Schmerz Tipp
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Wärme, Muskelverspannung, Frischhaltefolie, Salbenverband
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27.4.2017 : 1:24

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Der aktuelle Tipp aus der schmerztherapeutischen Praxis

Kartoffelpackung gegen Muskelverspannungen

Die Kartoffel ist in Deutschland beliebt. Richtig zubereitet schmeckt sie auch sehr lecker. Aber wussten Sie, dass Kartoffeln auch gegen schmerzhafte Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich wirken?
Um eine Kartoffelpackung zuzubereiten, kochen Sie ca. 300-400 Gramm Pellkartoffeln. Diese werden noch heiß mit der Schale zerdrückt und in ein Leinentuch eingewickelt. Formen Sie die Packung möglichst so, dass sie gut an der betroffenen Stelle einsetzbar ist. Machen Sie es sich bequem und platzieren Sie die Kartoffeln auf die schmerzende Stelle. Vorsicht: Sollte die Packung zu heiß sein, legen Sie zunächst ein Handtuch dazwischen. Bei diesem Rezept ist die feuchte Wärme der wohltuende Faktor. Die verspannte Muskulatur lockert sich und die Durchblutung wird gefördert. Vorteil der Kartoffel: Sie speichert die Wärme besonders lange. Wenden Sie die Packung so lange an, wie es Ihnen gut tut.


Frischhaltefolie verbessert Salbenbehandlung

Verstauchungen, Prellungen oder Zerrungen werden üblicherweise mit einem Salbenverband behandelt. Die zusätzliche Verwendung einer Frischhaltefolie kann dabei das Behandlungsergebnis deutlich verbessern. Dazu wird eine schmerzhemmende und abschwellende Salbe auf die verletzte Stelle aufgetragen und anschließend mit Frischhaltefolie abgedeckt.
schmerz, salbe
Offene Wunden sollten damit allerdings nicht behandelt werden. Mit dem Folienabschluss wird eine Zugwirkung durch die Haut erreicht. Die Arzneistoffe dringen tiefer ins Gewebe ein und gelangen in größerer Menge zum eigentlichen Wirkort. Schwellungen gehen schneller zurück. Schmerzen werden stärker gelindert. Der Folienverband kann auch mit einer elastischen Binde fixiert werden. Geeignete Wirkstoffe sind nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac oder Ibuprofen. Auch Extrakte aus Arnika oder Beinwell sind wirksam. Alkoholhaltige Gele oder Salben auf Wasserbasis sind für Folienverbände nicht zu empfehlen.


Mit Wärme gegen Muskelverspannungen
schmerz, waerme
Bei akuten Rückenschmerzen oder Verspannungen wird vor allem Wärme als wohltuend und schmerzlindernd empfunden. Eine spezielle Form der Wärmetherapie ist die heiße Rolle. Dazu rollt man drei bis fünf Gästehandtücher nacheinander so ein, dass ein kleiner Trichter entsteht. In diesen Trichter werden etwa anderthalb Liter heißes Wasser gegossen. Mit der heißen Rolle betupft man dann vorsichtig die schmerzende Körperpartie oder rollt sachte darüber. Die feuchte Wärme und der sanfte Druck verbessern die Durchblutung, wirken schmerzlindernd und lösen Verspannungen der Muskulatur zum Beispiel im Nacken-Schulterbereich oder Rücken. Auch schmerzhafte Gelenke werden durch die Wärme wieder beweglicher. Um eine Abkühlung der Tücher zu vermeiden und um die Hitzewirkung möglichst lange zu erhalten, werden sie bei der Behandlung von außen nach innen abgerollt. So kommt immer wieder eine warme Schicht nach außen.

Die Anwendungsdauer sollte etwa 10 bis 15 Minuten betragen. Verschlimmern sich die Schmerzen durch Wärme, sollte ein Arzt befragt werden, denn möglicherweise sind dann entzündliche Prozesse beteiligt.


Mit Senfwickel gegen Gelenkbeschwerden

Sowohl schwarzer als auch weißer Senf enthalten hautreizende Senföle, die zu einer verstärkten Durchblutung der betroffenen Hautstellen führen, dadurch Muskelverkrampfungen lösen und Schmerzen lindern. Dazu werden die Senffrüchte gepulvert und das Pulver mit lauwarmem Wasser angerührt. Den Brei streicht man auf ein Tuch oder ein geeignetes saugfähiges Papier und legt es für 3 bis 5 Minuten auf die Haut, bei weißem Senf, der milder wirkt, auch etwas länger. Die Senfpapiere kann man auch auf Vorrat herstellen, trocknen und bei Bedarf wieder mit Wasser anfeuchten. Vom etwas gewöhnungsbedürftigen Geruch abgesehen, handelt es sich um ein preiswertes Hausmittel, das in der Wirkung den modernen Wärmepflastern nicht nachsteht.
(Quelle: MDR-Hauptsache Gesund)