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Rückenschmerzen, Ursachen, Bandscheibenvorfall, Osteoporose, Rheuma, Psyche, Osteopenie
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27.3.2017 : 18:30

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Rückenschmerzen haben viele Ursachen

Für die Entstehung von Rückenschmerzen gibt es zahlreiche Ursachen, die sich untereinander beeinflussen können. Dazu gehören körperliche, verhaltens- und haltungsbedingte Faktoren, äußere, umweltbedingte Einflüsse sowie psychische Ursachen. Ein Großteil der Rückenschmerzen sind lokale, unspezifische Beschwerden. Das bedeutet, die Schmerzen bleiben auf die betroffene Wirbelsäulenregion beschränkt. Bei etwa vier bis fünf Prozent der Betroffenen strahlen die Schmerzen jedoch durch Reizung oder Schädigung von Nervenwurzeln, zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall, in die Beine oder Arme aus. Ursache vieler Rückenschmerzen sind aber auch chronische Erkrankungen wie Rheuma, Osteoporose oder Krebs.


Bandscheibenvorfall – Nerven unter Druck

Idealerweise wird die Bandscheibe an allen Seiten gleichmäßig belastet. Doch bei jeder Bewegung, beim Vornüberneigen oder einseitigen Tragen, wird die Bandscheibe an einzelnen Punkten stärker belastet und einem erhöhten Druck ausgesetzt. Übermäßige, einseitige Druckbelastungen führen jedoch zu einer vorzeitigen Alterung des Gewebes. Der Faserring der Bandscheibe wird porös und büßt seine Elastizität ein. Es treten immer häufiger Beschwerden auf.

Bei großer einseitiger Belastung im vorderen Teil der Bandscheibe, zum Beispiel beim Vornüberbeugen mit rundem Rücken, kann der Gallertkern nach hinten in den Wirbelkanal ausweichen. Die mögliche Folge: Hexenschuss. Weicht der Bandscheibenkern zur Seite in die Zwischenwirbellöcher aus, drückt er auf die hier austretenden Nerven und verursacht oft starke Schmerzen. Man spricht zum Beispiel von einer Ischialgie, wenn der Ischiasnerv betroffen ist und die Schmerzen ins Bein ausstrahlen. Es kann dabei sogar zu Lähmungserscheinungen kommen. In diesen Fällen bitte sofort den Arzt aufsuchen, damit eine geeignete Therapie eingeleitet wird. Bei vorgeschädigter Bandscheibe und extremer Überlastung kann der Faserring auch einreißen, der Gallertkern tritt aus und verengt den Wirbelkanal. Der Druck dieses so genannten Bandscheibenvorfalles auf das Rückenmark kann zu heftigen Schmerzen führen.


Bandscheibenvorfall
Die gesunde Bandscheibe (links) ziegt in der Mtte einen klar begrenzten Gallertkern. die rechte, ältere Bandscheibe weist eine Rissbildung im äußeren Faserring auf. Dadurch nimmt die Instabilität zu. Rutscht der Gallertkern in den Wirbelkanal, spricht man von einem Bandscheibenvorfall (rechts).

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Abnutzung lässt Wirbelsäule verknöchern

Sind Bandscheiben durch vorzeitige Abnutzung "verschlissen", flachen sie ab und die Abstände zwischen einzelnen Wirbeln werden kleiner. In der Folge lockern sich die Haltebänder zwischen den Wirbelkörpern. Die Wirbelsäule wird instabiler. Als Reaktion darauf bilden sich an den Kanten der Wirbel knöcherne Zacken. Diese Osteophyten wachsen langsam in Richtung des benachbarten Wirbels, überbrücken den Zwischenraum und stabilisieren so die Wirbelsäule wieder. Derartige Knochenbrücken schränken jedoch die Beweglichkeit der einzelnen Abschnitte der Wirbelsäule ein. Andere Segmente übernehmen diese Aufgabe, werden dabei aber überlastet, nutzen schneller ab und lösen Schmerzen aus.


Schlechte Haltung schmerzt den Rücken

Teufelskreis SchmerzVor allem einseitige, falsche Belastungen und zu langes Sitzen am Arbeitsplatz, vor dem Fernseher oder im Auto, machen sich auf Dauer schmerzhaft bemerkbar. Sie schädigen nicht nur die Bandscheiben, auch die Muskulatur von Rumpf, Nacken und Schultern muss dann erhöhte Haltearbeit leisten. Ist die Muskulatur wenig trainiert, kommt es schnell zu Muskelverspannungen und Schmerzen. Auf Grund der Schmerzen wird eine ungünstige Schonhaltung eingenommen, die Verspannung verstärkt sich weiter und löst immer stärkere Schmerzen aus – ein Teufelskreis, der langfristig bleibende Schäden verursachen kann. Ein verträgliches Muskelrelaxans, das die Muskulatur entkrampft, und eine effektive Schmerztherapie können den Teufelskreis zu durchbrechen.

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Osteoporose, Rheuma & Co.

Häufig werden Rückenschmerzen auch durch andere Erkrankungen verursacht. Bei Osteoporose zum Beispiel verlieren die Knochen, vor allem die Wirbel, so stark an Masse, dass sie schließlich in sich zusammenbrechen. Als Folge davon wird die Wirbelsäule immer runder. Der Rücken “krümmt” sich. Bänder, Sehnen, Muskeln und die kleinen Wirbelgelenke werden überdehnt und gereizt. Dies verursacht starke, anhaltende Schmerzen. Ausführliche Informationen zur Schmerztherapie bei Osteoporose enthält eine spezielle Broschüre des Deutschen Grünen Kreuzes. Aber auch Krankheiten wie Rheuma oder Arthrose verursachen oft chronische Rückenschmerzen, die unter Umständen mit starken, opioidhaltigen Medikamenten behandelt werden müssen. Deutlich seltener sind dagegen Rückenschmerzen als Folge einer Krebserkrankung oder Infektion.


Rücken und Psyche gehören zusammen

Es ist bekannt, dass Körper und Seele eine Einheit bilden. Psychische Belastungen wirken sich deshalb über Muskeln und Bänder auch auf die Wirbelsäule aus. Stress und Leistungsdruck können die Spannung der Muskulatur erhöhen. Eine ständig angespannte Rückenmuskulatur ermüdet schneller, führt zu Schmerzen und stellt für das seelische Wohlbefinden ein zusätzliches Handikap dar.


Bitte bedenken Sie: Notwendige medizinische Maßnahmen können die Symptome beseitigen, eingetretene Schäden sind in der Regel nicht wieder rückgängig zu machen. Nur durch eigenes rückenfreundliches Verhalten mit konsequentem Rückentraining und die Gestaltung eines rückengerechten Umfeldes können weitere Schäden vermieden werden. Eine effektive Schmerztherapie hilft Ihnen dabei, den Alltag aktiv zu meistern.

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