Forum-Schmerz - Migräne - Verlauf, Ursachen und Auslöser
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13.12.2017 : 10:00

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Migräne - Verlauf, Ursachen und Auslöser

Die vier Phasen

Der Migräneanfall kann in vier Phasen unterteilt werden, die aber nicht immer bei allen Patienten vollständig durchlaufen werden.

1. Prodromal-Phase
Häufig beginnt eine Migräneattacke mit einer Vorphase, die gewöhnlich einige Stunden, aber auch mehrere Tage dauern kann. Sie ist gekennzeichnet durch verschiedene Symptome wie Müdigkeit, Gähnen, Stimmungsänderungen oder Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel. Auch eine gesteigerte Licht-, Lärm- und Geräuschempfindlichkeit kommt vor.

2. Aura-Phase
Bei manchen Patienten geht der eigentlichen Kopfschmerzattacke eine Aura voraus. Fast immer treten dabei visuelle Eindrücke auf wie etwa Lichtblitze, Flimmern oder Zick-Zack-Linien vor den Augen. Darüber hinaus kann es zu Sensibilitätsstörungen wie Kribbeln in bestimmten Bereichen des Körpers kommen. Seltener sind Sprachstörungen oder motorische Störungen.

3. Kopfschmerz-Phase
Für viele Betroffene ist der Kopfschmerz der schlimmste Teil der Migräneattacke. Diese Phase besteht in der Regel aus mittelschweren bis schweren, pulsierenden oder pochenden, einseitigen Kopfschmerzen. Allerdings ist Migräne nicht einfach nur Kopfweh. Begleitet werden die Schmerzen fast immer von den typischen vegetativen Symptomen. Den Patienten ist übel, manche müssen erbrechen. Oft kommt es auch zu einer erhöhten Reizempfindlichkeit. Deshalb suchen viele Personen während der Attacke einen dunklen und ruhigen Raum auf. Ohne Behandlung kann diese Phase bis zu drei Tagen dauern.

4. Schlafphase oder Besserungsphase
Manche Patienten schlafen am Ende einer Migräneattacke und danach sind die Kopfschmerzen häufig abgeklungen. Viele fühlen sich gar wie neugeboren. In der darauf folgenden Besserungsphase können gegenteilige Symptome wie in der Prodromal-Phase auftreten. Obwohl Migräne eine große Belastung für die Betroffenen darstellt, ist doch gewiss: Die Attacke geht vorüber. Ernsthafte Folgen sind nicht zu befürchten. Da die Anfälle jedoch die Lebensqualität stark einschränken und immer wieder auftreten können, sollten eventuell krankhafte Ursachen oder mögliche Auslöser während einer ärztlichen Untersuchung geklärt werden.


Ursachen

Migräne: Ursachen Die Ursachen für das Gewitter im Kopf sind noch nicht endgültig geklärt. Es zeichnen sich jedoch immer deutlicher verschiedene organische Prozesse mit einer erblichen Veranlagung für die Erkrankung ab. Schon seit dem 18. Jahrhundert ist bekannt, dass Migräne in manchen Familien gehäuft auftritt. Studien an eineiigen und zweieiigen Zwillingen haben ergeben, dass Erbfaktoren bei Frauen zwischen 50 und 60 Prozent, bei Männern zu etwa 40 Prozent für die Entstehung von Migräne verantwortlich sind. Auch ausgeprägte, vorübergehende Halbseitenlähmungen als Migräneaura kommen in bestimmten Familien gehäuft vor. Die Tatsache, dass die Vererbung bei der Migräne eine wichtige Rolle spielt, erklärt auch, warum die Krankheit selbst nicht heilbar ist. Es ist lediglich möglich, akute Migräneattacken zu behandeln und bei häufigen Attacken mit Hilfe von Medikamenten und nichtmedikamentösen Methoden vorzubeugen. Es ist möglich, dass das Gehirn von Betroffenen deshalb empfänglicher für Auslöser wie Stress, Hormonschwankungen oder bestimmte Nahrungsmittel ist. Durch elektrophysiologische Messungen fanden Wissenschaftler heraus, dass die Gehirnzellen von Migränikern besonders empfindlich auf bestimmte Reize reagieren und sich vor einer Reizüberflutung schlechter schützen können.

