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Rückenschmerzen, Tag der Rückengesundheit, Muskelverspannungen, Bewegung
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Tag der Rückengesundheit Februar 2008

"Den Rücken neu entdecken"
7. Tag der Rückengesundheit am 15. März 2008 bietet Beratung und Information

Rückenschmerzen(dgk) Über 1.500 Aktionspartner in ganz Deutschland unterstützen am 15. März 2008 den 7. Tag der Rückengesundheit. Unter dem Motto „Den Rücken neu entdecken“ ruft das Deutsche Grüne Kreuz e. V. (DGK) die Bevölkerung auf, die eigenen Möglichkeiten zu erkennen, um seinen Rücken gesund zu erhalten. Die Partner des Gesundheitstages – Apotheken, Ärzte, Gesundheitsämter, Krankengymnasten, Rückenschulen, Sanitätshäuser, Vereine und Betriebe - helfen dabei mit gezielter Beratung und vielfältigen Aktionen zum Mitmachen.

„Jetzt gilt es selbst aktiv zu werden, statt die Verantwortung für den eigenen Rücken an einen Therapeuten abzugeben“, sagt Dr. Dietmar Krause, Leiter der Schmerzsektion im DGK. Der häufigste Grund für Rückenschmerzen sind Muskelverspannungen. Deren Ursachen sind Fehlhaltungen und einseitige Belastungen. „Während einige Muskeln überfordert werden, liegen andere brach. Die Muskeln verkürzen und verhärten sich, die Muskelkraft nimmt als Folge davon ab“, so Krause. Dagegen könne man selbst viel tun.

Die neue Rückenschule

„Der erfolgreichste Weg, Rückenschmerzen zu verhindern oder schnell wieder loszuwerden, ist, aktiv zu sein“, rät Carsten Löwenkamp von der Konföderation der deutschen Rückenschulen (KddR), die den Aktionstag unterstützt. In den Kursen der neuen Rückenschule lernen die Teilnehmer, ungünstige Bewegungsmuster aufgrund eigener Erfahrungen und erworbener Erkenntnisse selbst zu korrigieren. Außerdem werden verhaltenstherapeutische Ansätze vermittelt, wie die Betroffenen besser mit ihren Schmerzen umgehen können. Auch Methoden zum Stressabbau gehören dazu, um Muskelverspannungen vorzubeugen.

Muskel entspannende Mittel können helfen

„Bei akuten Beschwerden ist es unter Umständen sinnvoll, neben einem Schmerzmittel auch ein  Muskel entspannendes Mittel  anzuwenden“, sagt Dr. Martin Gessler, Neurologe und Schmerztherapeut in München. Das sei der erste Schritt,  möglichen chronischen Beschwerden entgegenzuwirken. Bei der Wahl eines muskelentspannenden Mittels sollten Betroffene darauf achten, dass dieses gut verträglich ist, nicht müde macht und kein Suchtpotenzial hat, rät der Schmerzexperte. Die häufig verordneten Benzodiazepine sollten aus diesem Grund nicht zum Einsatz kommen. Besser geeignet sei zum Beispiel der Wirkstoff Methocarbamol. Diese Substanz hemme schon im Rückenmark gezielt die Weiterleitung der Schmerzimpulse und mache nicht müde. Gleichzeitig werden Leistungsvermögen und Allgemeinbefinden nicht beeinflusst.

Heilsamen Strom nutzen

Sind die Schmerzen bereits chronisch und alle konservativen Therapien ausgeschöpft, kann die Rückenmarkstimulation eine Alternative sein. Das Prinzip dieser Form der Elektrotherapie heißt „Gegenirritation“: Dem eigentlichen Schmerzreiz wird mit Hilfe eines Schmerzschrittmachers ein elektrischer Impuls als Berührungsreiz entgegengesetzt. Der Schmerz wird dadurch nicht mehr vollständig weitergeleitet und somit verringert. Ein angenehmes Kribbeln im Schmerzgebiet verhindert nun die Schmerzwahrnehmung. Damit kann der Bedarf an Schmerzmitteln bei chronischen Beschwerden verringert und die Lebensqualität gesteigert werden.

