Forum-Schmerz - Langwirkende Medikamente bevorzugen
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Membranpflaster, Behandlung, Tumorschmerzen,
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12.12.2017 : 11:32

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Langwirkende Medikamente bevorzugen

Eine Alternative zur Behandlung von Tumorschmerzen in Tablettenform ist das sogenannte Membranpflaster. Diese opioidhaltigen Pflaster ermöglichen es den Patienten drei Tage lang ohne Schmerzen zu leben. Bei der als transdermale Therapie bezeichneten Behandlungsform wird der Wirkstoff Fentanyl gleichmäßig über die Haut ins Blut abgegeben. Von dort gelangt er an den Wirkort in Rückenmark und Gehirn. Auf diese Weise wird der Magen-Darm-Trakt geschont. Die für Opioide typische Verstopfung ist dadurch weniger stark ausgeprägt. Da der Wirkstoffspiegel für 72 Stunden im Blut konstant bleibt, müssen die Schmerzpflaster nur alle drei Tage gewechselt werden. Das ständige Mitführen von Tabletten entfällt und der Patient kann seine Krankheit durch die gleichbleibende Schmerzlinderung auch mal vergessen. Das bedeutet einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität für die Betroffenen. Diese Anwendungsform hat sich in der Schmerztherapie aufgrund der Akzeptanz durch die Patienten und die einfache Handhabung mittlerweile durchgesetzt.

Schmerzpflaster
Schmerzpflaster

In der Zwischenzeit konnte die Pflastertechnologie weiter verbessert werden. Das Fentanyl-Pflaster wird jetzt in der zweiten Generation als Matrixpflaster eingesetzt. Das Neue daran ist, dass der Wirkstoff in die Klebeschicht eingebettet ist. Das Schmerzpflaster wurde dadurch deutlich kleiner, dünner und insgesamt unauffälliger. Es ist außerdem noch hautfreundlicher, weil keine Stoffe mehr benötigt werden, die den Transport durch die Haut beschleunigen. Darüber hinaus wurden die Klebeigenschaften verbessert. Das Matrixpflaster verhält sich fast wie eine “zweite Haut”. Patienten mit Schmerzpflaster können ihr Leben fast wie gewohnt fortsetzen. Selbst schwimmen, duschen und baden sind möglich. Vorsicht ist aber bei verstärkter Hitzeeinwirkung geboten. Patienten sollten mit dem Pflaster nicht in die Sauna gehen und keine Heizkissen an der Stelle anlegen. Verstärkte Wärmeeinwirkung führt zu einem schnelleren Wirkstofffluss durch die Haut. In Studien mit dem Fentanyl-Pflaster konnte auch gezeigt werden, dass die Betroffenen bei stabiler Dosierung auch Auto fahren können. Hierbei ist allerdings unbedingt eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt notwendig, weil auch andere Aspekte wie Begleitmedikamente und Allgemeinbefinden zu berücksichtigen sind.

Neben dem Fentanyl-Matrixpflaster ist in Deutschland noch ein zweites Pflaster mit dem Wirkstoff Buprenorphin erhältlich. Auch dieses Pflaster wirkt mehrere Tage lang. Es ist größer und nicht transparent, in der Anwendung jedoch mit dem Fentanyl-Pflaster vergleichbar. Bei diesem Wirkstoff wird in der Literatur immer wieder ein Ceiling-Effekt diskutiert. Das bedeutet, dass eine therapeutische Obergrenze besteht, oberhalb derer mehr Wirkstoff nicht eine größere Wirkung, sondern nur mehr Nebenwirkungen erzielt.