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Entstehung des Migräneschmerzes

Die aktuelle Theorie geht von einer Überaktivität von Nervenzellverbänden des Hirnstamms aus, die als körpereigener Migränegenerator fungieren. Der anschließende Verlauf einer Attacke ist vergleichbar mit einer Explosion biochemischer Prozesse. Eine übermäßige Freisetzung von Botenstoffen (Neurotransmittern) wie Serotonin lässt die Blutgefäße anschwellen. Die Adern werden durchlässiger, so dass Gewebeflüssigkeit austritt. Dies verursacht eine vorübergehende Schwellung, die auf die Nerven drückt und den Schmerz auslöst. Die von Nerven versorgten Gefäßwände sind so empfindlich, dass der mit jedem Herzschlag fließende Blutstrom als klopfender, im Takt des Pulsschlags pochender Kopfschmerz empfunden wird.
Eine Schlüsselrolle kommt in diesem Geschehen dem Botenstoff Serotonin zu. Die chemisch exakte Bezeichnung dieser Verbindung lautet 5-Hydroxytryptamin. Deshalb bezeichnet man Serotonin häufig mit der Abkürzung 5-HT. Serotonin dämpft den Schmerz, verengt die erweiterten Gefäße und hemmt die Entzündung. Diese Entdeckung hatte entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung moderner Medikamente gegen Migräne.

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Auslöser

Migräne: AuslöserEs gibt eine Vielzahl von Reizen, so genannte Trigger, die eine Migräne auslösen können. Diese Faktoren dürfen aber nicht mit der eigentlichen Ursache der Erkrankung verwechselt werden. Dabei ist die Reaktion auf bestimmte Trigger von Person zu Person unterschiedlich. Außerdem sind solche Auslöser nicht zwingend notwendig. Ein Migräneanfall kann auch spontan auftreten. Meist müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, damit eine Attacke ausgelöst wird. Erkennen Sie deshalb Ihre persönlichen Trigger, um sie dann gezielt vermeiden zu können.

Häufige Auslöser für Migräne sind:

  • Seelischer oder körperlicher Stress
    Dabei tritt die Attacke meist danach, in der Entspannungsphase auf, beispielsweise am Feierabend, am Wochenende oder nach einem Streit.
  • Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
    Hier sind insbesondere zu viel oder zu wenig Schlaf problematisch.
  • Hormonschwankungen
    Hormone sind die häufigsten körpereigenen Auslöser von Migräne. Attacken treten bei Frauen häufiger während der Menstruation und des Eisprungs und weniger häufig während einer Schwangerschaft auf. Bei der menstruellen Migräne zeigen sich die Attacken ausschließlich während der Monatsblutung.
  • Alkohol
    Übermäßiger Alkoholkonsum, meist verbunden mit zu viel Nikotin und wenig Schlaf, kann Migräne auslösen. Insbesondere Rotwein setzt aus den Blutplättchen Serotonin frei, worauf Migräniker empfindlich reagieren können. Weißwein oder Wodka scheint in Maßen weniger gefährlich.
  • Nahrungsmittel
    Die Inhaltsstoffe von bestimmten Käsesorten (Tyramin), Schokolade (Phenylethylamin) oder Zitrusfrüchten können Anfälle auslösen. Der Einfluss dieser Faktoren auf Migräne ist aber eher gering. Außerdem erleben Migräniker mit hohem Kaffeekonsum einen Anfall, wenn der Koffeinspiegel im Blut sinkt.
  • Verschiedene Reize
    Starke Sonneneinstrahlung, flackerndes Licht, Lärm oder intensive Gerüche können mögliche Migräneauslöser sein.


Lesen Sie weiter: Diagnose von Migräne

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