Gemeinsam gegen Rückenschmerzen

Während des bundesweiten Gesundheitstages am Samstag, 15. März 2008, der von der Konföderation der deutschen Rückenschulen e.V. und der Aktion Gesunder Rücken e. V. unterstützt wird, können sich Interessierte vor Ort bei den teilnehmenden Partnern über weitere Möglichkeiten der Vorbeugung und Therapie von Rückenschmerzen ausführlich informieren. Welche Partner mitmachen, erfahren Sie unter www.forum-schmerz.de oder unter Tel. 0 64 21/29 31 25.


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Rückenschmerzen wirksam vorbeugen - Was Patienten wissen sollten
Interview mit Prof. Dr. Annette Becker, Universität Marburg

(dgk) Rückenschmerzen - ein Problem, das jeder kennt, wenn man den Statistiken glaubt. Über 80 Prozent der Deutschen haben diese Erfahrung schon einmal gemacht. Unsere Zeitung sprach aus Anlass des 7. Tages der Rückengesundheit am 15. März mit Prof. Dr. med. Annette Becker, Universität Marburg und Mitautorin der Europäischen Leitlinie zur Therapie von Rückenschmerzen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen?
Becker: Es lässt sich nicht immer sagen, warum Rückenschmerzen bei einem Menschen immer wiederkehren und beim anderen nur einmalig auftreten. Sicher ist aber, dass unsere Lebensweise einen wichtigen Einfluss hat. Unser Bewegungsapparat aus Muskeln, Sehnen, Bändern und Knochen – und dazu gehört auch der Rücken – ist so konstruiert, dass wir uns viel bewegen sollten. Statt ihn aber zu nutzen, ist unser Leben geprägt von Bewegungsarmut, indem wir Distanzen sitzend im Auto oder Bus zurücklegen, häufig eine sitzende berufliche Tätigkeit ausführen und auch in der Freizeit nicht für den nötigen Aktivitätsausgleich sorgen. Das führt zu Rückenschmerzen und anderen „Wohlstandskrankheiten“.

Wie werden Betroffene ihre Beschwerden schnell wieder los?
Becker: Die meisten Rückenschmerzen sind harmlos und verschwinden so plötzlich wie sie aufgetreten sind. Gut ist, den Beschwerden kein allzu großes Gewicht beizumessen und so früh wie möglich wieder seinem normalen Tagesablauf nachzugehen. Wenn nötig kann ein einfaches Schmerzmittel helfen. Bettruhe oder Schonung sind nicht notwendig, sondern können sogar dazu führen, dass die Beschwerden länger andauern oder häufiger wieder auftreten.

Warum kommen Rückenschmerzen immer wieder?
Becker: In der Tat ist es so, dass zwar die meisten Rückenschmerzen von selbst verschwinden, aber viele auch irgendwann wieder auftauchen. Zu einem großen Teil hängt das mit der fehlenden Bewegung im Alltag zusammen. Wir wissen aber auch, dass die Psyche eine wichtige Rolle spielt. So können z. B. dauerhafte private und berufliche Belastungen, die mit anhaltendem Kummer oder Unzufriedenheit einhergehen, das Wiederauftreten der Beschwerden fördern.

Was ist zu tun, damit man keine Rückenschmerzen bekommt?
Becker: Zu verhindern, dass überhaupt Rückenschmerzen auftreten, ist gar nicht so entscheidend. Wichtiger ist, wie man mit den Rückenschmerzen umgeht, damit sie schnell wieder verschwinden, möglichst wenig beeinträchtigen und nur selten wiederkehren. Hierfür hilft es, sich ausreichend im Alltag zu bewegen und möglichst sogar Sport zu treiben. Es ist nicht schlimm, wenn viele von uns einseitige Tätigkeiten bei der Arbeit haben, beruflich viel sitzen oder auch schwer heben müssen, wir müssen nur für den notwendigen Ausgleich sorgen. Das fördert einerseits den Muskelaufbau des Rückens, hält den Kreislauf fit und hilft andererseits auch beim Abbau von Stress und negativen Gefühlen oder Gedanken.

