Beschreibung verschiedener Arten der nicht medikamentösen Therapie von Nervenschmerzen
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20.10.2017 : 23:29

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Nichtmedikamentöse Therapie von Nervenschmerzen
Bewegungstherapie als nichtmedikamentöse Therapie von Nervenschmerzen

Die Schmerztherapie besteht nicht nur aus medikamentösen Maßnahmen. Genauso wichtig ist die aktive Bewegungstherapie – soweit dies möglich ist. Dadurch bleiben die Betroffenen mobil, können die Therapie selbst unterstützen und ihren Alltag weitgehend selbstständig bewältigen.


Krankengymnastik gehört zur Therapie

Die Methoden der Krankengymnastik bilden eine wichtige Säule in der Schmerztherapie. Die Therapeuten trainieren mit ihren Patienten günstige, physiologische Bewegungsabläufe. Zur Behandlung von schlaffen Lähmungen, die bei Polyneuropathien auftreten, wird ein Koordinationstraining durchgeführt. Vorrangige Techniken sind hier die propriozeptive-neuromuskuläre Faszilitation (PNF) und das Bobath-Konzept. Hierbei werden das für den Patienten bestmögliche Gangbild erarbeitet und Alltagsbewegungen trainiert. Außerdem ist es wichtig die Muskulatur zu dehnen, um die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten. Bei Phantomschmerzen hilft das Massieren oder Beklopfen des amputierten Körperteils mit den Fingern oder mit Hilfe eines Vibrators. Auch Bürsten des Stumpfes hilft vielen Patienten. Durch eine Kältebehandlung mit Eis werden die Schmerzrezeptoren gereizt und der Schmerz überdeckt.

Bei einem Bandscheibenvorfall geraten häufig die Nerven durch verkrampfte Muskulatur oder die verschobene Bandscheibe selbst unter Druck. Mit Hilfe der manuellen Therapie gelingt es den Krankengymnasten in vielen Fällen die verrutschte Bandscheibe wieder in ihre ursprüngliche Stellung zu bringen. Es kommt auch vor, dass nicht nur die Bandscheibe Schmerzen verursacht, sondern gleichzeitig Beschwerden in anderen Regionen des Körpers auftreten, zum Beispiel oberhalb der Kniekehle. Deshalb ist es wichtig, alle den betroffenen Nerv umgebenden Strukturen wie Bindegewebe oder Muskulatur im gesamten Verlauf des Nerven zu kontrollieren. Manchmal ist es notwendig, den eingeengten Nerv zu mobilisieren und “verklebte” Strukturen zu lösen. Dies gelingt den Physiotherapeuten oft durch Techniken aus dem Maitland-Konzept.

Aufgabe der Krankengymnasten ist es auch, die Betroffenen zu motivieren selbst aktiv zu werden. Bewegung fördert das Selbstwertgefühl und lenkt die Konzentration vom Schmerz weg. Aus diesem Grund sollten Patienten allgemeine Gymnastikübungen und Sport durchführen, soweit dies die Schmerzen zulassen.


Mit Strom und Akupunktur gegen Nervenschmerzen

Strom und Akupunktur gegen Nervenschmerzen

Unterstützt wird die Krankengymnastik durch verschiedene physikalische Therapien. Gerade gegen Nervenschmerzen hilft zum Beispiel eine Elektrostimulation. So kann es mit der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) gelingen, die Leitung des Schmerzsignals zu überdecken und das Schmerzempfinden positiv zu beeinflussen. Mit zwei auf die Haut geklebten Elektroden werden dem Patienten schwache Ströme verabreicht, die als Kribbeln empfunden werden, aber nicht als Schmerz. Der Vorteil dieser Methode: Der Patient kann das kleine, batteriebetriebene Gerät im Alltag mit sich tragen und bei Bedarf anwenden.

Sehr erfolgreich wird seit Jahren im Rahmen von Schmerztherapien auch Akupunktur eingesetzt. Diese Technik beeinflusst wahrscheinlich die Schmerzverarbeitung im Rückenmark. Der Behandler setzt dabei Nadeln in druckempfindliche Punkte. Diese Reizung löst im Rückenmark durch Ausschüttung hemmender Botenstoffe, zum Beispiel körpereigener Opioide, eine Schmerzhemmung aus. Wissenschaftlich bewiesen ist der Nutzen dieses Verfahren noch nicht endgültig, doch es werden zurzeit entsprechende Studien durchgeführt. Nervenschmerzpatienten sollen ausprobieren, ob sie auf Akupunktur ansprechen oder nicht.