicklung steht häufig das Pflegeheim.

Die Lebensqualität der Menschen leidet unter den Einschränkungen und der Abhängigkeit von fremder Hilfe enorm. Zusätzlich entstehen volkswirtschaftlich hohe Kosten, die vermieden werden, wenn man von Anfang an die Selbständigkeit der Osteoporose-Patienten fördert. Ein spezielles Krafttraining der Muskeln gehört genauso zu diesem Therapiekonzept, wie Ernährungsberatung, ergotherapeutische Betreuung, Krankengymnastik und Anleitungen, um Stürze zu vermeiden.

Häufig hindern unerträgliche Dauerschmerzen die Betroffenen daran, diese Maßnahmen zu ergreifen. Eine gezielte und effektive Schmerztherapie ist deshalb der erste unverzichtbare Schritt Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten.

Damit die Aktivitäten des täglichen Lebens durch die Medikamenteneinnahme nicht zu sehr eingeschränkt werden, ist darauf zu achten, dass der Patient sich seine Medikamente selbst verabreichen kann und dass sie möglichst lange wirken. Die Behandlung erfolgt nach den Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Bei quälenden Dauerschmerzen werden je nach Schwere der Schmerzen schwach oder stark wirksame Opioide eingesetzt. Tätigkeiten, wie Einkaufen, Kochen und Besuche sind bei einer erfolgreichen Schmerztherapie, selbst bei fortgeschrittener Osteoporose, wieder möglich.

In einer Studie, die Dr. Pfeifer von der Fürstenhof-Klinik in Bad Pyrmont durchführte, erwies sich die Behandlung mit einem Schmerzpflaster, das den Wirkstoff Fentanyl enthält, als effektiv und nebenwirkungsarm. Denn neben einer guten Schmerzlinderung, ermöglichte die lange Wirkdauer der Pflastertherapie von 72 Stunden den Betroffenen wieder ein annähernd normales Leben zu führen.


Viele Tumorpatienten leiden unnötig
Immer noch mangelnde Umsetzung des WHO-Stufenschemas zur Schmerztherapie (2.150 Zeichen)



(dgk) Etwa 220.000 Patienten in Deutschland leiden unter Tumorschmerzen. Obwohl wirksame Medikamente zur Verfügung stehen, werden nicht alle Patienten entsprechend der Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zur Therapie chronischer Schmerzen behandelt.

Das dreistufige Schema, dass die WHO 1986 zur Therapie von Tumorschmerzen veröffentlichte, sieht vor, dass der Arzt den Patienten bei leichteren Schmerzen mit Medikamenten der 1. Stufe behandelt. Zu dieser Gruppe gehören auch so genannte nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, wie Paracetamol und Acetylsalicylsäure.

Wirken diese Präparate nicht ausreichend oder werden ihre Nebenwirkungen zu stark, sollte der Patient Medikamente der Stufe II, nämlich schwache Opioide, einnehmen. Um eine optimale Linderung zur erzielen, können Präparate der Stufe I auch mit denen der Stufe II kombiniert werden. Lindern diese Arzneimittel die Schmerzen nicht genügend, dann sollte man zügig mit starken Opioiden behandeln. "Es tut weder der Psyche des Patienten noch seinem gesundheitlichen Allgemeinzustand gut, wenn er unnötig Schmerzen ertragen muss", so Dr. Wolfgang Sohn, Arzt und Psychotherapeut. "Die Behandlung mit starken Opioiden wird von vielen Patienten und ihren Angehörigen immer noch in Zusammenhang mit körperlichen Verfall und dem baldigen Tod gebracht. Doch diese Ängste sind unbegründet. Denn die schmerzlindernde Wirkung der Opioide bleibt selbst bei jahrelangem Gebrauch erhalten. Die Dosis muss nur erhöht werden, wenn die Grunderkrankung fortschreitet. Innere Organe werden durch die Opioideinnahme nicht geschädigt."

