Forum-Schmerz - Migräne - Medikamente gegen die Schmerzen
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24.5.2017 : 15:34

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Migräne - Medikamente gegen die Schmerzen

Die richtige Migränetherapie

Die richtige Migränetherapie Mehr als die Hälfte der Patienten geht wegen der Kopfschmerzen nicht zum Arzt. Ein Fehler: Denn spätestens wenn die Migräneanfälle mittelschwer bis schwer sind, sollen sie nach den Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) mit verschreibungspflichtigen Medikamente behandelt werden. Mit den zur Verfügung stehenden Präparaten müsste niemand mehr das Leid eines Migräneanfalles hilflos ertragen. Sowohl für die Akuttherapie als auch für die Vorbeugung lässt sich eine individuelle Behandlung „maßschneidern".


Rezeptfreie Schmerzmittel

Migräne: Rezeptfreie SchmerzmittelBei leichten bis mittelschweren Migräneattacken spricht aus Sicht der DMKG nichts gegen die Einnahme rezeptfreier Schmerzmittel. Zu empfehlen ist die fixe Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. Die Dreier-Kombination ist deutlich wirksamer als eine Behandlung mit den Einzelsubstanzen oder mit einer Kombination ohne Koffein. Dies konnte in der weltweit größten Studie zur Wirksamkeit von Schmerzmitteln in der Selbstmedikation gezeigt werden. Um mit Monopräparaten die gleiche Schmerzlinderung zu erzielen, müssten Betroffene ein halbe Tablette mehr einnehmen. Durch die Kombination von ASS, Paracetamol und Koffein verstärken sich die vorteilhaften Effekte der Einzelsubstanzen. Paracetamol und ASS ergänzen sich durch unterschiedliche Wirkmechanismen. Das Koffein verbessert zusätzlich die Wirksamkeit und verstärkt die rasche Aufnahme in den Körper. Deshalb können die Wirkstoffe als fixe Kombination geringer dosiert werden, mit den damit verbundenen Vorteilen in Bezug auf die dosisabhängigen Nebenwirkungen. Da die Verdauung schon zu Beginn eines Migräneanfalls gestört sein kann, werden die Medikamente aber oft nicht vollständig aufgenommen. Aus diesem Grund wird empfohlen, etwa 15 Minuten vorher ein Mittel gegen Übelkeit zu nehmen.

Einziges spezifisches Migränemittel aus der Gruppe der Triptane (siehe unten), das rezeptfrei erhältlich ist, ist der Wirkstoff Naratriptan. Es wirkt nur bei Migräne. Deshalb muss die Diagnose klar sein. Der Vorteil: In 80 Prozent der Fälle reicht eine Tablette, um die Attacke zu bekämpfen. Wiederkehrkopfschmerzen, wie bei vielen anderen Triptanen, sind selten. Gleichzeitig werden Lichtempfindlichkeit und Übelkeit mitbehandelt. Wegen des günstigen Nebenwirkungsprofils wurde der Wirkstoff aus der Rezeptpflicht entlassen.

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Triptane

Zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer Migräneanfälle empfehlt die DMKG als Mittel der ersten Wahl selektive Serotonin-Agonisten, die so genannten Triptane. Die früher oft angewendeten Mutterkornalkaloide (Ergotamine) sollten wegen möglicher Nebenwirkungen nicht mehr verwendet werden.

Wirkweise
Bei den Triptanen handelt es sich um die ersten Arzneimittel, die gezielt gegen Migräne wirken. Gleichzeitig mindern sie Übelkeit und Erbrechen. Triptane verringern deutlich den Bedarf weiterer Schmerzmittel. Die beste Wirkung erzielen Triptane, wenn sie bereits bei den ersten Anzeichen einer Migräneattacke eingenommen werden. Der Patient sollte deshalb lernen, sich selbst eine Diagnose zu stellen, um zielsicher und rechtzeitig zu dem entsprechenden Medikament (einer freiverkäuflichen Kopfschmerztablette aus der Apotheke oder einem verschreibungspflichtigen Triptan) zu greifen. Die spezifische Wirkung der Triptane beruht darauf, dass sie gezielt bestimmte Bindungsstellen des Botenstoffes Serotonin stimulieren. Sie wirken gefäßverengend und hemmen die neurogene Entzündung beim Migränekopfschmerz. Außerdem unterbrechen sie die Schmerzsignale, die aus der Hirnhaut vermittelt werden.

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Verschiedene Präparate
Mittlerweile stehen sieben verschiedene Wirkstoffe aus der Klasse der Triptane zur Migränebehandlung zur Verfügung. Als entscheidendes Kriterium für die erfolgreiche Bewertung einzelner Wirkstoffe hat die DMKG deshalb eine Besserung der Kopfschmerzen von schwer oder mittelschwer auf leicht oder kopf- schmerzfrei innerhalb von zwei Stunden nach Anwendung des entsprechenden Präparates und eine wiederholbare Wirkung bei zwei von drei Migräneattacken definiert. Zwischen den verschiedenen Wirkstoffen gibt es kleine Unterschiede. So sind Rizatriptan und Eletriptan etwas schneller und stärker wirksam. Sie halbieren den Schmerz innerhalb von zwei Stunden. Schnell wirksam ist ebenfalls Almotriptan, wobei das Auftreten von Wiederkehrkopfschmerzen geringer ist. Naratriptan und Frovatriptan wirken etwas später und schwächer, dafür aber länger, mit weniger Nebenwirkungen. Sie sind bei langanhaltenden Attacken und regelmäßigen Wiederkehrkopfschmerzen geeignet. Die Wirkstoffe Sumatriptan und Zolmitriptan liegen bei Wirkung und Häufigkeit von Wiederkehrkopfschmerzen in der Mitte.

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Darreichungsformen
Triptane liegen in verschiedenen Darreichungsformen vor: als Tablette, Zäpfchen, Nasenspray, Spritze und Schmelztablette. Bei starker Übelkeit und Erbrechen sollten statt Tablette lieber Zäpfchen oder ein Nasenspray gewählt werden. Die Spritze ist sehr starken Anfällen mit heftigem Erbrechen, zum Beispiel aus dem Schlaf heraus, vorbehalten. Sie wirkt am schnellsten, hat aber die meisten Nebenwirkungen. Schmelztabletten haben den Vorteil, dass sie ohne Flüssigkeit auch unterwegs eingenommen werden können. Unerwünschte Begleiterscheinungen sind unter Beachtung der Gegenanzeigen bei Triptanen meist gering und vorübergehend. Sie sollten aber nicht bei Patienten im Vorfeld oder nach Herzinfarkt oder mit Durchblutungsstörungen am Herzen, im Gehirn oder in den Gliedmaßen angewendet werden.

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