Arthrosen entwickeln sich immer aus einem Ungleichgewicht zwischen der Belastungsfähigkeit des Gelenkknorpels und der tatsächlichen Belastung.
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20.8.2017 : 2:23

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Arthrose hat viele Ursachen

Arthrosen entwickeln sich immer aus einem Ungleichgewicht zwischen der Belastungsfähigkeit des Gelenkknorpels und der tatsächlichen Belastung. Bei den primären Arthrosen entsteht dieses Missverhältnis ohne ersichtlichen konkreten Grund. Ein Auslöser für primäre Arthrosen konnte bisher nicht gefunden werden.

Die sekundären Arthrosen entstehen aufgrund einer Vorschädigung oder als Folge einer Erkrankung und können deshalb die verschiedensten Ursachen haben. Häufige Auslöser sind:

  • Übergewicht
  • Verletzungen
  • Operationen, z. B. Meniskusentfernung
  • Fehlbelastungen durch falsche Haltung
  • Überbelastung in einigen Berufen, z. B. Fliesenleger
  • Fehlstellungen der Beine, z. B. X- und O-Beine
  • Stoffwechselstörungen
  • Entzündungsprozesse.


Degenerative Veränderungen am Gelenkknorpel können an allen Gelenke unseres Körpers auftreten, von der Schulter über Ellenbogen und Handgelenk bis zum Sprunggelenk. Besonders häufig betroffen sind jedoch Hüft-, Knie- und Wirbelsäulengelenke, weil sie im täglichen Leben durch das eigene Körpergewicht und bei Bewegung am stärksten belastet werden. Die Beschwerden sind bei jährlich mehr als 100.000 Patienten mit Hüftgelenkarthrose (Coxarthrose) und bei etwa 70.000 Patienten mit Kniegelenkarthrose (Gonarthrose) so groß, dass ein künstlicher Gelenkersatz notwendig wird.


Krankheitsverlauf in vier Stufen

Eine Arthrose entwickelt sich, unabhängig vom betroffenen Gelenk, meist nach demselben Muster. Verletzungen an der Oberfläche des Gelenkknorpels führen dazu, dass der Knorpel weniger elastisch ist und mechanische Belastungen nicht mehr so gut abfedern kann. Einzelne Knorpelzellen sterben ab, das Knorpelgewebe wird dünner und die Oberfläche erscheint rau und faserig.

Schädigungen des Knorpelgewebes verursachen zunächst keine Schmerzen. Der Grund: Knorpel enthält keine Nervenfasern, die ein Schmerzsignal erzeugen und weiterleiten könnten. Deshalb verläuft das "Vorstadium" praktisch ohne Beschwerden, obwohl man im Röntgenbild schon Veränderungen feststellen könnte.

Im Stadium 1 klagen die Betroffenen meist bei deutlicher Belastung des arthrotischen Gelenkes über Schmerzen. Auslöser dafür ist oft eine falsche Haltung, die betroffene einnehmen, um das Gelenk zu schonen. Dadurch kommt es zu schmerzhaften Muskelverspannungen. Meist wird in diesem Stadium noch nicht an eine Arthrose gedacht. Im Röntgenbild zeigt sich jedoch ein verschmälerter Gelenkspalt.

Im Stadium 2 schmerzen die Gelenke schon bei normalen Bewegungen. Treten die Beschwerden bei passiven Bewegungen auf, z. B. wenn der Arzt das Gelenk bewegt, deutet dies auf eine Schädigung im Gelenk hin. Schmerzen bei aktiven Bewegungen werden durch die Muskulatur verursacht. Verkürzte Muskulatur erhöht den Zug der Sehnen am Knochen und damit den Druck auf die Gelenke. Die Betroffenen leiden dann oft schon zu Beginn einer Bewegung unter Schmerzen, die dann wieder nachlassen, dem so genannten Anlaufschmerz. Gelangen außerdem kleine, abgesplitterte Knorpelteilchen in den Gelenkspalt, kann die Gelenkinnenhaut (Synovialis) gereizt werden und eine akute Entzündung verursachen. Dabei werden Enzyme freigesetzt, die den Gelenkknorpel chemisch zerstören und die Entzündung verstärken. Die Synovialis bildet daraufhin übermäßig viel Gelenkflüssigkeit, es kommt zum Gelenkerguss mit starken Schmerzen und Anschwellung des Gelenkes. Mediziner sprechen dann von einer aktivierten Arthrose.

Im Stadium 3 kommt es schon in Ruhe zu Schmerzen. Eine deutliche Bewegungseinschränkung des Gelenkes ist feststellbar. Durch den fehlenden Gelenkknorpel werden die Knochen teilweise so stark belastet, dass es zu einer Gegenreaktion kommt: Um dem hohen mechanischen Druck besser standhalten zu können, bildet der Körper neue Knochenmasse, die wulstartige Knochenvorsprünge in Form kleiner Zacken oder Sporne (Osteophyten) entstehen lassen. Dadurch kann sich die Gelenkfläche des Knochens verbreitern. Als Folge davon passen die Gelenkknochen nicht mehr richtig zusammen. Das Gelenk wird schwergängig und die Synovialis ständig gereizt. Das führt zu einer Schonhaltung. Die Muskulatur verkümmert noch mehr. Ein Teufelskreis beginnt. Ist der Knorpel vollständig abgerieben (Knochenglatze), kann das Gelenk sogar völlig versteifen.


Typische Symptome der Arthrose:

  • Schmerzen
    im Frühstadium: Anlaufschmerz, Ermüdungsschmerz, Belastungsschmerz
    im Spätstadium: Dauerschmerz, Nachtschmerz, Muskelschmerz
  • Geschwollene Gelenke
  • Bewegungseinschränkungen bis hin zum Funktionsverlust
  • Muskelverspannungen um das betroffene Gelenk
  • Deformierung des Gelenke