Die Empfehlungen der WHO sehen neben der konsequenten medikamentösen Schmerztherapie ergänzende Maßnahmen vor. Hierzu gehört neben einer Bewegungstherapie auch die psychologische und soziale Betreuung der Betroffenen. "Gerade Tumorpatienten, deren Leben durch die Krebserkrankung auf allen Ebenen gebeutelt ist, benötigen eine ganzheitliche Schmerztherapie, damit sie handlungsfähig bleiben und sich der Krankheit nicht bedingungslos ausgeliefert fühlen." Schon auf der Stufe I sollte deshalb, laut Dr. Sohn, mit den Begleitmaßnahmen begonnen werden.

Fotos

Folgende Bilder können in sw - oder 4c-Qualität angefordert werden.

Bild 1

Vor Beginn einer Therapie ist eine ausführliche Schmerzanalyse mit dem Arzt erforderlich.

Bild 2

Schmerzfrei können Sie das Leben wieder genießen und all das tun, was Ihnen Freude bereitet

Bild 3

Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen


Service-Informationen

Info-Broschüren



Folgende Broschüren können von Interessierten gegen Einsendung eines mit 0,77 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag (DIN A5) angefordert werden bei:
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
Stichwort: Titel der Broschüre
Postfach 1207
35002 Marburg

  • "Keine Angst vor Schmerzen"
  • "Aktiv gegen Rückenschmerzen
  • "Schmerztherapie bei Osteoporose"


Faltblatt "SchmerzInfo"


Dieses Faltblatt (Stichwort: SchmerzInfo) kann gegen Einsendung eines mit Euro 0,56 frankierten Standardbriefumschlages beim DGK (s.o.) angefordert werden. Das Faltblatt enthält wichtige Adressen und Telefonnummern von Hilfsorgani-sationen zum Thema Schmerz.

Telefon-Hotline


Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) bietet jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr eine Telefonberatung mit erfahrenen Schmerztherapeuten an unter der kostenlosen Rufnummer 0 800 / 01 12 115.

Fax-Abruf


Zur schnellen Information dient ein vierseitiger Faxabruf des DGK über die Therapie chronischer Schmerzen unter 0 190 / 66 11 97 (0,41 Euro/Minute).

Kontaktadressen/Schmerztherapeuten


Auf Anfrage vermittelt das DGK unter der Rufnummer 0 64 21 / 293 - 125 interessierten Patienten Adressen von Schmerztherapeuten, Klinken in Deutschland und Selbsthilfegruppen.

Grafike
n und Bildmaterial

Alle abgebildeten Fotos sowie die Buch- und Broschüren-Cover können im Zusammenhang mit den Artikeln von Redaktionen in schwarz-weiß oder farbig kostenlos per E-Mail angefordert werden unter:
Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailmargot.boucsein(à)kilian.de

Interviewpartner


Für ein persönliches Gespräch vermitteln wir Redakteuren gerne die kompetenten Schmerzexperten unseres wissenschaftlichen Beirates. Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an Dr. Dietmar Krause.


Ansprechpartner


Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich jederzeit gerne wenden an:
Dr. Dietmar Krause
Telefon: 0 64 21 / 293 - 124
Telefax: 0 64 21 / 293 - 170
E-Mail:
Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Maildietmar.krause(à)kilian.de

Buchtipps


Dr. med. Jan-Peter Jansen
Schmerzfrei - Aktive Hilfe bei chronischen Schmerzen
13,- Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-76-0

Dr. Dietmar Krause, Helga Freyer-Krause
Was für den Rücken gut ist
5,- Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-81-7

Joel Nathan
Wie ich den Krebs zweimal besiegte - Ratschläge zum Überleben
15,50 Euro, VERLAG im KILIAN, 2001, ISBN 3-932091-68-X

Rezensionsexemplare können angefordert werden bei:
VERLAG im KILIAN, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, Tel. 0 64 21 / 293 - 322, Fax: 0 64 21 / 16 38 94, 


V.i.S.d.P.


Herausgeber:

DEUTSCHES GRÜNEN KREUZ e.V.

Redaktion:

Dr. Dietmar Krause (verantw.)
Ariane Kolckmann


Abdruck honorarfrei

Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion dgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 0
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10