Wann sollten Betroffene den Arzt aufsuchen?
Becker: Bekannte Rückenschmerzen sind meist unkompliziert und verschwinden von selbst wieder. In jedem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn die Beschwerden anders sind als sonst, nicht verschwinden, schlimmer werden oder mit untypischen Symptomen wie einer Muskelschwäche in den Beinen, Gefühlsstörungen, Fieber oder starkem Unwohlsein einhergehen. Auch wenn Rückenschmerzen nach einem schweren Sturz auftreten, in höherem Alter (über 50 Jahre) erstmalig oder in untypischer Form auftreten, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.


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Mehr Bewegung auch im Sitzen wichtig

Rückenschmerzen (dgk) 18 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sitzen jeden Tag am Schreibtisch. Und die Tendenz ist steigend. Stundenlanges Sitzen und der damit verbundene Mangel an Bewegung sind jedoch schlecht für die Wirbelsäule. Im Sitzen erschlaffen die Bauchmuskeln und der Rücken wird oft nicht gerade gehalten. Das führt zu einseitiger Belastung der Wirbelsäule und zu Verspannungen der Muskulatur. Rückenschmerzen sind die Folge.

Das beste Mittel dagegen ist mehr Bewegung, rät das Deutsche Grüne Kreuz e. V. in Marburg. Sehr gut sind dabei Bewegungen des Beckens oder im Rumpf, indem man sich ab und zu ein bisschen hin und her reckt oder um das Körperlot kreist. Das stärkt die Muskelkräfte und verteilt die Druckbelastungen, die auf die Wirbelsäule und Bandscheiben einwirken, sehr viel besser. Ein häufiger Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen sorgt für die Ernährung des Bandscheibengewebes und vermeidet monotone Muskeltätigkeit. Eine Faustregel gegen zu langes Sitzen heißt: Maximal die Hälfte der Arbeitszeit im Sitzen verbringen, der Rest der Zeit sollte gleichmäßig zwischen Stehen und Bewegung aufgeteilt werden.


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Hörbuch: Rückenfreundlich durch den Tag
Tipps zum Hören und Mitmachen

(dgk) Erschreckend, aber wahr: Jeder dritte Deutsche hatte in den letzten sieben Tagen Rückenschmerzen. Zu wenig Bewegung, einseitige Belastungen, Stress und ein rückenfeindliches Umfeld sind die häufigsten Ursachen. Das beste Mittel, um Rückenschmerzen zu verhindern, ist ein gezieltes und vor allem regelmäßiges Training. Es stärkt die Muskulatur und fördert die Beweglichkeit. Ein schmerzfreier Alltag ist geradezu garantiert, wenn man falsche Bewegungsmuster korrigiert, sich  täglich ein gutes Quantum an Bewegung sichert und sein Umfeld ergonomisch optimiert.

Rückenfreundlich durch den Tag Dafür ist das Hörbuch „Rückenfreundlich durch den Tag“ ein hervorragender Begleiter. Sie werden ganz neue Aspekte in alltäglichen Situationen wahrnehmen und aktiv jede Menge Verbesserungen in Angriff nehmen! Sie erlernen Übungen, mit denen Sie im Sitzen, zum Beispiel im Büro, Ihren Rücken stark machen, und können bei einer Bandscheiben-Gymnastik mitmachen. Und wenn Sie mögen, entspannen Sie sich mit einen Ausflug durch den Körper. Immer wieder. Das tut gut!

