- 1: Patienten-Informationen.
- 1.1: Rückenschmerzen.
- 1.2: Osteoporoseschmerzen.
- 1.2.1: Ursachen.
- 1.2.2: Diagnose.
- 1.2.3: Schmerztherapie.
- 1.2.3.1: Akute Schmerzen.
- 1.2.3.2: Chronische Schmerzen.
- 1.2.3.3: Invasive Schmerztherapie.
- 1.2.3.4: Ohne Medikamente.
- 1.2.4: Selbsthilfe.
- 1.2.5: Literatur.
- 1.3: Krebsschmerzen.
- 1.4: Kopfschmerzen.
- 1.5: Migräne.
- 1.6: Nervenschmerzen.
- 1.7: Arthrose.
- 2: Patienten-Service.
- 3: Journalisten.
- 4: Aktuelles.
- 5: Schmerz in Zahlen.
- 6: Rückentag 2010.
- 7: Adressen & Links.
- 8: Schmerz-Podcast.
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Muskelverspannungen aufgrund von Fehlhaltungen sind für einen erheblichen Teil der osteoporosebedingten Schmerzen verantwortlich. Um diese Verkrampfungen zu lösen, werden häufig Muskelrelaxanzien eingesetzt. Muskelrelaxanzien wirken sedierend (beruhigend), hemmen die Muskelreflexe und vermindern das Gleichgewichtsgefühl. Sie erhöhen dadurch das Sturzrisiko der Patienten und damit die Gefahr eines Knochenbruchs ganz erheblich. Aus diesem Grund sollten Muskelrelaxanzien nur nach strenger Indikation und höchstens als Zusatzmedikament gegeben werden.
Je nach Schmerzverlauf kann die Anwendung einer begleitenden Medikation, z. B. mit Antidepressiva, die Behandlung mit Schmerzmedikamenten jedoch sinnvoll ergänzen. Antidepressiva können in bestimmten Fällen die Wirkung von Schmerzmitteln verstärken und gleichzeitig die Stimmungslage aufhellen. Denn chronische Schmerzen bedeuten für den Betroffenen Dauerstress. Hinzu kommt, dass Schmerzpatienten ihren Angehörigen, Freunden oder Arbeitskollegen kaum vermitteln können, wie sehr die Schmerzen sie belasten. Schmerzen sind nicht sichtbar wie etwa ein Gipsbein. Häufig treffen Patienten deshalb auf Unverständnis. Die Folge: Sie ziehen sich zurück und brechen viele soziale Kontakte ab - Kontakte, die nötig sind, um den Schmerz zu besiegen. Die psychologische Beratung durch geschulte Therapeuten, wie sie in vielen Schmerzambulanzen angeboten wird, kann bei der Bewältigung der seelischen Probleme eine wertvolle Hilfe sein.
Ohne Krankengymnastik geht es nicht
Eine Schmerztherapie für alle gibt es leider noch nicht. Und eine Behandlung, die auf einem einzigen Ansatz beruht, führt meist in eine Sackgasse. Es ist deshalb wichtig, neben Medikamenten auch das umfangreiche Angebot der Physiotherapie (Krankengymnastik) und der physikalischen Therapie zu nutzen.
Wie bereits weiter vorne beschrieben, werden Osteoporosepatienten häufig von starken, chronischen Schmerzen geplagt. Vor allem Rückenschmerzen, die durch Verhärtung der überlasteten Muskulatur hervorgerufen werden. Doch auch Bänder, Sehnen, Gelenke und Nerven können betroffen sein. Welche Therapieverfahren im einzelnen eingesetzt werden, hängt deshalb vom Schmerztyp ab. Die wichtigsten Methoden sind im Folgenden aufgeführt:
Knochenschmerz: Bewegungsübungen im Schlingentisch, Brunkowsche Stemmübungen
Bandschmerz: Haltungsschulung, Mobilisierung durch Maitland-Technik, Ganzkörper-Kräftigung
Muskelschmerz: Korrektur der Fehlhaltung, Muskelaktivierung durch PNF, Isometrische Übungen
Nervenschmerz: Nervenmobilisation nach Butler (Maitland)
Gelenkschmerz: Bewegungsübungen nach Klein-Vogelbach, aktives Muskeltraining
Unterstützt wird die Krankengymnastik durch verschiedene physikalische Therapien, zum Beispiel Bewegungsbäder im warmen Wasser, Kälte- oder Wärmetherapie, durchblutungsfördernde Massagen, Elektrotherapie und Akupunktur. Solche Therapieprogramme sind für die Patienten eine unverzichtbare Ergänzung der medikamentösen Behandlung. Darüber hinaus werden noch zahlreiche, häufig als alternativ bezeichnete Verfahren angewendet. Sie sind leider nicht bei jedem Patienten gleich erfolgreich, aber auf jeden Fall einen Versuch wert.
Entspannungstechniken
Kognitive Verfahren und Entspannungstechniken
Verspannung verursacht Schmerzen, Entspannung lindert Schmerzen. Natürlich gibt es viele einfache Dinge, die gut tun und entspannen, zum Beispiel ein warmes Bad nehmen oder gute Musik hören. Zusätzlich fördern spezielle Schmerzbewältigungstechniken, die man erlernen kann, die Fähigkeit zu entspannen. Ein bewährtes Verfahren ist das autogene Training, mit dessen Hilfe man Puls, Atmung und Hautdurchblutung beeinflussen kann. Eine andere, leichter zu erlernende Methode ist die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Ein aktives Entspannungsverfahren, bei dem der Patient lernt, einzelne Muskeln kontrolliert anzuspannen und dann wieder zu entspannen. Um die leisen Signale des Körpers zu erkennen, wird häufig auch das Biofeedback angewandt. Auf einem Bildschirm oder über Kopfhörer kann der Patient seine eigene Muskelanspannung erkennen. So wird beispielsweise ein angenehm tiefer Ton erzeugt, wenn der Muskel entspannt ist, ein unangenehm hoher Ton, wenn er angespannt ist. Auf diese Weise wird deutlich, dass die Anspannung der Muskulatur willentlich steuerbar ist.
Eine alte und seit langem bewährte Methode zur Bewältigung von Schmerzen mit bekannter Ursache ist die Hypnose. Ziel ist es, Ängste und Stress abzubauen und dem Patienten somit Kontrolle über sich selbst und über seine Schmerzen zu geben. Andere, so genannte operante Verfahren, gehen von der Annahme aus, dass das Ergebnis einer Handlung entscheidend für das Empfinden ist. Dementsprechend werden die Patienten dazu angeleitet, trotz ihrer Schmerzen Arbeiten zu Ende zu führen. Die Belohnung, das Erfolgserlebnis, ist eine große Ermutigung und bedeutet für den Patienten eine deutliche Stimmungsverbesserung.

