Forum-Schmerz - Migräne - Vorbeugung und Behandlung
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3.12.2016 : 1:14

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Migräne - Vorbeugung und Behandlung

Migräne - Vorbeugung und Behandlung Auf der ganzen Welt leiden Frauen und Männer an Migräne. Etwa zehn Millionen Menschen sind allein in Deutschland davon betroffen. Die Symptome der Krankheit sind für die Leidenden, aber auch die Angehörigen eine enorme Belastung. Während eines Migräneanfalls ist an einen normalen Tagesablauf nicht zu denken, und die Lebensqualität sinkt auf ein Minimum. Trotz dieser dramatischen Einschränkungen befindet sich nicht einmal die Hälfte der Betroffenen in ärztlicher Behandlung. Entweder aus Unkenntnis über die vorhandenen Therapien oder weil sie die Hoffnung auf Hilfe aufgegeben haben. Dabei stehen aufgrund moderner Forschung mittlerweile wirksame Strategien zur Vorbeugung und Therapie der Migräne zur Verfügung.

Diese Seite beschreibt Entstehung, Ursachen und Symptome der Migräne. Auch die Bedeutung einer richtigen Diagnose der Migräne wird dabei hervorgehoben. Außerdem werden die aktuellen medikamentösen Behandlungsstrategien erläutert sowie Möglichkeiten der medikamentösen Prophylaxe aufgezeigt. Betroffene erhalten hier ebenfalls eine Anleitung zur aktiven Vorbeugung durch Sport, Entspannung und andere verhaltenstherapeutische Methoden. Das Arzt-Patienten-Gespräch soll unterstützt werden: Je genauer der Betroffene seine Beschwerden beschreiben kann, desto leichter kann der Arzt die richtige Behandlung einleiten. Nur der gemeinsame Dialog führt zum Erfolg.


Migräne - Mythen und Fakten

Wie bei kaum einer anderen Krankheit werden die Diagnose und Therapie durch falsche Vorstellungen und Vorurteile so erschwert wie bei Migräne. Noch immer weit verbreitet ist die Ansicht, die Betroffenen seien lediglich hysterisch, überspannt, eingebildete Kranke oder Drückeberger.  So verunglimpfte beispielsweise Erich Kästner in seinem Buch „Pünktchen nund Anton" die Frau Direktorin Pogge mit der bezeichnenden Defnition: Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man gar keine hat.„Migräne sind Kopfschmerzen, auch wenn man gar keine hat." Oft werden die Schmerzen von Außenstehenden auch als Ausrede abqualifiziert, nach dem Motto: „Die nimmt mal wieder ihre Migräne." Und immer trifft es Frauen häufger als Männer. Diesen falschen Vorstellungen liegen zwei Aspekte zugrun-de: Tatsächlich erkranken Frauen öfter als Männer, und psychische Faktoren können Migräneattacken auslösen. Es gibt auch deutliche Hinweise, dass die Erkrankung eine genetische Grundlage hat.

Obwohl die Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung inzwischen große Fortschritte gemacht haben, suchen viele Patienten trotz größtem Leidensdruck keinen Arzt auf. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen ist nicht in ärztlicher Behandlung. Manche stellen sich dem Problem erst gar nicht, andere haben die Hoffnung auf Hilfe durch schlechte Erfahrung mit unzureichenden Medikamenten aufgegeben. Es kommt auch vor, dass die Krankheit selbst von Ärzten nicht ernst genommen wird: „Ist doch nur Kopfschmerz." Für die Betroffenen ist das jedoch kein Trost. Sie leiden unter einer erheblichen Verminderung ihrer Lebensqualität.

Unter Migräne leiden weltweit 10 bis 15 Prozent aller Erwachsenen.Regelmäßig, das heißt mindestens einmal im Jahr, sind acht bis zwölf Prozent der Frauen und sechs bis acht Prozent aller Männer von Migräne betroffen. Meist tritt die Migräne zum ersten Mal während der Pubertät im Alter zwischen 10 und 19 Jahren auf, mit einem besonders starken Anstieg von 10 bis 14 Jahren. In der Pubertät verschiebt sich auch das Geschlechterverhältnis. Während vor der Pubertät Jungen und Mädchen gleich stark betroffen sind, leiden zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr doppelt so viele Frauen wie Männer unter Migräne. Bis zum 40. Lebensjahr sind es sogar 3,5 mal mehr Frauen als Männer. Nach den Wechseljahren sind dann wieder beide Geschlechter gleichermaßen betroffen.Das macht eine hormonelle Beteiligung an der Migränee wahrscheinlich, zumalsie sich während einer Schwangerschaft bessern oder sogar ganz verschwinden kann.

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Migräne am Arbeitsplatz

Migräne am Arbeitsplatz Viele Migräniker fürchten nichts so sehr wie das „Outing" am Arbeitsplatz. Sie verbergen ihre Krankheit aus Angst, von ihren Vorgesetzten und Kollegen als psychisch labil, nicht belastbar und letztendlich als „karriereuntauglich" eingestuft zu werden. Der unkontrollierte, regelmäßige Griff zu Schmerzmitteln bis hin zum Missbrauch ist damit programmiert. Mediziner und Psychologen raten deshalb Migränepatienten, in ihrem beruflichen und privaten Umfeld offen über ihre Krankheit zu sprechen. Denn Migräne muss heute nicht mehr zu längerem Arbeitsausfall führen. Die neuen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten sind effektiv und gut verträglich. Durch eine wirksame Prophylaxe kann zudem die Häufigkeit und Intensität der Migräne deutlich verringert werden.

