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31.5.2016 : 13:55

 

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Aufbau der Wirbelsäule

Bausteine der Wirbelsäule

Funktion der Bandscheiben


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Rückenschmerzen - Fast jeder kennt sie

Rückenschmerzen betreffen in den Industrienationen fast jeden Menschen mindestens einmal im Leben. Am stärksten betroffen sind Menschen mittleren Alters zwischen 30 und 50 Jahren. Die Zahl der unter 30jährigen nimmt jedoch besonders stark zu. Bei 65 Prozent der Jugendlichen unter 18 Jahren wurden bereits Haltungsschäden unterschiedlicher Ausprägung festgestellt. Krankheiten von Wirbelsäule und Rücken verursachen jährlich 3,7 Millionen Krankschreibungen, die sich auf insgesamt 75,5 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage summieren. Im Jahr 1995 waren 18 Prozent aller Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten darauf zurückführen. Bei vorsichtiger Schätzung machen die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von Rückenschmerzen knapp 15 Mrd. Euro pro Jahr aus. Diese nüchternen Zahlen belegen die Bedeutung von Rückenschmerzen in unserer Gesellschaft. Das seelische Leid und die Beeinträchtigung der Lebensqualität, die sie verursachen, können durch Zahlen nicht ausgedrückt werden.


Die Wirbelsäule - Achse des Körpers

Das harmonische Zusammenspiel der einzelnen Körperteile untereinander ermöglicht dem Menschen seine Bewegungs- und Aktivitätsfreiheit im täglichen Leben. Die Wirbelsäule ist dabei die zentrale Achse unseres Körpers. Der Begriff macht uns glauben, dass es sich um etwas starres, stabiles handelt - eben um eine Säule. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Die Wirbelsäule muss zwei völlig unterschiedliche, mechanische Funktionen erfüllen. Sie muss einerseits unsere aufrechte Körperhaltung gewährleisten, andererseits biegsam genug sein, um Bewegungen wie drehen, beugen oder heben zu ermöglichen. Diese gegensätzlichen Anforderungen hat die Natur auf geniale Weise durch ein feinmechanisches Wunderwerk aus Knochen, Bändern, Sehnen, Nerven und Muskeln gelöst.

Die Wirbelsäule – Achse des Körpers
Von hinten sieht die Wirbelsäule aus wie ein gerader Stab. Erst von der Seite zeigt sie ihre charakteristischen Krümmungen, die einem doppelten S ähneln. Die Krümmung im Bereich des Nackens wird als Lordose bezeichnet, die im Bereich der Brust als Kyphose und im Lendenbereich findet sich wieder eine Lordose. Auf Grund dieser harmonischen Schwingungen ist die Wirbelsäule in der Lage, Stöße abzufedern. Bei einer geraden Wirbelsäule würden Stöße zu Schäden führen. Ein zu stark gekrümmtes Achsenorgan wäre dagegen enormen Biegekräften ausgesetzt und könnte vorzeitig verschleißen.


Bausteine der Wirbelsäule

Die einzelnen Abschnitte der Wirbelsäule (Hals-, Brust und Lendenwirbelsäule) setzen sich aus vielen kleinen Bauelementen zusammen. Der Grundbaustein, der Wirbel, ist in allen Abschnitten nach dem gleichen Prinzip gebaut. Jeder Wirbel besteht aus einem vorn liegenden Wirbelkörper, der den Hauptteil des Gewichts trägt, und einem Wirbelbogen, der nach hinten das so genannte Wirbelloch umgibt. Benachbarte Wirbelbögen bilden einen Kanal, der dem darin verlaufenden Rückenmark und den zwischen zwei Wirbelbögen austretenden Nervenwurzeln einen knöchernen Schutz bietet. Aufgrund der von oben nach unten hin größer werdenden Belastung nehmen auch die Wirbelkörper an Größe zu. Der Hauptbelastungspunkt liegt beim fünften Lendenwirbel. Ein Grund, warum etwa 70 Prozent der Rückenerkrankungen in diesem Bereich auftreten.


Stoßdämpfer für den Rücken

Zwischen zwei Wirbelkörpern liegt die Bandscheibe. Sie dient neben einer gelenkigen Verbindung vor allem als Puffer oder Stoßdämpfer. Alle auftretenden statischen und dynamischen Kräfte, die auf die Wirbelsäule wirken, werden durch die Bandscheiben gleichmäßig über den Wirbelkörperquerschnitt verteilt. Dadurch werden schädliche Belastungsspitzen vermieden.

Die Bandscheiben bestehen aus einem gallertartigen, wasserreichen Kern, der von einem Ring aus Faserknorpel umgeben ist. Der Faserring hat die Aufgabe, ein Austreten oder Verrutschen des Gallertkerns zu verhindern. Diese "Wasserkissenkonstruktion" sorgt dafür, dass Stöße oder anderer Druck auf die Wirbelsäule gut abgefedert werden kann. Da die Bandscheiben tagsüber im Stehen und Sitzen einem hohem Druck ausgesetzt sind, verlieren sie an Flüssigkeit. Messen Sie doch einmal morgens und abends Ihre Körpergröße. Sie werden feststellen, dass Sie abends bis zu drei Zentimeter kleiner sind. Das liegt vor allem am Wasserverlust der Bandscheiben. Erfolgt eine Entlastung, zum Beispiel im Liegen, nimmt die Bandscheibe wieder Wasser auf. Ähnlich einem Schwamm, der auf Druck Flüssigkeit abgibt und bei Entlastung wieder Wasser aufnimmt, wird die Bandscheibe durch einen ständigen Wechsel von Belastung und Entlastung ernährt. Dieser Mechanismus ist notwendig, da die Bandscheiben weder über Blutgefäße verfügen, die sie mit Nährstoffen versorgen könnten, noch über Nerven.

Die fehlende Nervenversorgung ist auch dafür verantwortlich, dass wir bei einer Überlastung der Bandscheibe vom Körper nicht durch das Warnsignal Schmerz informiert werden. Wir merken also erst viel zu spät an den Folgen, was wir unseren "Stoßdämpfern" angetan haben.


Bandscheibenvorfall
Die gesunde Bandscheibe (links) ziegt in der Mtte einen klar begrenzten Gallertkern. Die rechte, ältere Bandscheibe weist eine Rissbildung im äußeren Faserring auf. Dadurch nimmt die Instabilität zu. Rutscht der Gallertkern in den Wirbelkanal, spricht man von einem Bandscheibenvorfall (rechts).

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