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25.5.2016 : 14:54

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Nicht die Nerven verlieren - trotz Nervenschmerzen!

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Nicht die Nerven verlieren - trotz Nervenschmerzen!
Nervenschmerzen

Die Aussagen "Nur nicht die Nerven verlieren", "Meine Nerven liegen bloß" oder "Der geht mir auf die Nerven", zeigen wie wichtig ein "stabiles Nervenkostüm" für unser Wohlbefinden ist. Jeder, der schon einmal eine entzündete Zahnwurzel hatte, weiß, welche alles beherrschenden Schmerzen ein verletzter Nerv verursachen kann.
1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Nervenschmerzen. Oft treten diese Schmerzen als Folge einer anderen Erkrankung auf, beispielsweise einer Gürtelrose oder einer Amputation. Da der Auslöser in der Regel nicht, oder nur sehr schwer, zu beseitigen ist, leiden die Betroffenen häufig Jahre lang unter den Schmerzen. Diese Menschen sind enormen seelischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. Die andauernden Qualen schränken die Lebensqualität stark ein, so dass die Betroffenen kaum noch ein normales Leben führen können. Doch chronischer Schmerz sollte kein Schicksal sein. Eine geeignete Schmerztherapie kann die Beschwerden meist nehmen oder zumindest auf ein erträgliches Maß verringern.


Wie werden Schmerzen wahrgenommen?

Fast überall im Körper befinden sich Schmerzrezeptoren, die Meldungen über Verletzungen oder Gefahren für die Gesundheit aufnehmen können. Schmerzsensoren liegen zu etwa 90 Prozent in der Haut, aber auch innere Organe verfügen darüber. Sie sind unterschiedlich empfindlich und reagieren auf verschiedene Reize, zum Beispiel Temperatur, Dehnung oder Druck.

Wichtigste Kommunikationseinheit, um Schmerzreize weiter zu leiten, ist die Nervenzelle. Im Unterschied zu den meisten anderen Körperzellen können sie sich nach der Geburt nicht durch Zellteilung vermehren. Untergegangene Nervenzellen sind also nicht einfach zu ersetzen. Die Nervenzellen, auch Neurone genannt, besitzen längliche Zellfortsätze unterschiedlicher Länge. Diese Axone können weniger als einen Millimeter oder mehr als einen Meter lang sein. An den Enden dieser Zellfortsätze sind spezielle, knopfartige Verdickungen ausgebildet. Diese Kontaktstellen werden als Synapsen bezeichnet und dienen dem Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen. Um die Impulse der Schmerzrezeptoren zum Rückenmark weiter zu leiten, nutzt der Körper verschiedene Nervenleitungen. Die A-Delta-Fasern arbeiten blitzschnell. Auf diese Weise wird der so genannte Erstschmerz erzeugt. Er ist scharf, stechend und kann in der Regel sehr genau lokalisiert werden. Die C-Fasern sind sehr dünne Nervenfasern, die die Informationen langsam weiterleiten und dem Schmerz eine emotionale Komponente beimischen. Vom Rückenmark aus gelangen die Informationen zu verschiedenen Regionen im Gehirn, wo sie wahrgenommen und weiter verarbeitet werden.

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Wenn Nerven schmerzen

Ursache kann zum Beispiel eine mechanische Schädigung mit Zerstörung der Nervenstruktur auf Grund von Verletzungen sein. Man spricht dann von einer Kausalgie, seit kurzem auch als CPRS Typ II bezeichnet. Das Krankheitsbild ist charakterisiert durch glühende, brennende Schmerzen. Sogar die gringste Berührung oder die bloße Vorstellung von Schmerz können die Qualen manchmal schon auslösen. Häufig greift die Überempfindlichkeit auf benachbarte Nerven über.

Besteht die Funktionsstörung der Nerven über längere Zeit, hat das auch Einfluss auf die Empfindlichkeit der Zellen im zentralen Nervensystem. Während der akute Schmerz ein wichtiges Warnzeichen ist und anzeigt, dass etwas nicht in Ordnung ist, hat der chronische Schmerz diese Alarmfunktion verloren. Er zermürbt jetzt die Patienten körperlich und psychisch. Die Schmerzen werden im Laufe der Zeit für die Betroffenen zu einer stärkeren Belastung als der eigentliche Auslöser. Verantwortlich für die Chronifizierung sind im Wesentlichen zwei Dinge:

1. der Auslöser der Schmerzen kann nicht beseitigt werden und/oder
2. das so genannte Schmerzgedächtnis.

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Frühzeitig behandeln - Schmerzgedächtnis verhindern

Schmerzreize werden normalerweise vom Ort der Entstehung durch spezielle Nervenfasern ins Rückenmark geleitet. Von dort gelangen die Informationen über bestimmte Schmerzbahnen zu verschiedenen Regionen im Gehirn. Die Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung erfolgt zum Beispiel im Großhirn. In der Hirnrinde wird der Schmerz unter Verwendung bisheriger Erfahrungen bewertet. Wenn sich nun starke Schmerzsignale ständig wiederholen, können sich die Nervenfasern dauerhaft verändern und gleichsam ein "Schmerzgedächtnis" ausbilden. Die Folge ist, dass selbst leichte Reize, wie Berührung, Wärme oder Dehnung, plötzlich als Schmerz empfunden werden. Es kann sogar vorkommen, dass auch ohne vorhandenen Reiz ein Schmerz ausgelöst wird. Dann hat sich der Schmerz verselbstständigt. Von diesem Effekt berichten auch viele Menschen, denen ein Körperteil amputiert werden musste. Sie leiden unter quälenden Dauerschmerzen und geben als Ort der Empfindung den Körperteil an, der nicht mehr vorhanden ist. Der Grund dafür: Im zentralen Nervensystem haben die Schädigungen eine Gedächtnisspur hinterlassen, so dass ständig Schmerzsignale erzeugt werden, ohne dass ein Auslöser dafür vorliegt. Um diesen Prozess aufzuhalten, müssen die Schmerzimpulse frühzeitig durch eine geeignete Behandlung unterdrückt werden. Denn je länger ein Schmerz besteht, umso tiefer gräbt er sich ins Gedächtnis und desto schwerer ist er zu behandeln.Die geringste Berührung oder die bloße Vorstellung von Schmerz können die Qualen manchmal schon auslösen. Häufig greift die Überempfindlichkeit auf benachbarte Nerven über.

Ist der Nerv nicht geschädigt, aber krankhaft verändert und dadurch überempfindlich, spricht man von einer Neuralgie. Ursache dafür können stoffwechselbedingte Störungen sein, zum Beispiel bei Diabetes oder Alkoholmissbrauch. Es kann aber auch zu einer Nervenschädigung infolge einer Virusinfektion kommen wie bei der Gürtelrose. Darüber hinaus verursacht eine Durchtrennung von Nerven im Rahmen einer Amputation sehr häufig chronische Schmerzen. Allen Nervenschmerzen gemeinsam ist neben dem brennenden oder als stechend beschriebenem Empfinden das attackenartige, einschießende Auftreten.

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