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Die häufigsten Kopfschmerzformen

Die große Zahl von Kopfschmerzformen, die Vielfalt der Ursachen und unterschiedliche Bezeichnungen haben in der Vergangenheit zu Verwirrungen bei Patient und Arzt geführt. Erst 1988 hat sich die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society, IHS) auf ein Ordnungssystem geeinigt, das inzwischen mehr als 220 verschiedene Kopfschmerzarten umfasst. Nach dem Vorschlag der IHS werden Kopfschmerzen in zwei große Gruppen unterteilt: in primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Bei primären Kopfschmerzen ist der Schmerz selbst die Erkrankung. Diese Kopfschmerzen haben zwar eine körperliche Ursache, eine Organschädigung lässt sich aber in der Regel nicht nachweisen. Die häufigsten Vertreter dieser Gruppe sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Der seltenere Cluster-Kopfschmerz gehört ebenfalls zu den primären Formen. Bei den sekundären oder symptomatischen Kopfschmerzen ist der Schmerz eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, zum Beispiel bei einer Hirnhautentzündung, einer Stirnhöhlenvereiterung, einem Infekt, einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule oder einer Gefäßerkrankung.

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Migräne

Migränepatienten leiden in der Regel unter anfallartigen, starken und typischerweise auf eine Kopfhälfte begrenzte Schmerzen. Der Schmerz kann jedoch während einer Attacke und von Anfall zu Anfall die Seite wechseln. Bei einem Drittel der Betroffenen verteilen sich die Beschwerden allerdings auch über den ganzen Kopf.  MigräneDer Schmerz hat einen pulsierenden oder pochenden Charakter und verstärkt sich bei körperlicher Anstrengung. Die beiden Hauptformen der Migräne sind die Migräne mit oder ohne Aura. Etwa 85 Prozent aller Migränepatienten leiden an der Migräne ohne Aura, die früher auch einfache Migräne genannt wurde. Sie ist durch wiederkehrende Kopfschmerzattacken mit vegetativen Begleitsymptomen wie Übelkeit oder Erbrechen gekennzeichnet. Alltägliches wird den Betroffenen zur Qual. Die Anfälle beginnen meist in den frühen Morgenstunden und dauern zwischen 4 und 72 Stunden. Die Migräne mit Aura ist durch zusätzliche neurologische Ausfallerscheinungen wie Seh- oder Sprechstörungen gekennzeichnet, die der eigentlichen Schmerzattacke vorausgehen. Etwa 10 bis 15 Prozent aller Migräniker leiden an dieser Form. Das Ausmaß der Störungen steigert sich im Verlauf von 5 bis 20 Minuten. Die als Aura bezeichneten Ausfallerscheinungen dauern zwischen 30 und 60 Minuten an. Erst danach treten üblicherweise die typischen Kopfschmerzen auf. Neben den beiden Hauptformen der Migräne gibt es seltenere Sonderformen, die eigentlich Untergruppen der Migräne mit Aura darstellen. Sie werden in erster Linie durch die Art der neurologischen Ausfallerscheinungen charakterisiert. Laut der IHS sind Menschen dann Migräniker, wenn sie in ihrem Leben mindestens zwei Migräneattacken mit Aura oder fünf Attacken ohne Aura hatten. Manche Menschen haben nur einen oder zwei Migräneanfälle im Leben, die durchschnittliche Anfallshäufigkeit liegt bei einer Attacke pro Monat. Die Anzahl nimmt bis zum 45. Lebensjahr zu, danach nehmen Häufigkeit, Dauer und Schwere der Attacken langsam wieder ab. Migräne kann aber auch in Kombination mit anderen Kopfschmerzformen auftreten, die dann getrennt behandelt werden sollten. Am häufigsten ist die Kombination mit episodischem oder chronischem Spannungskopfschmerz, aber auch die Kombination von Migräne und Cluster-Kopfschmerz kommt vor.


Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Charakteristisch ist ein dumpfer, drückender bis ziehender Schmerz, der im ganzen Kopf wahrgenommen wird. Der in der Regel leichte bis mittelschwere Schmerz beginnt häufig im Nacken oder in der Stirn. Er kann sich aber auch vom Halsansatz im Nacken über den Hinterkopf bis nach vorn zur Stirn ziehen. Typische Auslöser für Spannungskopfschmerzen sind zum Beispiel Autofahren in dichtem Verkehr, Arbeiten unter Zeitdruck oder in schlecht belüfteten Räumen und ständige Körperfehlhaltungen. Aber auch psychosozialer Stress in der Familie und nicht bewältigte Ängste verursachen die Beschwerden. Lernen Sie deshalb, Stress zu bewältigen und abzubauen. Lesen Sie mehr dazu im Kapitel Spannungskopfschmerzen. Dort können Sie auch eine Broschüre zum Thema herunterladen.

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Cluster-Kopfschmerz

Unter Cluster-Kopfschmerz leidet nur ein sehr geringer Anteil der Bevölkerung. Bei Betroffenen tritt der Schmerz häufig und sehr stark auf. Die Beschwerden werden von Patienten mit einem glühenden Messer verglichen, das ins Auge gestoßen wird. Häufig begleiten Augenrötungen, Tränenfluss, einseitiges Laufen der Nase sowie ein geschwollenes Augenlid die heftigen halbseitigen Kopfschmerzen.

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