- 1: Patienten-Informationen.
- 1.1: Rückenschmerzen.
- 1.1.1: Ursachen.
- 1.1.2: Diagnose.
- 1.1.3: Therapie.
- 1.1.3.1: Ohne Medikamente.
- 1.1.3.2: Mit Medikamenten.
- 1.1.3.3: Invasive Schmerztherapie.
- 1.1.4: Selbsthilfe.
- 1.1.5: Literatur.
- 1.2: Osteoporoseschmerzen.
- 1.3: Krebsschmerzen.
- 1.4: Kopfschmerzen.
- 1.5: Migräne.
- 1.6: Nervenschmerzen.
- 1.7: Arthrose.
- 1.1: Rückenschmerzen.
- 2: Patienten-Service.
- 3: Journalisten.
- 4: Aktuelles.
- 5: Schmerz in Zahlen.
- 6: Rückentag 2010.
- 7: Adressen & Links.
- 8: Schmerz-Podcast.
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Bei den meisten Rückenschmerzen reichen Bewegung, Krankengymnastik und Medikamente aus, um die Beschwerden zu beseitigen. Betroffene sollten so schnell wie möglich ihre täglichen Aktivitäten wiederaufnehmen. Bewegen Sie sich also. Normale körperliche Belastung schädigt die Wirbelsäule nicht. Gehen Sie zum Beispiel spazieren. Schonung und Bettruhe, wie früher üblich, sind nach heutiger Erkenntnis bei einfachen Rückenschmerzen nur für maximal zwei Tage notwendig. Selbst bei gereizter und schmerzhafter Nervenwurzel ist Bettruhe nicht automatisch erforderlich. Das Wichtigste ist, die Wirbelsäule zu entlasten.
Ist die Lendenwirbelsäule betroffen, hilft die Stufenlagerung. Legen Sie sich flach auf den Rücken, beugen Sie Hüft- und Kniegelenke um 90 Grad und lagern Sie die Unterschenkel auf einem Schaumstoffwürfel, abgepolstertem Hocker oder hilfsweise auf einem Kissenberg. Die Stufenlagerung verringert den inneren Druck der Bandscheibe, entspannt die Gelenkkapseln, erweitert den Wirbelkanal und die Zwischenwirbellöcher, und entlastet so optimal die Wirbelsäule.
Ohne Krankengymnastik geht es nicht
Damit die Betroffenen möglichst schnell mit der Krankengymnastik (Physiotherapie) beginnen können, ist unter Umständen eine vorherige oder begleitende medikamentöse Schmerztherapie notwendig. Haben die Schmerzen nachgelassen, fängt die aktive Bewegungstherapie an. Im Vordergrund steht das Ziel, die betroffenen Wirbelsäulenregionen zunächst durch Zug in Längsrichtung zu entlasten und später durch Muskelkräftigung zu stabilisieren. Bei der Ausbildung eines Muskelstützkorsetts sollte nicht nur darauf geachtet werden die langen Muskelstränge zu trainieren, die für die Beweglichkeit zuständig sind. Wichtiger ist die Kräftigung der tiefen, kurzen Muskeln in Bauch und Rücken, die vor allem die Wirbelsäule stabilisieren. Das ist nicht ganz einfach, weil dazu ein gutes Körpergefühl gehört. Gemeinsam mit einer Physiotherapeutin können die entsprechenden Übungen aber erlernt werden. Um die erzielte Wirkung zu festigen, ist oft eine längere Krankengymnastik nötig.
Da Rückenschmerzen ganz verschiedene Ursachen haben können, muss auch die Krankengymnastik individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Welche Therapieverfahren eingesetzt werden, hängt vom Schmerztyp ab. Die wichtigsten Methoden sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:
Schmerztyp | Physiotherapeutische Methode |
Knochenschmerz | Bewegungsübungen im Schlingentisch, Brunkowsche Stemmübungen |
Bandschmerz | Haltungsschulung, Mobilisierung durch Maitland-Technik, Ganzkörper-Kräftigung |
Muskelschmerz | Korrektur der Fehlhaltung, Muskelaktivierung durch PNF, Isometrische Übungen |
Nervenschmerz | Nervenmobilisation nach Butler (Maitland) |
Gelenkschmerz | Bewegungsübungen nach Klein-Vogelbach, aktives Muskeltraining |
Die Wirksamkeit der Krankengymnastik ist insbesondere bei subakuten, fünf bis zwölf Wochen anhaltenden, oder wiederkehrenden Schmerzen wissenschaftlich bewiesen. Bei chronischen Rückenschmerzen sollte die Physiotherapie mit einer Verhaltenstherapie und körperlichem Training kombiniert werden.
Wärme, Strom und Akupunktur
Unterstützt wird die Krankengymnastik durch verschiedene physikalische Therapien. Als wohltuend und schmerzlindernd wird bei akuten Rückenschmerzen vor allem Wärme in Form von Rotlicht oder Fangopackungen empfunden. Zu Hause kann man sich selbst mit Körnerkissen oder Wärmflasche helfen. Wärme ist aber nur zu Beginn der Erkrankung und für begrenzte Zeit sinnvoll. Bei längerer Anwendung unterstützen diese Maßnahmen die Gefahr eines Rückzugs in die Krankheit und damit die Chronifizierung. Wenn sich die Schmerzen durch Wärme verschlimmern, sollte der Arzt befragt werden. Es könnten entzündliche Prozesse beteiligt sein.
In der Apotheke sind auch Wärmesalben erhältlich, die gefäßerweiternde Substanzen wie Capsaicin oder Nonivamid enthalten. Sie regen die Durchblutung der Haut an und erzeugen so ein Wärmegefühl. Zusätzlich haben sie eine schmerzlindernde Wirkung.
In manchen Fällen hilft allerdings Kälte besser als Wärme. Bei akuten Schmerzen kann deshalb zur Durchblutungsförderung eine Behandlung mit kaltem Wickel oder Eisbeutel sinnvoll sein. Ebenfalls durchblutungsfördernd wirkt eine Elektrotherapie, die außerdem die Muskulatur entspannt, geschwächte Muskulatur stärkt und Schmerzen lindert. Mit Strom erreicht man bei verschleißbedingten Wirbelsäulenerkrankungen vor allem tiefer gelegene Schichten der Rumpfmuskulatur.Sehr erfolgreich wird seit Jahren im Rahmen von Schmerztherapien auch Akupunktur eingesetzt. Die Kosten werden von den Krankenkassen bei Rückenschmerzen übernommen. Patienten sollten ausprobieren, ob sie auf Akupunktur ansprechen oder nicht.
Ein Korsett für den Rücken
Um die Lendenwirbelsäule zu stabilisieren, wird manchmal ein Stützkorsett (Orthese) verordnet. Es soll die Wirbelsäule entlasten und die Durchtrittsstellen der Nerven erweitern. Bei besonderen Belastungen im Alltag, wie dem Tragen von Getränkekisten, ist eine Orthese sinnvoll. Die passive Stütze führt allerdings bei längerer Anwendung und ohne begleitende muskelkräftigende Übungen zu einer Schwächung der Rückenmuskulatur. Das kann die Beschwerden sogar verstärken.