Klaus Afflerbach
Rückenfreundlich durch den Tag

Informationen – Übungen – Entspannung
VERLAG im KILIAN, Marburg, 2008
ISBN: 978-3-932091-97-1
Preis: 9,90 EUR
CD, Spieldauer: 60 Minuten



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Tipps für den rückenfreundlichen Alltag

Rückenschmerzen, Ergonomie(dgk) Damit der Rücken nicht schmerzt, müssen Arbeitsplatz, Wohnung und Freizeit rückenfreundlich gestaltet werden. Der aktuelle Ratgeber „Was für den Rücken gut ist“ hilft Ihnen dabei. Übersichtlich dargestellt, können Sie so ergonomische Anforderungen an, Schulranzen, Schreibtische, Betten, Autositze, Fahrräder, Kücheneinrichtungen und viele andere Gegenstände des täglichen Lebens vor dem Kauf selbst überprüfen. Außerdem werden für verschiedene Lebensphasen, vom Baby bis zum Erwachsenen, typische Belastungen des Rückens beschrieben. Kleine Übungsprogramme, die sich problemlos in den Alltag einbauen lassen, sollen helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen. Im handlichen Format des KILIAN mini wird dieses Buch schnell zum ständigen Begleiter in allen Fragen des rückenfreundlichen Umfeldes und bietet eine unverzichtbare Entscheidungshilfe beim Einkauf.

Dietmar Krause, Helga Freyer-Krause,
Was für den Rücken gut ist,
VERLAG im KILIAN, 2006,
ISBN 3-932091-92-2,
€ 5,-, 156 Seiten

Startet den Datei-DownloadLeseprobe hier...


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Service-Informationen

Broschüren
Das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK) hat umfangreiche Broschüren zu folgenden Themen herausgegeben:

  • Starke Schmerzen bewältigen
  • Aktiv gegen Rückenschmerzen
  • Schmerztherapie bei Osteoporose
  • Nervenschmerzen - Ursache und Behandlung

Die kostenlosen Informationsbroschüren können gegen Einsendung eines mit 1,45 € frankierten DIN-A5-Rückumschlages beim DGK, Stichwort: Titel der Broschüre, Postfach 1207, 35002 Marburg angefordert werden.

Beratungstelefon
Das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) bietet jeden ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr eine Telefonberatung mit erfahrenen Schmerztherapeuten unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 0112 115 an.

Internet
Umfangreiche Informationen rund um das Thema Schmerz, mit vielen Querverweisen zu anderen Krankheitsbildern, bieten die Internet-Seiten des Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz unter Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterwww.forum-schmerz.de

Grafiken und Bildmaterial
Alle abgebildeten Fotos sowie die Buch- und Broschüren-Cover können im Zusammenhang mit den Artikeln von Redaktionen in schwarz-weiß oder farbig kostenlos per E-Mail angefordert werden unter:
Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailmargot.boucsein(à)kilian.de

Interviewpartner
Für ein persönliches Gespräch vermitteln wir Redakteuren gerne die kompetenten Schmerzexperten unseres wissenschaftlichen Beirates. Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an Dr. Dietmar Krause.

Ansprechpartner
Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen können Sie sich jederzeit gerne wenden an:
Dr. Dietmar Krause, Telefon 0 64 21 / 293 – 124, Telefax 0 64 21 / 293 – 724,
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Maildietmar.krause(à)kilian.de

Hilfreiche Adressen:
Adressen von regionalen Selbsthilfegruppen und Schmerzspezialisten erhalten Sie bei:
Deutsches Grünes Kreuz e. V.
- Forum Schmerz -
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon 0 64 21 / 293 – 125
Telefax 0 64 21 / 293 – 170

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V.i.S.d.P.


Herausgeber:

DEUTSCHES GRÜNEN KREUZ e.V.

Redaktion:

Dr. Dietmar Krause (verantw.)
Inge Kokot
Dr. Corinna Kolac

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten an:

Deutsches Grünes Kreuz
im Kilian
Redaktion dgk
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Telefon: 0 64 21 / 2 93 - 0
Telefax: 0 64 21 / 2 29 10

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