Ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Arthrose ist die aktive Bewegungstherapie
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Krankengymnastik, Arthrose, Therapie, Muskeln, Hydrotherapie, Capsaicin, Nonivamid, Arzt, Schmerztherapie, Akupunktur
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24.5.2017 : 15:31

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Krankengymnastik

Ein wichtiger Baustein in der Behandlung von Arthrose ist die aktive Bewegungstherapie. Die Krankengymnastik kann bei akuten und chronischen Schmerzen eingesetzt werden. Sie wirkt schmerzlindernd und hilft Funktionseinschränkungen zu beheben oder zu vermindern. Darüber hinaus können verschiedene physikalische Therapien die Krankengymnastik unterstützen.

Wassergymnastik Bei der Krankengymnastik wird durch aktive und passive Bewegungsübungen sowie Dehntechniken verhindert, dass sich Muskeln verkürzen und dadurch die Beweglichkeit der Gelenke einschränkt. Außerdem werden die Muskeln gestärkt. Iometrisches Muskeltraining ist hier zu bevorzugen, weil es besonders effektiv und gelenkschonend ist. Kräftige Muskeln können Stöße abfangen und das Gelenk dadurch entlasten. Auch die Gelenkführung kann stabilisiert werden. Bei fortgeschrittener Arthrose hat sich vor allem eine kombinierte Bewegungs-/Hydrotherapie im warmen Wasser bewährt. Der Auftrieb des Wassers entlastet die Gelenke und lässt intensivere Übungen zu als an Land möglich wären.
Das wichtige Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskeln, und damit die Koordination, lässt sich durch die Anwendung von PNF-Techniken verbessern. Die Abkürzung PNF steht für "propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation". Übungen zur Gleichgewichtsschulung fördern die Gangsicherheit der Betroffenen. Mit Hilfe der aktiven Bewegungstherapie erfährt der Patient eindrucksvoll, dass er selbst etwas gegen seine Krankheit tun kann. Das stärkt das Selbstvertrauen und bessert zugleich seine Stimmung. Dadurch werden die Schmerzen weniger belastend empfunden, und der Betroffene bewegt sich wieder mehr, was den Krankheitsverlauf ebenfalls günstig beeinflusst.
Werden Hilfsmittel verordnet, kann eine Einweisung für den richtigen Gebrauch durch eine Physiotherapeutin notwendig werden.

FangopackungenVerschiedene physikalische Therapien wie Wärme- oder Kälteanwendungen, Stromtherapie oder Massagen ergänzen die Physiotherapie. Als wohltuend und schmerzlindernd wird bei Arthroseschmerzen vor allem Wärme in Form von Rotlicht oder Fangopackungen aus der Apotheke empfunden. Zu Hause können sich Betroffene auch mit Körnerkissen oder Wärmflasche helfen. In der Apotheke sind auch Wärmesalben erhältlich, die gefäßerweiternde Substanzen wie Capsaicin oder Nonivamid enthalten. Sie regen die Durchblutung der Haut an und erzeugen so ein Wärmegefühl. Durch die Wärme wird schmerzhaft verspannte Muskulatur wieder locker. Zusätzlich haben sie eine schmerzlindernde Wirkung. Die bessere Durchblutung fördert außerdem die Versorgung der Gelenke mit Nährstoffen und regt die Produktion von „Gelenkschmiere“ an. Wenn sich die Schmerzen durch Wärme verschlimmern, sollte der Arzt befragt werden. Es könnten entzündliche Prozesse beteiligt sein.

In manchen Fällen hilft allerdings Kälte besser als Wärme. Bei akuten Schmerzen kann deshalb zur Durchblutungsförderung eine Behandlung mit kaltem Wickel oder Eisbeutel sinnvoll sein. Ebenfalls durchblutungsfördernd wirkt eine Elektrotherapie, die außerdem die Muskulatur entspannt und Schmerzen lindert. Mit Strom erreicht man bei degenerativen Erkrankungen vor allem tiefer gelegene Schichten der Muskulatur.

Sehr erfolgreich wird seit Jahren im Rahmen von Schmerztherapien auch Akupunktur eingesetzt. Wissenschaftlich bewiesen ist der Nutzen dieses Verfahrens noch nicht endgültig, doch es werden zurzeit entsprechende Studien durchgeführt. Ob die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Behandlung als Regelleistung übernehmen wird, ist noch unklar. Vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen ausdrücklich nicht anerkannte Methoden sind zum Beispiel die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT), die pulsierende Signaltherapie (PST) oder die Behandlung mit niedrigenergetischem Laser.