Forum-Schmerz - Ursachen für eine Osteoporose-Erkrankung
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24.3.2017 : 5:11

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Ursachen für eine Osteoporose-Erkrankung

Die Ursachen der Krankheit sind bislang nicht restlos geklärt. Doch weiß man, dass in den meisten Fällen verschiedene, oft miteinander verknüpfte Risikofaktoren ausschlaggebend sind. Die im folgenden aufgeführten Faktoren geben einen Hinweis auf eine deutliche Gefährdung:

  • Langandauernder Mangel an Geschlechtshormon (Östrogen, Testosteron).
  • Verwandte ersten Grades leiden oder litten an Osteoporose.
  • Kortisonbehandlung für mehr als 6 Monate mit hoher Dosierung.
  • Erkrankung an einer chronischen Darmentzündung, z. B. Morbus Crohn.
  • Größenabnahme um mehr als 5 cm gegenüber der Körperlänge in der Jugend.


Außerdem erhöhen eine kalziumarme Ernährung, Vitamin-D-Mangel, Bewegungsmangel sowie hoher Alkohol- und Nikotinkonsum das Risiko an Osteoporose zu erkranken.


Der Akute Osteoporose-Schmerz

Da die Krankheit sich langsam, beinahe schleichend entwickelt - es können Jahre vergehen, bevor sich Veränderungen am Skelett durch Schmerzen bemerkbar machen - bleibt Osteoporose meist lange unerkannt. Zuerst löst oft ein Wirbelkörpereinbruch heftige Schmerzen im Rücken aus, die plötzlich "einschießen". Durch den Bruch verändert sich die äußere Form der Wirbelkörper, dabei wird die Knochenhaut, die den Knochen umschließt, überdehnt oder verletzt. Die Knochenhaut enthält, anders als das Knocheninnere, Nervengewebe, was eine Schmerzempfindung möglich macht. Außerdem kommt es dabei zu Verletzungen der Weichteile, die den Knochen umgeben, wodurch ebenfalls Beschwerden verursacht werden. Diese akuten Schmerzen sind in den ersten Tagen sehr heftig und nicht nur auf die betroffene Region beschränkt. Sie können zum Beispiel in den Brustkorb ausstrahlen und sogar die Symptome eines Herzinfarktes vortäuschen. Die Beschwerden lassen nach Tagen oder Wochen nach. Da Osteoporose eine fortschreitend verlaufende Krankheit ist, können selbstverständlich durch neue Knochenbrüche oder Frakturen von bereits früher einmal gebrochenen Wirbeln immer wieder akute Schmerzattacken auftreten.

Der akute Schmerz hat eine wichtige Warn- und Schutzfunktion, die anzeigt, dass etwas nicht in Ordnung ist, und sollte ernst genommen werden. Durch diese natürliche Reaktion versucht der Körper Schädigungen zu vermeiden. Er ist zeitlich begrenzt und kann in der Regel erfolgreich behandelt werden, indem man die jeweilige Ursache beseitigt oder heilt. Doch die ersten Knochenbrüche im Bereich der Wirbelsäule werden oft nicht ernst genommen. Die Patienten berichten, dass es ihnen bei Belastung “ins Kreuz gefahren ist”. Ganz ähnlich wie bei einem Hexenschuss – und als solcher wird der Schmerz häufig abgetan. Die Schmerzen müssen jedoch als Warnsignal ernst genommen werden. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.


Der chronische Osteoporose-Schmerz

Unbehandelt schreitet der Knochenschwund weiter voran. Es bleibt nicht beim ersten Bruch. Untersuchungen zeigen, dass bei Patienten, die bereits einen Knochenbruch hatten, das Risiko einen weiteren zu erleiden um das Achtfache erhöht ist. Die Häufung von Wirbelkörperbrüchen führt zu einer veränderten Statik der Wirbelsäule, der Rücken wird runder. In wenigen Jahren kann die Körpergröße durch den Zusammenbruch von Wirbeln bis zu 15 cm und mehr abnehmen. Durch diese Veränderungen kommt es zu einer Fehlstellung wichtiger Elemente der Wirbelsäule. Bänder, Sehnen und kleine Wirbelgelenke werden gereizt und verursachen dauerhafte Schmerzen. Gleichzeitig wird die Muskulatur überlastet, sie verspannt sich und führt zu chronischen Rückenschmerzen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es sogar passieren, dass durch die gebückte Haltung die Rippen auf dem Beckenkamm reiben und heftige Schmerzen auslösen. Der damit verbundene Verlust an freier Beweglichkeit, eine erheblich eingeschränkte Atemfunktion und die Schmerzen werden zum Dauerbegleiter für die Betroffenen.

Dieser chronische Osteoporose-Schmerz hält meist über Monate bis Jahre an. Er hat seinen Sinn als Signal vor Gefahr verloren und kann die Patienten körperlich und geistig zermürben. Mit der Zeit entwickelt sich der Schmerz zu einem eigenständigen Krankheitsbild, das auch individuell behandelt werden muss.

Doch es bleibt nicht nur bei chronischen Schmerzen aufgrund der Fehlhaltung. Es ist statistisch erwiesen, dass es im höheren Alter, besonders jenseits des 75. Lebensjahres, vermehrt zu Stürzen kommt. Da die Knochenmasse verringert ist und damit den Knochen die Stabilität fehlt, sind Brüche sehr häufig die Folge eines solchen Sturzes. Das dramatischste Ereignis ist ein Bruch des Schenkelhalses, denn etwa 20 Prozent der betroffenen Patienten versterben im ersten Jahr nach einer Operation aufgrund von Komplikationen wie Lungenembolien, Thrombosen und Infektionen. Nur die Hälfte der Patienten gewinnt die frühere Selbständigkeit zurück. Treppensteigen oder sich ohne fremde Hilfe anzuziehen, wird zu einem dauerhaften Problem, und chronische Schmerzen durch die komplizierten Brüche zu einem ständigen Begleiter.


Schmerzen ohne Bruch ?

Die Frühform der Osteoporose, die präklinische Osteoporose oder Osteopenie, verursacht in der Regel noch keine Schmerzen bzw. Veränderungen und Funktionseinschränkungen am Skelett. In dieser frühen Phase werden lediglich die inneren Strukturen der Knochen, wo keine Nerven liegen und Schmerzempfindungen weder wahrgenommen noch weitergeleitet werden können, langsam aber stetig abgebaut. Obwohl im Knochen keine Schmerzfühler liegen, klagen Patienten mit einer Osteopenie häufig über Rückenschmerzen. Es wird deshalb gegenwärtig diskutiert, ob nicht doch Kleinstbrüche der Bälkchenstrukturen im Knochen auftreten und Schmerzen verursachen. Denn solche Mikrofrakturen können zu kleinen Einblutungen oder zu einer beim Heilungsprozess auftretenden Knochenneubildung führen. Beides trägt zu einem erhöhten Druck im Knochen bei, dehnt die außen liegende und mit Schmerzfühlern ausgestattete Knochenhaut und löst so Rückenbeschwerden aus. Es ist aber auch möglich, dass die Schmerzen durch andere Veränderungen in oder an der Wirbelsäule wie Bandscheibenschäden oder Muskelverspannungen hervorgerufen werden. Aus diesem Grund ist eine genaue Diagnose der Schmerzursache notwendig.

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