Forum-Schmerz - Schmerztherapie bei akuten Osteoporoseschmerzen
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nichtsteroidale Antirheumatika, NSAR, Calcitonin, Knochenschwund, Orhtese, Isometrische Übungen, Brunkowsche Stemmübungen, Knochenschwund
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14.12.2017 : 3:45

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Schmerztherapie bei akuten Osteoporoseschmerzen

In Einzelfällen ist bei heftigen Rückenschmerzen nach einem frischen Wirbelkörperbruch eine kurzzeitige Bettruhe unvermeidbar. Grundsätzlich gilt jedoch, den Patienten so aktiv wie möglich zu halten, damit nicht weitere Knochenmasse verloren geht. Um die Beweglichkeit der Betroffenen weitgehend zu erhalten und eine Frühmobilisierung zu ermöglichen, ist in der Regel eine ausreichende medikamentöse Schmerztherapie notwendig. Sie sollte deshalb sofort nach dem Knochenbruch eingeleitet werden. Außerdem sind andauernde Schmerzreize zu verhindern, die ein Schmerzgedächtnis entstehen lassen und dazu führen können, dass die Schmerzen chronisch werden. Eine rechtzeitige Therapie ist auch wichtig, weil lange bestehende, unbehandelte Schmerzen schwerer zu behandeln sind.


Medikamentöse Therapie

Schmerztherapie - Medikamentöse TherapieDie Behandlung akuter Schmerzen wird bei mäßigen Beschwerden zunächst mit einem Schmerzmittel eingeleitet, das vor allem im peripheren Nervensystem ansetzt - also dort, wo Schmerzreize wahrgenommen werden. Zu den bekanntesten Wirkstoffen gehören die Azetylsalizylsäure oder das Paracetamol. Sie bewirken, dass die Zahl der Nervenimpulse aus den Schmerzfühlern, den Rezeptoren, sinkt und die Schmerzempfindung nachlässt. Bei akuten osteoporosebedingten Beschwerden haben sich diese nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) bewährt. Neben einer rasch eintretenden schmerzlindernden Wirkung haben sie auch eine antientzündliche Wirkung. Für den dauerhaften Einsatz sind NSAR wegen Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt allerdings nicht immer geeignet. Bei starken und stärksten akuten Schmerzen ist zusätzlich zur Einnahme von NSAR die Gabe schwach oder stark wirksamer Opioide erforderlich. Wie Opioide wirken und was bei ihrer Anwendung zu beachten ist, wird im Kapitel zur Behandlung chronischer Schmerzen ausführlich besprochen.

Die Injektion von lokalen Schmerzmitteln, so genannten Lokalanästhetika, kann den frühzeitigen Beginn einer krankengymnastischen Übungsbehandlung unterstützen. Sie setzen die Erregbarkeit der Nervenfasern im Bereich der Hauptschmerzpunkte herab und erhöhen die lokale Durchblutung. Es ist jedoch zu beachten, dass Lokalanästhetika eine zeitlich begrenzte Wirkung von etwa sechs bis acht Stunden haben. Doch auch bei akuten Schmerzen sollte das Ziel der Therapie sein, eine möglichst lange Schmerzfreiheit zu erreichen.

Häufig wird in der Akutphase nach einem Knochenbruch auch noch das Hormon Calcitonin gespritzt. Es wird beim Menschen in der Schilddrüse gebildet und hat eine hemmende Wirkung auf die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) sowie einen schmerzstillenden Effekt. Die Behandlung damit kann in den ersten Tagen nach einem Knochenbruch sinnvoll sein. Für die weitere Schmerztherapie sollten jedoch andere Medikamente zum Einsatz kommen. Auch zur Behandlung des Knochenschwundes gibt es heute wirksamere Mittel.

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Nichtmedikamentöse Maßnahmen

Schmerz, ElektrotherapieSollte nach einem Knochenbruch aufgrund der Schmerzen Bettruhe erforderlich sein, ist nach dem Prinzip “So konsequent wie nötig, so kurz wie möglich” zu verfahren. Dabei ist während der Bettruhe darauf zu achten, die Wirbelsäule durch entsprechende Haltungen und Lagerungen weitgehend zu entlasten. Bei akuten Schmerzen ist zur Durchblutungsförderung eine Behandlung mit kaltem Wickel oder Eisbeutel sinnvoll. Die Anwendung kann mehrmals täglich für etwa 20 Minuten erfolgen. Ebenfalls durchblutungsfördernd wirkt eine Elektrotherapie, die darüber hinaus die Muskulatur entspannt, geschwächte Muskulatur stärkt und Schmerzen lindert. Lassen die Schmerzen etwas nach, kann von Krankengymnasten frühzeitig eine aktive Bewegungstherapie begonnen werden. Auch isometrische Übungen zur Kräftigung der Muskulatur mit minimaler Gelenkbelastung, so genannte Brunkowsche Stemmübungen, sind möglich. Ziel ist eine Gelenkentlastung durch Kräftigung der Muskulatur. Generell gilt: Je weniger der Patient belastet wird, desto häufiger müssen kurzzeitig Belastungsphasen eingeschoben werden, damit nicht weitere Knochenmasse verloren geht und die Muskulatur geschwächt wird. Können die Patienten wieder aufstehen, sollten sie bei besonderen Belastungen im Alltag, z. B. dem Tragen einer Einkaufstasche, eine Orthese benutzen. Solche speziell für Osteoporose-Patienten entwickelte Rückenstützen, wie die Orthese nach Prof. Minne, fördern die Aufrichtung der Wirbelsäule und entlasten damit die Wirbelkörper und Zwischenwirbelgelenke.

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